Fsk: 14

Warnung: death, sad

Seit meinem 11. Lebensjahr lebte ich auf der Straße, hatte keine Schulausbildung und daher auch jetzt, wo ich 20 war keinen Job. Meine Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben, den ich überlebte. Noch heute machte ich mir Vorwürfe obwohl ich nichts dafür konnte. Da ich keine Verwandten hatte die sich um mich kümmerten landete ich in einem Waisenhaus. Ich hasste es und riß aus, wollte lieber auf der Straße wohnen, als in diesem Gefängnis mit goldenen Gitterstäben. Insgeheim hoffte ich sogar auf der Straße zu verhungern oder zu erfrieren, da es im Winter in Helsinki nicht gerade warm war. Leider erfüllte sich mein Traum nicht und mittlerweile lebte ich ja schon seit 9 Jahren hier.

Eigentlich sah ich nicht aus wie von der Straße, denn ich war immer nach dem neuesten Trend gekleidet und hatte immer die teuersten Schuhe. Dies war mir aber nur möglich da ich geschickte Finger hatte und ich noch nie beim klauen erwischt wurde. Andere bestehlen konnte ich am Besten, wahrscheinlich war es aber auch das Einzige was ich wirklich konnte. Eines war auch sicher, dass ich nie Kinder haben werde, wo ich doch so gerne welche hätte. Aber welcher Mann würde schon mit einem Straßenmädchen schlafen? Außer einer der selbst auf der Straße lebte wohl keiner und solche Anwärter hatte ich genug. Sicher ist es sowieso besser, wenn ich keine bekomme, denn was könnte ich einem kleinen Kind schon bieten? Nicht einmal eine Schulausbildung könnte ich mir leisten. Ich müsste nur noch mehr Geld stehlen und dann würde ich irgendwann sicher erwischt werden und dem Kind würde es so ergehen wie mir und das wollte ich nicht. Das Leben das ich führte war für mich unerträglich, deshalb wollte ich unbedingt weg von der Straße, was äußerst schwierig war, wenn man nichts gelernt hatte.

Im Winter war es schwieriger an Geld zu kommen, da die Straßen wie leer gefegt waren, darum hatte ich auch schon seit einer Woche nichts mehr zu mir genommen. Früher hatte ich diese Jahreszeit geliebt, da war ich auch noch nicht auf der Straße und fror mir im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch ab. Damals hatte ich auch noch Freunde, die ich aber im Laufe meiner „Karriere“ auch verlor. Keiner wollte mehr etwas mit einem Kind ohne Eltern zu tun haben, ich war sozusagen allen egal, was sich immer noch nicht änderte. Immer noch sahen mich die Leute verächtlich an, schon allein die Blicke taten weh.

Endlich kam mal jemand bei mir vorbei, dem ich sein Geld aus der Tasche zog.

„Hey, kann ich mein Geld bitte wieder haben?“ fragte der Typ.

Wie konnte er das bemerkt haben? So vorsichtig wie in diesem Moment war ich doch noch nie. Verdammt, wo bleiben gute Ausreden wenn man sie braucht.

„Wer ich? Wie kommen sie drauf dass ich stehle?“ „Vorahnung, und jetzt her damit, ich will dich nicht unbedingt hinter Gittern sehen.“

Ich gab meine Beute wieder seinem rechtmäßigen Besitzer, denn unbedingt wollte ich nicht in den Knast.

Der Typ ergriff meinen Arm und zerrte mich mit ihm.

„Lassen Sie mich los, ich hab das Geld doch zurückgegeben,“ schrie ich aus vollem Leib, worauf er mich losließ.
„Trotzdem hast du Hunger, oder?“
„Ja aber was hat das damit zu tun?“
„Ich lad‘ dich zum Essen ein.“

Essen konnte ich nun wirklich nicht abschlagen, da mein Hunger allmählich zu groß wurde um ihn einfach zu vergessen.

Nun saß ich ihm gegenüber und hatte keine Ahnung was ich mit ihm reden sollte. Ich kannte ihn ja nicht einmal, das einzige was ich wusste war dass er nicht schlecht aussah. Er war zwar nicht besonders groß, aber er hatte die reizvollsten grünen Augen die ich je gesehen hatte.

Nachdem Essen bezahlte er und wir verließen das Restaurant. Ich verabschiedete mich, worauf er mich fest an sich drückte, dann ging er.

Komischer Typ dachte ich mir. Ich schob meine Hände in meine Hosentaschen, wo ich 50 Euro fand. Bevor er mich drückte hatte ich doch nicht mal einen Cent, oder? Nein sicher nicht, das hätte ich gewusst. Eigentlich hätte ich mir jetzt etwas zu trinken kaufen können, aber ich entschied mich doch es zu stehlen. Wie immer klappte es super, in Einkaufszentren fiel so etwas keinem auf, bei dem Gedränge.

„Wofür hab ich dir eigentlich 50 Euro geschenkt, wenn du dann trotzdem nicht bezahlst?“ kam es hinter mir hervor. „Ich brauche kein Geld, ohne lässt sich’s auch ganz gut leben.“
„Mir kann’s ja egal sein. Aber sag mal was machst du jetzt eigentlich?“
„Was geht dich das an? Ich kenn dich ja nicht einmal.“
"Ich bin Lauri. Jetzt kennen wir uns und du sagst mir was du machst“
„Kiia. Ich werde mir jetzt überlegen wo ich heute schlafen werden.“
„Du schläfst bei mir.“
„Nein, danke.“
„Oh doch,“ sagte er und zerrte mich hinter sich her.
Irgendwie kam mir das bekannt vor. Es war mir zu Blöd von einem Mann abhängig zu sein, und noch dazu von so einem gutaussehenden.

Seine Wohnung war nicht besonders groß, 3 Zimmer oder so, aber eigentlich sah es sehr gemütlich darin aus. Irgendwie fand ich es schade, dass ich nur eine Nacht hier verbringen werde.

Ich setzte mich auf das Sofa im Raum, worauf Lauri gleich darauf mit einem Getränk für mich kam und sich neben mich setzte. Er drehte die Glotze auf. Erst jetzt viel mir auf wie groß der Fernseher war. Vielleicht waren die Dinger jetzt so groß, hatte ja lange keinen mehr. Darum war meine Freude noch größer endlich einmal wieder fern zu sehen. Als Kind konnten meine Eltern mich gar nicht mehr vom Fernseher wegbekommen.

Eigentlich starrt ich die ganze Zeit nur Lauri an und nicht in die Glotze. Das machte ich so auffällig, dass er es merken musste.

Er legte seinen Arm um mich und drückte mich ganz fest an sich, ich wusste nicht wie mir geschah, drückte ihn aber auch nicht weg, sondern genoss das Gefühl endlich einmal wieder in die Arme genommen zu werden.

Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte ich wieder richtig weinen, warum wusste ich selber nicht. Ich hatte nicht einmal geheult als meine Eltern starben, sondern hatte mir nur Vorwürfe gemacht. Wahrscheinlich flennte ich jetzt nur weil Lauri so nett zu mir war, oder weil mir mit der Zeit alles zuviel wurde. Lauri tröstete mich so gut er konnte. Als ich mich endlich wieder beruhigte sah Lauri sichtlich erleichtert aus. Scheinbar kam es in seinem Leben nicht oft vor, dass ein Mädchen einfach so zu weinen begann und so schnell, wie es anfing wieder aufhörte.

Gegen Abend ging ich dann duschen, was mir richtig guttat, endlich einmal wieder den Dreck runter waschen. Als ich aus der Dusche stieg kam Lauri bei der Türe herein.
„Tut mir leid, ich wollte dir nur ein Handtuch bringen. Ich dachte du wärst noch unter der Dusche,“ sagte er verlegen und machte die Augen zu.
„Schon gut. Danke für das Handtuch.“

Ich ließ mir nicht anmerken wie peinlich mir das Ganze war, am liebsten wäre ich im Boden versunken.

Sobald ich fertig war, ging ich zu ihm ins Wohnzimmer und fragte ihn wo ich eigentlich schlafen sollte, da ich hundemüde war.

„In meinem Bett,“ gab er mir zur Antwort
„Und wo schläfst du?“
„Sofa.“
„Ich kann nicht einfach in deinem Bett schlafen. Kann ich nicht auf dem Sofa schlafen?“
„Nein, da schlafe ich gerne. Außerdem hast du sicher schon länger nicht mehr in einem Bett geschlafen.“
„Von mir aus, mir soll’s egal sein.“

Lauri gab mir ein Shirt von sich, dass ich zum schlafen anziehen konnte, brachte mich ins Bett und deckte mich sogar zu. Jetzt fehlte nur noch ein Kuss, dann käme er mir vor wie meine Mutter. Eigentlich schade dass er mir keinen gab.

Zuerst dachte ich er wäre so ein Arschloch wie alle anderen die ich bis jetzt kennengelernt hatte, aber da hatte ich mich wohl geirrt. Er war viel verständnisvoller und lieber als alle anderen.

Wie jede Nacht träumte ich vom tödlichen Unfall meiner Eltern.

„Kiia, wach auf,“ rüttelte Lauri mich wach.
„Was?“
„Du hattest einen Alptraum.“
„Ich weiß,“ sagte ich, und machte eine Pause, „Schläfst du bitte bei mir?“

Zu meiner Freude nickte er. Zum ersten Mal war ich in der Nacht nicht mehr alleine. Er nahm mich wieder in die Arme, diesmal gab er mir sogar einen Kuss auf die Stirn. Wahrscheinlich würde mir es Morgen schwer fallen ihn zu verlassen, denn irgendwie kam es mir vor dass ich im Begriff war mich in Lauri zu verlieben. Aber ich glaubte nicht dass es eine Möglichkeit gab in seinen Armen zu bleiben.

Morgens als ich aufwachte, war Lauri schon längst aufgestanden. Ich stand ebenfalls auf und ging zu ihm in die Küche.

„Morgen. Gut geschlafen?“
„Ja danke, besser als auf der Straße bestimmt.“ antwortete ich und goss mir Kaffee ein.
„Wenn du fertig bist gehen wir.“
„Wohin?“
„Dir was anderes zum Anziehen kaufen. Ich kann dich doch nicht immer in den selben Sachen herumlaufen lassen, wenn du bei mir bleibst.“
„Was? Ich kann bei dir bleiben?“
„Glaubst du ich lasse dich jetzt noch gehen? Außerdem fühle ich mich nicht so alleine wenn du da bist.“

Ich glaubte es nicht, jetzt konnte ich bei ihm bleiben.

Beim Einkaufen durfte ich mir aussuchen was ich wollte, Preis spielte für ihn keine Rolle, außerdem gingen wir nur in teure Markengeschäfte wo es sowieso nichts billiges gab. Jetzt hatte ich ein zu Hause, bei einem Typ den ich so gut wie gar nicht kannte und trotzdem fühlte ich mich bei ihm wohl.

Nach dem Einkaufen gingen wir noch auf einen Kaffee, wobei er mir ein bisschen von sich erzählte. Dabei viel mir auf dass er eigentlich sehr oft die Namen, Aki, Eero und Pauli erwähnte. Daraus schloss ich dass es seine Freunde sein mussten.

Froh war ich nur dass ich ihm nichts von mir erzählen musste, denn mein Leben war eine Sache über die ich nicht gerne sprach, zu viele schreckliche Erinnerungen würden wieder hochkommen, wenn ich darüber erzählen würde.

Wochen und Monate vergingen, immer noch wohnte ich bei Lauri. Bei ihm hatte ich das schönste Leben, musste nichts tun, und bekam trotzdem alles was mein Herz begehrte. Geld hatte der Typ ja genug, war ja nicht umsonst Berühmt. Was ich auch erst seit kurzem weiß. Jetzt wusste ich wenigstens was die „The Rasmus“ Plakate bedeuteten.

Am liebsten von Lauris Freunden mochte ich Aki, er war witzig und sah auch noch umwerfend aus. Fast jeden Abend verbrachte ich mit den Jungs in der Szene Helsinkis, traf viele gutaussehende junge Männer. Und trotzdem hatte ich nur Augen für Lauri. Ich glaubte aber nicht daran, dass es bei ihm auch so war.

Lauri hatte ich mein Herz geschenkt, doch er wusste es nicht einmal und ich hatte auch nicht den Mut dazu es ihm zu sagen. Ich konnte ihm meine Liebe nicht gestehen, zu groß war die Angst vor einer Abfuhr.

Diesen Abend verbrachte ich alleine mit Lauri auf seinem Balkon. Wir sahen uns die Nordlichter an. Er stand hinter mir, hielt meine Taille, hatte sein Kinn auf meiner Schulter und wenn er etwas sagte flüsterte er es. Lauri drehte mich zu sich um und küsste mich leidenschaftlich. Mein Herz machte Luftsprünge, so lange hatte ich auf diesen Augenblick gewartet und jetzt hatte ich endlich was ich wollte. Manchmal lohnt sich Geduld eben doch.

Anschließend nahm Lauri meine Hand und zerrte mich mit sich ins Schlafzimmer. Oh welche Freude! Noch nie wollte ich etwas mehr als das was gleich passieren würde.

Er war so gefühlvoll, die ganze Nacht über.

Jede Nacht die wir, ab diesem Tag verbrachten, liebte ich ihn noch mehr. Wir waren aber nicht zusammen. Lauri wollte sich nicht fest binden, im Moment nicht. Solange er nur bei mir war, war mir das aber egal.

Trotzdem würde er bald für 3 Wochen in Mitteleuropa verweilen. Dies war der Nachteil, wenn man einen Musiker liebte.

Am Tag seiner Abreise gab er mir nur einen flüchtigen Kuss und ging dann zur Tür hinaus.

Mir war langweilig, jetzt hatte ich viel zu viel Zeit und keine Freunde die ich besuchen konnte. Die, die ich hatte waren mit Lauri und die anderen die ich an Abenden kennengelernt hatte, waren so dicht, dass sie mich sicher nicht mehr kannten. Also begann ich die Wohnung zu putzen, war gar nicht mal so übel.

Ich ging früh schlafen und stand spät auf, so konnte ich wieder früh schlafen gehen, damit die 3 Wochen schneller vergingen.

2 Wochen hatte ich schon hinter mich gebracht, manchmal rief Lauri an und fragte mich wie es mir ginge. Jedesmal sagte ich ihm, dass ich vor Langeweile fast sterbe und jedesmal musste er wieder lachen. Ich liebte dieses Lachen. Anfangs sagte er nach unseren Gesprächen immer, dass er mich lieb hat, aber mit der Zeit hörte sich das einfach auf.
Ich drehte den Fernseher auf, Nachrichten, langweilig. Umschalten. Auch Nachrichten, weiter schalten. Fernseher abschalten. Telefon klingelt, musste Lauri sein, er rief immer gegen 3 Uhr an.
„JA?!“ sagte ich voller Dynamik.
„Na was machst du gerade?“ fragte Lauri
„Ich habe gewartet bis du anrufst,“ sagte ich wahrheitsgemäß, wieder ein Lachen seiner seihst.
„Du bist süß, weißt du das?“
„Nein, danke,“ stotterte ich, mit allem hätte ich gerechnet nur mit so etwas nicht, um so mehr die Freude.
„Kiia, ich muss dir etwas sagen,“ sagte er dann leise, „Ich,... ich weiß nicht wie ich’s dir sagen soll. Ich habe seit letzer Woche eine Freundin.“

Vor lauter schreck legte ich auf. Gleich darauf klingelte es wieder, ich hob nicht ab, wusste ja dass es Lauri war.

Ich hatte gehofft, dass Lauri der Einzig ist, mit dem ich mein Leben verbringen werden. Er war mein ein und alles, ich konnte mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Was sollte ich jetzt machen? Wieder klingelt das Telefon, diesmal hob ich ab.

„Kiia?“ hörte ich Aki
„Was?“
„Willst du mit mir darüber sprechen?“
„Nein, ich will mit niemandem sprechen!“
„Doch, du wirst. Sobald ich zu Hause bin, reden wir, OK?“
„Ja, von mir aus.“
„Gut, bis dahin, halt die Ohren steif und lass dich nicht unterkriegen. Hab dich lieb.“
„Ich dich auch.“

Nur eben anders als Lauri. Wenn ich Aki lieben würde, wäre alles viel leichter, glaub ich zumindest. Abends legte ich mich ins Bett, es roch nach Lauri, genau wie es überall in der Wohnung nach ihm roch. Was mich ganz verrückt machte. Ich heulte mich in den Schlaf.

Ende der Woche würde er wieder hier sein, ich jedoch nicht. Ich werde vorher dort hingehen wo ich war. Wo er mich weggeholt hat.

Morgens stand ich auf, zog mir die Sachen an, die ich anhatte, als ich hierher kam. Legte die 50 EURO, die immer noch in meiner Manteltasche waren, auf den Tisch und ging außer Haus. Den Schlüssel hatte ich ebenfalls auf den Tisch gelegt. Auf den Straßen Helsinkis war viel los. Ich hatte mein Handwerk nicht verlernt, konnte immer noch gut Sachen entwenden. Was mich sehr freute. So etwas verlernte man sicher nicht so schnell. Morgen werde ich zu Aki gehen, hoffentlich ist Lauri nicht auch dort. Diese Nacht verbrachte ich auf einer Parkbank, wo hätte ich denn sonst schlafen sollen?

Gleich nach dem Aufwachen, machte ich mich auf dem Weg. Um diese Uhrzeit war die Stadt fast noch wie leer gefegt. Kein Wunder, war ja auch Sonntag.

Endlich vor Akis Türe klingelte ich.

„Kiia, ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht,“ sagte Aki und umarmte mich.
„Ich freu mich auch dich zu sehen.“

Er bat mich herein und sagte, dass ich mich aufs Sofa setzten solle. Aki ging in die Küche und kam mit einer heißen Tasse Kaffee wieder. Sofort nahm ich sie und wärmte mir meine Finger, die ganz schön kalt waren. „Jetzt erzähl mal, wo warst du?“
„Da wo er mich her hat. ZU HAUSE!“
„Du nennst die Straße dein zu Hause? Du hast mir doch erzählt dass du sie hasst.“
„Nicht so sehr wie Lauri.“
„Er macht sich große sorgen um dich.“
„Soll er doch.“
„Wieso bist du eigentlich gegangen?“
„Weil ich ihn nicht stören will.“
„Er vermisst dich, ihm wäre lieber wenn du bei ihm geblieben wärst.“
„Aja, da würde seine Freundin sicher anders darüber denken.“
„Wieso?“
„Weil ich schwanger bin.“

OK jetzt war es raus. Jetzt war es offiziell, ich erwarte ein Kind von Lauri Ylönen. Eigentlich hätte ich mich freuen sollen, doch ich konnte nicht. Jetzt war nämlich genau das eingetreten wovor ich mich immer fürchtete. Auf der Straße, heimatlos, mittellos, und schwanger. Was würde wohl aus meinem Kind werden? Vielleicht Schwerverbrecher? Mörder? Oder irgend etwas sonder Gleichen?

„Warum bist du dann gegangen, oder warum hast du’s ihm nicht gesagt. Statt dessen läufst du einfach weg.“
„Ich wollte nicht weglaufen, aber ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich vermisste ihn so sehr dass es mir den Atem raubte. Ich brauche ihn und wenn nicht, warum weine ich dann im Bett und warum ertönt sein Name dann immer in meinem Kopf?“ sagte ich und begann zu weinen.
„Ach Kiia, wenn das so einfach wäre,“ sagte Aki und nahm mich in die Arme.
„Aki, was soll ich wegen dem Baby machen, ich will nicht dass es so endet wie ich.“
„Deine Eltern, die hatten doch sicher ein Sparkonto, oder?“
„Ja, wer hat so etwas nicht?“
„Weißt du die Nummer?“
„Wenn’s die ist die ich glaube, dann schon, warum?“
„Perfekt, du gehst zur Bank, holst die Geld und dann sehen wir weiter.“

An so etwas hatte ich nicht gedacht. Nie wäre mir das eingefallen. Ich gab Aki einen dicken Kuss.

„Du bleibst heute bei mir,“ sagte er schließlich
„Ich wollte aber gerade gehen.“
„Nix da, glaubst du deinem Baby wird’s gut gehen wenn du auf der kalten Straße wohnst?“
„Nein, glaub ich nicht.“ Gleich Morgen würde ich auf die Bank laufen und Geld holen. Hoffentlich hatten meine Eltern genug drauf, damit ich mir eine Wohnung kaufen kann. Eine schöne große für mich und mein Baby. Komisch mittlerweile freute ich mich auf das Kind. Auf mein Kind. Wie das klang mein Kind. Daran könnte ich mich gewöhnen.

Ich schlief auf Aki’s Couch ein, hatte die ganze Nacht gefroren, und somit fast nichts geschlafen.

Ich öffnete die Augen und sah, dass es schon Abend war. Abend, bald konnte ich wieder schlafen gehen, ich war nämlich schon wieder müde, oder noch immer. Aki brachte mir etwas zu Essen. Schmeckte prima. Kochen konnte er, musste ich ihm lassen. Danach sahen wir noch ein wenig fern und gingen anschließend schlafen. Ich durfte bei ihm im Bett schlafen. War urgemütlich und so schön warm. Sofort fielen mir die Augen zu und ich träumte selig. Gleich am Morgen sprintete ich dann zur Bank. Die Nummer stimmte. Der Betrag auf dem Konto stimmte auch, würden sich sogar 2 Häuser damit ausgehen. Ich wusste zwar, dass meine Familie wohlhabend war, aber so reich hatte ich auch nicht gedacht.

Noch am selben Tag half Aki mir eine Wohnung zu suchen, mit Erfolg. Die war aber erst in 4 Monaten beziehbar, bis dahin durften wir beide bei ihm bleiben.

Die Monate brachten wir aber bald um, hatte ja nicht gerade wenig Arzttermine in dieser zeit. Nun lebte ich alleine in dieser schönen warmen Wohnung. In weiteren 4 Monaten würde ich aber meinen kleinen Sohn in den Händen halten können. Konnte es schon kaum mehr erwarten.

Ich wusste eigentlich nicht wie ich dies schaffte, aber einen Freund hatte ich inzwischen auch, Kai. Er war irgendwie der selbe Typ Mann wie Lauri. Nur sein Charakter war besser. Er zog schon nach kurzer Zeit bei mir ein, wollte eben eine schwangere Frau nicht alleine lassen. Ach wie ich diesen Mann liebte.

Aki mochte ihn auch, er hatte übrigens auch eine Freundin, mit der ich mich großartig verstand.

Manchmal erzählte Aki mir was Lauri so machte. Nach seinen Erzählungen nach wechselte Lauri oft seine Freundinnen. Während der letzen 9 Monate hatte er 6 verschiedene. Tolle Leistung Herr Ylönen.

Endlich hatte ich meinen kleinen Mikko. Er war sooooo süß. Braune Haare, grüne Augen. Aki sagte er sähe aus wie sein Vater. Er hatte auch seine Nase und das allein sagte schon viel über meinen Sohn aus.

Kai schloss ihn sofort ins Herz. Er behandelte ihn auch wie seinen eigenen Sohn und das zählte viel für mich.

Mikko war eigentlich kein anspruchsvolles Kind, er war sehr leicht zu handhaben. Schrie fast nie, außer er hatte Hunger.

Genau an seinem 1. Geburtstag lernte er laufen. Sein erstes Wort war Mama. Kai hatte immer gehofft es würde Papa sein, doch ich hatte gewusst dass er zuerst Mama sagen würde. War ja mein Sohn.

Kai war für einigen Tage verreist. Also war ich alleine mit Mikko. Es klingelte an die Tür.

„Lauri? Was willst du?“
„Ich brauch dich, Kiia. Ich liebe dich.“

Hörte ich einen flehenden Unterton in seiner Stimmen? Ja, das tat ich . Lauri litt. Lauri litt sehr sogar. Mir gefiel es, Lauri leiden zu sehen.

„Das glaubte ich auch immer. Aber dem ist nicht so. Ich habe mir nur eingebildet, dass ich dich lieben würde, tat es aber nicht,“ sagte ich und schloss die Tür wieder.

Was hatte ich jetzt getan? Ich wartete immer darauf, dass er irgendwann einmal herausfinden würde wo ich wohnte, und zu mir kam. Und jetzt wo er da war, konnte ich nichts anderes tun als ihm die Tür vor der Nase zu schließen. Mein Gott war ich dumm. Ich riss die Tür wieder auf, doch er war nicht mehr da.

„Lauri!“ schrie ich durchs Treppenhaus, „Komm wieder zu mir. Ich brauch dich doch auch.“

Stille. Nichts. Im ganzen Haus war kein einziger Ton zu hören. Ich lehnte mich an die Wohnungstür und schloss die Augen.

„Wie sehr brauchst du mich?“ hörte ich eine Stimme neben mir.

Ich sah auf und sah direkt in seine Augen. Ich umarmte ihn. Er roch immer noch so gut wie früher, sah immer noch so gut aus. War immer noch der selbe in den ich mich unsterblich verliebt hatte.

Ich sagte ihm dass ich einen Sohn habe, aber nicht dass es seiner war, sagte aber auch nicht dass er Kais war. Kluges Mädchen.

Lauri umschlang meine Taille und küsste mich. Er schob mein Shirt hoch und begann meinen Körper zu liebkosen. Seine Berührungen brannten wie Feuer auf meiner Haut und trotzdem genoss ich es.

Jetzt konnte ich Lauri haben oder ihn so verletzen wie er mich verletze. Ich hatte ihn in meiner Hand, ich hatte sein Herz in meiner Hand, so wie er damals meines. Nur war ich nicht so, dass ich einfach darauf herum trampelte, wie er es tat.

Lauri lag neben mir im Bett und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Er war noch liebevoller als früher.

„Kiia, lass mich nie wieder allein.“
„Nur wenn du mich nicht wieder allein stehen lässt.“
„Ich? Niemals, dafür weiß ich jetzt zu gut, was ich an dir habe.“ sagte er und küsste mich.

Nachdem Lauri gegen Abend Mikko fütterte, ging er. Der Kleine sagte immer nur „Lauli“ zu ihm, was Lauri sehr amüsant fand.

Viele Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum, nachdem er gegangen war. Wie sollte ich das Kai erklären und vor allem wie würde er reagieren? Morgen würde er wieder kommen. Irgendwie musste ich es ihm schonend beibringen. Oder sollte ich einfach drauflosreden und ihm sagen, dass ich Lauri liebe, ihn immer geliebt haben. Seit wir zusammen waren hatte ich immer nur Lauri geliebt. Lauri war für mich die Welt, die Luft zum Atmen. Ich hatte mir geschworen, wenn es nur irgendeine Möglichkeit gäbe wieder in seinen Armen zu liegen würde ich sie nutzen und das hatte ich auch mit dem heutigen Tag getan. Lauri war einfach der richtige für mich, wenn er in meiner nähe war ging es meiner Seele richtig gut, und er würde derjenige sein mit dem ich sterbe.

Irgendwann gegen 24:00 Uhr ging ich dann ins Bett. Kai musste mich ja nicht gerade unausgeschlafen sehen. Natürlich träumte ich von Lauri, wie hätte es denn auch anders sein sollen, nach diesem erlebnisreichen Tag.

Früh am Morgen stand ich, dank meines kleinen Sohnes, auf. Musste ihm etwas zu essen geben, obwohl ich gar nicht aufstehen wollte, aber ich konnte ihn doch nicht verhungern lassen. So machte ich ihm halt schnell einen Grießbrei, zu mehr war ich nicht im Stande. So sehr ich Mikko liebte, fürs aufstehen zu früher Stunde könnte ich ihn erschießen.

Mein erster Gedanke, als ich wirklich voll bei Sinnen war, galt Lauri. Was er wohl gerade machte? Blöde Frage, schlafen natürlich. Welcher normale Mensch musste schon an einem Samstag um 7 Uhr aufstehen? Außer arbeitende und Mütter.

Ich hielt Mikko den Löffel vor den Mund, doch er wollte nicht essen. Na toll, zuerst weckte er mich und dann wollte er nicht.

„Mikko, komm mach den Mund auf.“
„Lauli Mikko füttern.“
„Lauri ist nicht da. Lauri ist im Bett und schläft, im Gegensatz zu uns beiden.“

Dann fing er zu heulen an. Was sollte ich jetzt bloß tun? In solchen Momenten wünschte ich mir, dass Mikko schon in die Schule geht. Was noch mindestens 5 Jahre dauern würde. Ich versprach ihm einfach, dass ich heute noch mit ihm zu Lauri gehen würde, dann hatte ich wenigstens ruhe. Außerdem wollte ich ihn ja auch sehen.

Am späten Nachmittag kam dann Kai. Kaum war er bei der Wohnungstür drinnen, bekam ich ein schlechtes Gewissen, wegen Lauri. Lauri, der Name klang wie Musik in meinen Ohren. Ich schwebte auf Wolke 7 wenn ich nur an ihn dachte.

„Kiia, ich muss dich was Fragen,“ riss Kai mich aus meinen ach so schönen Gedanken.
„Frag.“
„Willst du mich heiraten?“
„Nein,“ sagte ich wie aus der Pistole geschossen.

Was ein großer Fehler war. Hatte ich ihm jetzt das Herz gebrochen? Denke schon.

„Wieso nein?“ fragte er nach einer Weile.
„Weil ich mich in einen anderen Verliebt haben,“ log ich, denn ich liebte ihn ja immer schon.
„Hast du mit ihm...“
„Ja hab ich, ist das so wichtig?“
„Ja, verdammt noch mal. Es ist sogar sehr wichtig, du kleine Schlampe.“

Er schrie, packte meine Arme und schmiss mich auf die Couch. Ich bekam Angst, schreckliche Angst, was wenn er Mikko weh tut? Könnte er das überhaupt?

Ich riss mich los, rannte ins Schlafzimmer, holte einen Koffer und schmiss alle Sachen, die mir unterkamen durcheinander hinein. Dann nahm ich Mikko und lief so schnell wie möglich aus der Wohnung.

„Du wirst wieder kommen, auf Knien wirst du wieder kommen und betteln, dass ich dich wieder nehme.“ schrie Kai mir nach. Schnell weg, einfach nur weg, weg von Kai. Tränen kullerten über meine Wange. Nie hätte ich geglaubt, dass Kai zu so etwas fähig war. Wäre ich nicht gegangen, hätte er mir sicher eine Gescheuert.

Ich lief auf schnellstem Wege zu Lauri. Er würde uns sicher bei ihm Wohnen lassen. Zumindest für eine kurze Zeit. Ich klingelte, klopfte Sturm, bis er endlich verschlafen die Tür öffnete. War ja klar. dass er die ganze Nacht durchmacht.

„Was ist den passiert?“ sagte er mit voller Sorge.
„Ich hab mich mit Kai gestritten.“

Lauri bat mich hinein. Anschließend musste ich ihm alles erzählen. Immer wieder sah er zu Mikko, warum wusste wahrscheinlich nur er.

„Also bist du jetzt frei für mich, oder?“ fragte er mit einem treuen Hundeblick.
„Ich denke schon.“
„Gut, dann kann ich mir ja getrost eine größere Wohnung zulegen. Damit Mikko nicht bei uns im Bett schlafen muss.“

Genau Lauris Wohnung war ja für höchstens 2 Personen. Mikko musste also wirklich bei uns im Bett schlafen. Ich wusste jetzt schon, das dass eine Katastrophe werden würde, denn das Kind schlägt aus.

Später ging ich dann duschen. Ich liebte es, wenn das heiße Wasser über meinen Körper prasselt. Noch lieber spürte ich aber Lauri auf meiner Haut. Als ich aus dem Badezimmer kam, war alles ruhig in der Wohnung. Ich ging ins Schlafzimmer, wo Lauri Arm in Arm mit Mikko lag. Die beiden sahen so süß aus. Würde man von Lauri gar nicht glauben, dass er so gut mit Kindern kann. Trotzdem fragte ich mich was Mikko Lauri wohl erzählt hatte, denn ohne Grund würde Lauri sicher nicht bei ihm schlafen. Auf jedenfall legte ich mich zu den beiden, war ja schließlich auch hundemüde. Ich schloss die Augen und schlief auf der Stelle ein. Lauris Geruch folgte mir bis in den Schlaf. Ich liebte diese Mischung aus Haarspray, Haargel und Zigarettenrauch.

Einige Wochen später zogen wir um. Viel brauchten wir ja nicht mitnehmen, denn die Wohnung war schon komplett eingerichtet, nur das Kinderzimmer mussten wir uns selber kaufen. Die meisten Möbel waren Designer Möbel, also konnte man sich ausrechnen wie viel Geld Lauri dafür ausgab. Aber davon hatte er ja genug.

Ich bekam einen schrecklichen Husten, der nach Wochen immer noch nicht weg war, darum ging ich zu einem Arzt, der eine seltene Lungenkrankheit feststellte. Für die es noch keine Heilungsmöglichkeiten gab. Gleich nachdem ich diese Schreckensnachricht erfuhr ging ich zu Aki. Ihm vertraute ich immer schon alles an, darum sollte er es auch als erster erfahren. Aki hatte mir schon sooft geholfen, nur diesmal konnte mir keiner mehr helfen.

Nun stand ich also vor Akis Tür, nahm mir fest vor nicht zu Heulen, doch als er öffnete konnte ich mir meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

„Was ist denn mit dir los? Ist etwas mit Lauri?“ fragte Aki. „Aki, ich werde sterben.“
„Jeder stirbt mal. Das ist doch kein Grund zum flennen“
„Du verstehst mich nicht. Ich leide an einer seltenen Lungenkrankheit.“
„Kiia,“ sagte er und drückte mich ganz fest an sich, „ Wie lange noch?“
„Wochen, Monate, vielleicht Jahre? Das weiß keiner so genau. Tu mir bitte einen gefallen, sagst nicht Lauri. Ich will nicht dass er es erfährt. Ich möchte ihn im Moment nicht aus seiner heilen Welt reißen, er ist zur Zeit so glücklich.“
„Dann sag ihm wenigstens dass Mikko sein Sohn ist.“

Genau das hatte ich heute auch vor. Aber wie sollte ich nach Hause kommen, Lauri vor die Augen treten und so tun als ob nichts wäre? Ich wollte doch noch erleben wie mein kleiner Mikko mit der Schule anfängt, wollte bei seiner Hochzeit dabei sein. Warum traf es immer mich. Zuerst verlor ich meine Eltern mit 11 und jetzt war ich unheilbar Krank und hatte ein kleines Kind.

Langsam, unendlich langsam schlenderte ich nach Hause, wollte noch meine Gedanken sammeln, alles irgendwo verstauen, damit Lauri mir nichts ansehen konnte.

Ich steckte den Schlüssel ins Schlüsselloch und drehte ihn 2 Mal um.

„Da bist du ja endlich, wir haben dich schon vermißt,“ sagte Lauri als ich das Wohnzimmer betrat.
„Ich war noch bei Aki,“ sagte ich mit einem gequältem lächeln, „Lauri ich muss dir was sagen.“
„Ist es etwas tragisches?“
„Nein, finde ich nicht. Außer du findest es schlimm, dass du Mikko‘s Leiblicher Vater bist.“
„Wirklich ich?“
Lauri freute sich unbeschreiblich über diese Nachricht.

„Glaubst du dass er irgendwann Papa zu mir sagen wird?“

Ich nickte, wahrscheinlich würde ich das nicht mehr miterleben. Halt Kiia, hör auf so zu denken, sonst bemerkt er noch etwas und das wollen wir doch nicht. Lauri küsste mich, drückte mich ganz fest an sich, so dass es weh tat. Ich sah in seine grünen Augen und wollte darin versinken. Ich konnte in seinen Augen ein Verlangen sehen. Er nahm Mikko, legte ihn in sein Bett und zog mich anschließend mit sich in unser Schlafzimmer. Er begann meinen Hals zu liebkosen und zog mich langsam aus. Mit meinen Fingerspitzen malte ich kleine Kreise auf seiner Brust, worauf er laut ein und aus atmete.

Danach kuschelte ich mich ganz fest an ihn, zog seinen Duft ein. Er fuhr mir durchs Haar, was ich sehr genoss.

Mein Gewissen meldete sich zu Wort. Ich flog auf.

„Was ist denn los Schätzchen?“
„Lauri, ich muss dir etwas sagen.“
„Schon wieder?“
„Ja, es ist wichtig. Ich werde bald Sterben. Ich habe eine seltene Lungenkrankheit.“
„Du hast was? Seit wann weißt du dass?“
„Seit heute Morgen.“
„Wieso hast du’s mit nicht früher gesagt. Mein Gott Kiia, ich will dich nicht verlieren, nicht schon wieder. Ich liebe dich doch so sehr.“

Lauri kullerten Tränen über die Wange, so hatte ich ihn noch nie erlebt, er war außer sich. Er musste mich wirklich sehr lieben, wenn er sogar um mich weinte. Ich nahm ihn in die Arme, wo er gleich noch mehr zu heulen begann.

„Wenn du stirbst, will ich auch sterben. Ich will ohne dich nicht leben.“
„Lauri, du kannst doch Miiko nicht alleine lassen. Er braucht dich doch.“
„Und dich auch und ich brauche dich ebenfalls. Kiia ich liebe dich doch so sehr.“

Ich hatte noch nie an einem Tag so oft „Ich liebe dich“ von ihm gehört wie heute. Trotzdem imponierte es mir nicht sonderlich.

Lauri sah mich an, seine Augen waren, vom vielen weinen, total rot.

„Morgen sieht die Welt ganz anders aus, schlaf ein wenig.“
„Wie kann ich schlafen, wenn ich nicht weiß ob du wenn ich aufwache noch lebst?“
„So schnell sterbe ich nicht, dazu geht’s mir doch viel zu gut, oder?“

Er nickte leicht, legte sich dann hin und schlief auch bald darauf ein. Ich schlief in dieser Nacht nicht viel. Lauri wurde auch immer wieder wach und vergewisserte sich ob ich noch am leben war. Jedesmal tat ich so als ob ich schlafen würde, und jedesmal glaubte er es mir.

Als er es das nächste mal Tat, gab ich ihm einen leichten Kuss auf die Wange, worauf er prompt seine weichen Lippen ganz fest auf meine drückte und seine Zunge darauf wartete ihm Einlaß zu gewähren. Wir verfielen in einen langen innigen Kuss. Danach drückte er mich fest an sich, ich spürte wie mein Shirt langsam nass wurde. Noch nie fand ich Lauri so umwerfend süß wie in dieser Nacht. Ich hatte ihn vorher auch noch nie weinen gesehen und schon gar nicht so oft.

Lauri machte es mir noch schwerer als es überhaupt schon war.

Am nächsten Morgen wurde ich spät wach, war bis zum Morgengrauen doch noch einmal tief und fest eingeschlafen. Lauri war schon aufgestanden, wahrscheinlich hatte Mikko ihn geweckt, in solchen Sachen war er nämlich richtig gut, mein kleiner Schatz.

Ich ging in die Küche, wo Lauri bei einer Tasse Kaffee saß, wie mir schien nicht die erste. Als ich den Raum betrat, sah er mich stumm an. Ich konnte seine Blicke richtig spüren, obwohl ich wusste dass er mich ansah, brannten sie wie Feuer auf meiner Haut. Langsam ging ich auf ihn zu, als ich dann neben ihm stand, umarmte er mich und drückte mich ganz fest. Es machte ihm anscheinend mehr aus als mir, dass ich bald meine ewige Ruhe finden würde. Denn mittlerweile dachte ich daran dass ich meine Eltern wieder sehen werde. Ich wusste gar nicht mehr richtig wie sie aussahen, hatte nicht einmal ein Foto von ihnen, hatten sie mir alles im Waisenhaus abgenommen.

Hoffentlich würde Mikko nicht vergessen wie ich aussehe. Lauri würde ihm sicher einige Bilder von mir zeigen. Hoffentlich.

„Ich muss Morgen weg.“ sagte Lauri leise.
„Wohin? Und für wie lange?“
„Eine Woche, nach Asien.“
„Bring mir was mit.“
„Versprich du mir, dass du dann noch da bist.“
„Wo sollte ich denn hingehen? Mach dir um mich keine Sorgen, solange es mir nicht schlecht geht habe ich nicht vor einfach abzudanken.“

Lauri sprach den ganzen Tag über nicht viel, darum war auch die Stimmung eher betrübt. Meistens sah er so aus als würde er jeden Moment zu weinen anfangen. Ich konnte ihn gar nicht ansehen, denn seine Blicke würden mich sicher zum heulen bringen. Lauri tat mir so unendlich leid. Gegen Abend brachte Lauri dann Mikko in sein Bett und sah danach mit mir fern. Er legte sich auf die Couch und ich mich daneben. Es war schön gemütlich neben Lauri zu liegen. Langsam wurde der Fernseher immer leiser und leiser, bis ich ihn dann gar nicht mehr hörte, da ich einschlief.

Als ich am Morgen wach wurde, war Lauri nicht mehr da. Nur ein Zettel lag auf dem Sofatisch, auf dem „Ruf mich an wenn du wach bist“ stand.

Wahrscheinlich würde er sein Handy sowieso aus haben, denn er würde sicher schon im Flugzeug sitzen. Versuchte es aber trotzdem.
Schon nach dem 2. Freizeichen hob er ab.

 

„Na auch endlich wach?“ fragte er.
„Nicht ganz. Sag mal, wo bist du eigentlich im Moment?“
„Flughafen. Flieger hat 20 Minuten Verspätung.“
„Duuu, Lauri, ich vermiss dich jetzt schon ganz toll.“
„Ende der Woche bin ich ja wieder bei euch. Außerdem bin ich ja nicht aus der Welt.“
„Nur am Arsch der Welt.“
„Kiia, ich muss jetzt aufhören. Ich liebe dich.“

Und weg war er. Wenigstens liebt er mich. War auch schon was.

Einen Tag bevor Lauri wieder nach Hause kam, rief mein Arzt an, dass ich sofort kommen solle. Was würde er mir bloss sagen, dass ich in Quarantäne müsste weil es ansteckend war? Ehrlich gesagt wollte ich gar nicht wissen, was er mir erzählen würde und trotzdem war ich neugierig.

Für mich war es eine lange Wartezeit, obwohl gerade mal 10 Minuten vergangen sind. Ich war schon so nervös, so nervös war ich nicht einmal bei Mikkos Geburt. Endlich wurde ich aufgerufen, nahm Mikko an die Hand und ging dort hinein.

Was mir der Arzt dann sagte hätte ich nie gedacht. Er hatte meine Akte mit der einer anderen Patientin vertauscht, ich musste also gar nicht sterben, war Kerngesund. Voller Freude verließ ich die Arztpraxis und ging nach Hause.

Kaum war ich zur der Wohnungstür hinein, klingelte das Telefon. Wie hätte es denn auch anders sein sollen war es Lauri.

„Jetzt hab ich geglaubt du hebst nicht mehr ab.“
„Lauri ich war mit Mikko draußen. Was willst du?“
„Holst du mich Morgen ab?“
„Ja kann ich machen.“
„Nimmst du Mikko auch mit.“
„Ja kann ich auch machen.“
„Du holst mich aber ganz sicher ab?“
„Ja,“ langsam nervte er mich
„Versprochen?“
„JA, verdammt nochmal.“
„Gut um halb 5 Uhr landet mein Flieger.“
„Morgens? Spinnst du.“
„Du hast es mir versprochen.“
„Ja und ich halte meine versprechen, nur willst du das deinem Sohn wirklich antun so früh aufzustehen nur um dich abzuholen?“
„Ja, will ich. Bis Morgen, hab dich lieb,“ und wieder einmal legte er auf Ich hasste es wenn er das machte. Zuerst redet und redet er und dann war er weg. Naja wenigstens sagte er vorher immer wie lieb er mich doch hatte. War ich glücklich ausgerechnet Lauri erwischt zu haben. Er war ein Einzelstück dass nur ich hatte und wahrscheinlich einige Groupies vor mir, aber das war sicher schon länger her. Hoffentlich. Außerdem hatte ich ein Kind von Lauri und das sollte mir mal eine andere nachmachen – hehe.

Am Besten wäre es gewesen, wenn ich gleich nachdem Lauri anrief ins Bett gegangen wäre, denn ich wusste genau, dass ich um 3:30 Uhr nicht aufstehen konnte und so bis 4 Uhr weiter schlief. Trotzdem schaffte ich es irgendwie vor halb 5 am Flughafen zu sein, wie ich dies anstellte wusste ich selber nicht.

Wieder einmal Warten. Das ganze Leben bestand für mich nur aus endlosem Warten. Warten auf den Bus etc. und vor allem warten auf Lauri. Auf den wartete ich aber immer noch am liebsten, von ihm konnte ich mir ja auch einiges erwarten.

Mikko saß auf meinem Schoß, hatte seinen Daumen im Mund und schlief. Bei dem Lärm im Flughafengebäude hätte ich nicht schlafen können, aber Mikko war ja auch nicht ich.

Als ich dann endlich Lauri sah, legte ich Mikko auf die Bank auf der ich saß und lief zu ihm. Lauri schmiss alle Sachen die er in den Händen hatte beiseite, umarmte und küsste mich.

Jetzt erst wusste ich wie sehr ich ihn die Woche über vermißte.

„Hey ihr beiden Turteltauben, passt besser auf euren kleinen Mikko auf,“ sagte Aki, als er neben uns stand und Mikko auf dem Arm hatte.
„Ich dachte du schläfst,“ sagte ich zu Mikko
„Nein, Mikko nicht schlafen.“

Lauri nahm ihn Aki ab und drückte ihn ganz fest an sich, worauf Mikko Lauri einen Kuss auf die Wange gab.

Danach verabschiedeten wir uns und gingen nach Hause. Lauri und ich schwiegen uns während der Heimfahrt nur an. Er schwieg wahrscheinlich aus dem selben Grund wie in letzter Zeit so oft und ich weil ich ihm die freudige Nachricht erst zu Hause im Bett erzählen wollte. Denn ich hatte mir fest vorgenommen mich jetzt dann noch einmal hinzulegen. Wenn ich nur an das Wort Bett dachte wurde ich schläfrig. Mein erster Weg als ich zu Hause war, war ins Schlafzimmer. Mikko war inzwischen wieder eingeschlafen und Lauri brachte ihn ins Bett, danach kam er zu mir.

„Ich hab jeden Tag an dich gedacht,“ sagte er dann leise.
„Ich hab auch oft an dich gedacht.“

Langsam legte er sich ins Bett und starrte die Decke an. Er wirkte schon wieder traurig, so als ob er rund um sich gar nichts wahr nehmen würde. „Wenn ich dich in einer Woche schon so vermisse, wie ist es dann wenn du gar nicht mehr da bist?“ fragte er und drehte seinen Kopf zu mir, „Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen.“
„Lauri, als du gestern angerufen hast, war ich zwar schon mit Mikko draußen aber ich war auch beim Arzt...,“
„Und?“
„Er hat meine Akte mit einer anderen vertauscht. Klartext heißt das, dass ich dir noch einige Jahre erhalten bleiben werden.“

Lauri sprang auf, riss mich zu sich und küsste mich, was er in letzter Zeit ziemlich oft machte. Genau so hatte ich mir seine Reaktion vorgestellt, so und nicht anders. Ich wusste genau dass er nicht normal aufstehen würde, sondern so aufspringen, dass es die, die unter uns wohnten hörten mussten. Leise war Lauri sowieso nie gewesen, was die Nachbarn über uns dachten war ihm immer egal. Ihm war es auch egal mit nur einem Handtuch bekleidet oder nur Shorts auf den Balkon zu gehen.

Auf jedenfall konnte ich jetzt nicht mehr schlafen. Nicht nachdem er mich so fest an sich drückte.

„Wegen dir kann ich jetzt nicht mehr schlafen,“ warf ich ihm vor, „Ich wüsste aber nicht was ich außer schlafen machen sollte.“
„Ich schon.“

Ich gab mir einen leichten Schubs worauf ich rückwärts ins Bett fiel. Lauri beugte sich über mich und küsste mich innig.

Noch bevor es geschehen konnte schrie Mikko nach mir. Immer war es das selbe. Schnell zog ich mir meine Sachen wieder an, die Lauri mir vorher mühevoll auszog und ging zu Mikko.

„Solltest du nicht eigentlich schlafen,“ gut der Satz war irgendwie grammatisch nicht ganz richtig, aber Mikko müsste ihn verstehen.
„Ich will essen.“
„Was willst du?“ fragte Lauri der plötzlich hinter mir stand,
„Ich will bitte essen,“ antwortete Mikko.

Klang irgendwie immer noch nicht höflicher, aber wenigstens hatte er ein bitte drinnen. Und seine kindliche Stimme machte es auch gleich um einiges niedlicher, also gab ich ihm etwas. Füttern musste ihn sowieso Lauri, denn von mir wollte er ja nicht gefüttert werden wenn Lauri da war und wenn er selber einen Löffel in die Hand nahm war alles irgendwo nur nicht in seinem Mund.

Eigentlich waren kleine Kinder anstrengend und doch hätte ich gerne noch mehr. Wenn dann aber nur von Lauri.

Während sich Lauri um Mikko kümmerte setzte ich mich ins Wohnzimmer und sah zum Fenster hinaus. Es war ein verregneter Vormittag, es schüttete wie aus Eimern und es war dunkel wie kurz nach Sonnenaufgang. Also genau das Wetter dass ich liebte. Jetzt liebte ich es, als ich noch kein Dach über dem Kopf hatte hasste ich es.

„Kiia, erinnerst du dich noch an den Tag, als ich mit dir einkaufen ging?“
„War das der Tag nachdem ich dich beklaut hatte?“
„Ja genau den.“
"Und was ist mit dem Tag?“
„Wir hatten uns im Café über alles möglich unterhalten unter anderem auch wie du dir deine Hochzeit vorstellst.“
„Danach hatte ich einen Ring gesehen und gesagt dass ich den als Verlobungsring haben will. 2 Tage später war er dann weg.“
„Du meinst den oder?“ sagte Lauri und hielt mir genau den selben Ring hin.

Der Ring kostete ein Vermögen und nun hielt ihn Lauri in der Hand, nahm die meine und steckte ihn mir an. Ich war so perplex, dass ich nicht einmal begriff, dass das so etwas ähnliches wie ein Heiratsantrag war.

„Woher hast du den?“ fragte ich nach längerer Zeit
„Den hab ich seit du gesagt hast dass er dir gefällt. Ich hab mich nur nie getraut ihn dir zu geben und dann warst du plötzlich weg.“

Ich fiel ihm um den Hals. Er hatte mich schon damals geliebt, nur hatte er es nicht zugegeben. Ich freute mich so sehr, dass ich es nicht einmal in Worte fassen konnte.

Jetzt war ich also verlobt und ich hatte keine Eltern denen ich von meinem Glück erzählen hätte können. Überhaupt hatte ich gar keine Verwandten. So gesehen hatte ich außer Mikko und Lauri niemanden. Machte mir aber eigentlich auch gar nicht viel aus. Mit den beiden war ich aber mehr als glücklich. Ich könnte mir ein Leben ohne Lauri und Mikko gar nicht mehr vorstellen.

Lauri und ich heirateten so schnell es ging. Hochzeitsreise machten wir nach Dubai in ein 5 Sterne Hotel. War zwar sauteuer, aber für Lauri war für unsere Hochzeit nichts teuer genug. Schade fand ich nur dass wir Mikko nicht mitnahmen. Er fehlte mir so sehr, mein kleiner Schatz.

Am Tag an dem wir wieder nach Helsinki zurückflogen fand ich es wirklich schade. Dann musste ich Lauri wieder mit anderen Menschen teilen und so hatte ich ihn für mich ganz alleine. Wäre es doch immer so. So glücklich wie seit unserer Hochzeit war ich schon lange nicht mehr gewesen. Lauri war im Moment mit den anderen Jungs auf Tour. Diese Zeit hasste ich, da ich meistens auf den Tag wartete an dem sie wiederkamen. Und ich Lauri einfach viel zu sehr vermisste.

Das Telefon schellte, so schnell konnte ich gar nicht schauen war Mikko auch schon daran.

„Mami, Telefon,“ sagte er dann zu mir.
„Hallo,“ sagte ich in den Hörer.
„Hi Kiia, hier ist Aki.“
„Aki, was gibt’s?“
„Lauri, er ist einfach umgekippt und mit dem Kopf an eine Tischplatte gestoßen. Er ist nicht bei Bewusstsein. Ihm geht’s nicht so gut.“
„Wo seid ihr?“ fragte ich
„Espoo.“
„Ich komm sofort hin, ja?“

„Gut bis gleicht.“

 

Ich nahm Mikko, zog ihm seine Jacke an und fuhr auf den schnellsten Weg nach Espoo. Die 25 km kamen mir wie 1000 vor. Ich hatte solche Angst um ihn.

 

Was sollte ich machen wenn er stirbt? Dann war ich wieder ganz alleine mit Mikko. Ich brauchte Lauri doch, mehr als er vielleicht dachte.

 

Kaum in Espoo angekommen stürmte ich ins Krankenhaus. Aki erwartete mich schon.

 

„Er ist wach und will dich sehen.“

 

„Wie geht’s ihm?“

 

„Nicht gut. Keiner weiß genau was ihm fehlt.“

 

Ich ließ Mikko bei Aki, da er nicht zu Lauri durfte, weil er noch zu klein war und machte mich auf den Weg zu Lauri.

 

Langsam betrat ich das Zimmer indem er lag.

 

„Lauri?“ fragte ich leise.

 

„Endlich bist du da,“ antwortete Lauri mit einem gequälten lächeln.

 

„Wie geht’s dir?“ fragte ich obwohl ich es bereits von Aki wusste.

 

„Mir geht’s so wie ich aussehe,“ sagte er und schluckte, „ Kiia ich hab angst vorm sterben.“

 

„Wer sagt denn das du stirbst?“

 

„Ich fühle es.“

 

Tränen rannten seine Wangen hinab und vertrockneten auf seinem Kopfpolster. Ich wollte gar nicht weinen doch als er anfing konnte ich meine Tränen auch nicht mehr zurückhalten.

 

„Ich will Mikko sehen,“ sagte er plötzlich.

 

„Er darf nicht zu dir, ich wollte ihn ja mitnehmen.“

 

„Ich will ihn aber sehen verdammt.“

 

„Reg dich nicht so auf, ich sehe was ich machen kann,“ sagte ich und ging.

 

Auf schnellstem Wege ging ich aus dem Zimmer, nahm Aki Mikko weg und lief mit ihm zu Lauri zurück.

 

Zum ersten Mal in seinem Leben nannte Mikko Lauri Papa. Das hatte er sich immer gewünscht und jetzt war es so weit endlich sagte er das eine Wort, das Lauri soviel bedeutete.

 

Am Abend gingen Mikko und ich dann wieder, da es Lauri sichtlich zu viel wurde und Mikko auch müde wurde. Zu Hause ging ich dann mit Mikko ins Bett, schlaf fand ich zwar lange keinen, aber wenigstens war ich nicht alleine.

 

Vormittags brachte ich Mikko zu einer Nachbarin, die auf ihn aufpasste, damit ich zu Lauri fahren konnte.

 

Im Krankenhaus ging ich den schmalen Gang zu Lauris Zimmer entlang. Ich hatte ein komisches Gefühl in der Magengegend, irgend etwas schien nicht zu stimmen.

 

Lauri hatte die Augen geschlossen, als ich zu ihm ins Zimmer kam. Er bemerkte mich nicht einmal. Erst als ich ihm einen Kuss auf die Stirn gab öffnete er langsam die Augen um sie gleich darauf wieder zu schließen und wieder zu öffnen. Er lächelte leicht, nahm meine Hand und drückte sie fest. Ich drückte mit meiner anderen Hand zurück.

 

„Kiia, ich liebe dich,“ sagte er dann und schloss seine Augen.

 

Ein lautes Piepsen drang an mein Ohr. Lauri war tot, gerade eben gestorben, neben mir und ich konnte ihm nicht helfen.

 

Er hatte mir doch versprochen mich nie mehr alleine zu lassen. Ich konnte es ihm aber nicht übel nehmen, er ging doch nicht freiwillig.

 

„Schlaf gut schwarzer Engel,“ sagte ich zu ihm und küsste ihn ein letzes mal.

 

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