Titel: Erinnerungen

FsK: 6/12

Warnung: death, sad

Seit ich aufs Gymnasium kam war ich bei einer Gang. Zuerst musste ich irgendeine Mutprobe bestehen, die ich locker schaffte. Ich fand’s einfach nur lustig auf jüngeren herumzutrampeln, ihnen einfach das Leben zur Hölle zu machen. Dann kamst du in unsre Klasse und in die Gang. Schon beim ersten Blick auf dich war ich Feuer und Flamme, nicht nur ich, sondern auch die anderen Jungs. Du warst das einzige Mädchen bei uns, doch hattest du uns alles im Griff.

Manchmal schriebst du mir SMS, ich wusste nicht ob du dies mit den anderen auch machtest, aber meistens stand am Ende irgendetwas mit Liebe.

Nachmittags trafen wir uns alle immer im Park. Wir beide waren einmal zu früh dran, unterhielten uns, bis du mir um den Hals fielst und mich küsstest. Immer noch kann ich nicht beschreiben, wie Glücklich ich damals war. Danach schliefst du öfters bei mir, was deine Eltern nicht wissen durften, da sie es nicht erlaubten, dass du dich mit Jungs abgabst. Du sagtest immer dass du bei einer Freundin schlafen würdest, was eine Lüge war, da ich erstens kein Mädchen war und du zweitens gar keine Freundinnen hattest, nur uns Jungs.

Du warst nicht wie die anderen Tussies, die mit ihren Freundinnen Make-up Tipps austauschte. Du konntest mit Mädchen nicht viel anfangen, obwohl du selber eins warst. Und trotzdem konntest du besser mit Jungs. Nur manchmal fragtest du mich ob du mir eigentlich gefällst. Immer wieder sagte ich dir wie wunderschön ich dich fand und immer wieder zauberte ich damit ein Lächeln auf dein Gesicht. Ich liebte dein Lächeln, deine Augen, einfach alles an dir. Die konnte man einfach nur lieben.

Irgendwann trafen wir uns dann nicht mehr mit den anderen, sagten einfach, dass es uns nicht gut ginge und hingen dann einfach bei mir zu Hause ab. Manchmal, damit es nicht so auffiel trafen wir schon noch die anderen, aber eben nicht mehr so oft. Dies war vor 5 Jahren. Immer noch denke ich an dich. Immer noch kann ich nicht glauben was geschah. Seit damals hatte sich meine Welt von Grund auf geändert. Ich fragte mich immer was gewesen wäre wenn wir und nicht durch die Gang kennengelernt hätten, sondern sonst irgendwie. Aber es musste so sein, nichts geschieht ohne Grund.

Inzwischen bin ich ein Star. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie anstrengend so ein Leben ist. Von einem Termin zum anderen hechten. Und trotzdem finde ich noch die Zeit an dich zu denken und zu träumen.

„Lauri?!“ sagte Aki etwas genervt.
„Was?“ gebe ich zurück.
„Ich hab schon 3 Mal zu dir gesagt, dass wir los müssen. Wo bist du bloß mit deinen Gedanken?“

Weit, weit weg. Heute vor genau 5 Jahren geschah es, es war der Tag der alles veränderte...

„Lauri!“ jetzt ist Aki wirklich böse
„Sorry“ sag ich leise
„Was ist los mit dir Kumpel?“
„Nichts“
„Ich seh’s doch und nicht nur ich, Eero und Pauli sehen’s auch. Was quält dich so sehr?“
„Vor 6 Jahren kam ein Mädchen in meine Klasse. Damals war ich in so einer Gang und sie wollte dazugehören, musste eine Prüfung machen, so wie ich. Schaffte sie.“
„Und du hast dich in sie verknallt, oder?“
„Nicht nur ich, die anderen auch. Ich hab sie aber bekommen. Wir mussten unsere Gefühle in der Schule verstecken, durfte keiner erfahren. Mit der Zeit ging’s nicht mehr und irgendwie verrieten wir uns. Die Jungs waren furchtbar wütend. Sie und ich mussten jeder noch zwei Prüfungen ablegen. Ich hatte es viel leichter als sie, musste nur vor der gesamten Schule der Physiklehrerin meine Liebe gestehen und das Schulbüffet überfallen. Aber Lahja musste, glaub ich, keine Ahnung, auf jedenfall musste sie bei Rot über unsere Hauptstraße gehen. Sie hatte es fast geschafft, aber dann fiel ihr etwas runter und sie blieb stehen um es aufzuheben. In diesem Moment kam ein Auto und... Ich lief sofort zu ihr. Sie ... sie starb noch in meinen Armen.“

Aki sagt nichts, sondern nimmt mich einfach in den Arm.

Dieses etwas, dass du aufhobst war ein Foto von uns beiden, dass kurz vor deinem Tod gemacht wurde. Darauf sahen wir so brav aus. Ich der blonde Junge und du das Mädchen mit den feuerroten Haaren und den stechend blauen Augen. So vom Aussehen her passten wir überhaupt nicht zusammen.

Aki und ich sind gerade mit den anderen beiden auf den Weg zu irgend einem TV auftritt. An der Kreuzung, an der es passierte musste ich auch vorbei. Dort war ich lange nicht mehr, hatte sie gemieden.

Beim vorbeigehen sehe ich auf der Straße etwas liegen. Unser Foto. Es wurde doch damals vom Wind verweht und obwohl ich Tage danach suchte fand ich es nie. Sofort laufe ich hin, da die Ampel sowieso grün ist und hebe es auf. Aki schreit etwas, dass ich nicht verstehe, schaue auf und sehen ein Auto auf mich zurasen.

"Lauri, bitte mach die Augen auf“, höre ich Aki weit weg.
„Aki ich ... ich hab ihr Foto wieder, “ sage ich leise aber überglücklich.

Alles tut weh, besonders das Atmen. „Sie war schön“, antwortet er.
„Nein sie war mehr“, sag ich.

Ich mache die Augen in Zeitlupentempo auf und zu, es regnet mittlerweile. Kalt ist mir auch und wie.

Plötzlich sehe ich dich vor mir.

Meine Gliedmaßen werden immer schwerer.

„Lauri, komm zu mir, ich warte schon so lange auf dich, komm, “ sagst du und reichst mir deine Hand, die ich nehme. Du reißt mich mit dir.

Noch einmal starre ich auf die leere Hülle meiner selbst und auf Aki, der vor mir kniete und laut meine Namen schreit. Ich hab sogar ein leichtes lächeln auf den Lippen.

Endlich erfüllt sich mein Wunsch bei dir zu sein und nie mehr ohne dich leben zu müssen.

End

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