Titel: Once Upon a Time

Fsk:  12

Warning: sad, death

 

Once Upon A Time

 

Sari, eine alte Frau, ist gerade dabei mit ihrer 20-jährigen Enkelin Auri, den Speicher aufzuräumen. Sie wusste schon gar nicht mehr, was alles dort oben liegt und so vor sich hin gammelt.

„Oma, ich hab da ein Bild gefunden, mit einem großen Haus, am Land, das etwas romantisches hat“, ruft Auri plötzlich hinter irgendwelchen Schachteln hervor, worauf Sari zu ihr kommt. „Das Bild hat in der Tat etwas Romantisches“, meint sie ohne es richtig zu betrachten. „Glaubst du das es dieses Haus wirklich gab und wenn ja, glaubst du es steht noch?“ „Ja, mein Schatz, das Haus gab es wirklich, ich habe sogar darin gewohnt…früher.“ Die junge Frau ihr gegenüber sah sie mit großen Augen an, „In so einem Haus muss man sich ja wie eine Prinzessin fühlen und in der Umgebung muss man nur glücklich sein.“ Sari schüttelt den Kopf: „Ich war alles andere als Glücklich.“ Es war eine knappe jedoch viel sagende antwort, worauf Auri mehr über das Leben ihrer Großmutter wissen wollte.

„Meine Eltern waren sehr Wohlhabend, wieso weiß ich bis heute nicht, denn wirklich gearbeitet hat mein Vater nicht viel. Dafür starb er recht früh, und dadurch erfuhren wir, dass er einen ganzen Berg Schulden hatte, die er uns hinterließ. Meine Mutter und ich standen vor dem Ruin, was ich leichter verkraftete als sie. Nie war ich davon begeistert in saus und braus zu leben, während andere in meinem Alter Hunger und Notleiden mussten. Zu der Zeit gab es nur Arm und Reich, keinen Mittelstand.

Meine Mutter versprach mich an einen jungen Kaufmann, nur damit sie nicht arbeiten gehen musste. Ich hasste sie dafür, mehr als ich es vorher tat. Wie konnte sie mich mit jemand verloben, wenn ich denjenigen nicht einmal kenne?

Wir zogen zu ihm, in sein Haus auf dem Land, dies war das erste Treffen mit ihm. Er hatte viele Diener und Dienstmädchen und Köche. Das alleine machte ihn mir schon unsympathisch. Ja sicher war das Haus groß, aber wofür braucht man so viele Bedienstete? Ich wusste nicht einmal seinen Namen, geschweige denn wie alt er war, ich wusste nichts über meinen Zukünftigen. Außer dass er wohlhabend war und in diesem Haus lebte.

Er war nicht zu Hause als wir ankamen, zum glück. Ich hatte Angst davor dass er mir gefallen könnte, ich mich in ihn verlieben könnte.

Als er dann kam, viel mir ein Stein vom Herzen, denn er war genau so einer mit dem ich mich nie einlassen wollte. Er war eingebildet, war nicht gerade umwerfend schön, wovon er jedoch das Gegenteil behauptete. Außerdem behandelte er seine Bediensteten nicht sonderlich gut, erteilte ihnen Peitschenschläge wenn sie etwas nicht genau so verrichteten wie er es verlangte. Ich sah beim ersten Anblick, dass er der reinste Tyrann war, und ich bei ihm nicht sonderlich viel zu lachen haben werde.

Wochen vergingen, der Alltag hatte mich eingeholt. Er, dessen Name Juho war, war oft nicht zu Hause, und meine Mutter war sein ständiger Begleiter. Es hatte den Anschein nach, dass sie mehr als nur seine Begleiterin war, aber das war mir egal.

Der Tag an dem die Hochzeit stattfand, ein Tag der für viele Frauen der glücklichste Tag ihres Lebens ist, doch für mich war dieser Tag ein einziger Alptraum. Ich wollte Juho nicht heiraten, diesen Märtyrer. Ich hasste ihn aus tiefstem Herzen, nie hätte ich gedacht dass ich einmal jemanden so hassen könnte wie ihn. Er liebte mich wahrscheinlich genauso wenig wie ich ihn. Ich wollte geliebt werden, liebe geben, einmal in meinem Leben diese innere Wärme spüren, die man nur spürt wenn man verliebt ist. Liebe, war zu dem Zeitpunkt für mich nur ein Wort aus fünf Buchstaben, ein Wort, dass keinerlei Bedeutung hatte. Der Satz „Ich liebe dich“ war für mich einfach nur eine Farce, die man zwar sagte jedoch nicht ernst meint…

Bis Juho einen Sklaven mit nach Hause brachte. Sklavenhandel war strengstens verboten, doch an verbotet hielt Juho sich nicht.

Ich sah dem Sklaven tief in seine Augen und alles war ich darin sah war hass und Pein. Ich möchte wissen, was mit ihm geschehen ist, wie er in die Fänge eines Sklavenhändlers kam und wie er wohl heißen mag. Am liebsten würde ich alles von ihm wissen wollen.

Als ich ihn fragte wie sein Name lautet, bekam ich keine Antwort, aber ich verstand, würde es an seiner Stelle auch nicht sagen.

Juho hat sicher etwas mit ihm vor, anders kann ich mir nicht vorstellen, dass er einen Sklaven von einem Sklavenhändler rettet. Das passte nicht zu ihm, seiner Art, außerdem verriet mir sein Blick, dass es etwas anderes war.

Als Juho den Raum verließ, ordnete ich an, dass man für ihn Wasser einlassen solle, und ihm neue Kleider geben, denn das war in diesem Moment alles was er brauchte. Für mich sind alle Bediensteten Menschen, für Juho nur Abschaum den man herumkommandiert und wenn einem etwas an ihnen nicht passt einfach auf sie einprügeln konnte. Auch der Sklave der recht aufmüpfig wirkte, war nur ein Mensch für mich, der in seinem Leben viele Tiefschläge erlitten hatte, nicht mehr und nicht weniger.

Dennoch faszinierte er mich mit seiner Art, seinem Auftreten und seine Augen, die voller hass glänzten faszinierten mich ebenso.

Er hatte etwas Geheimnisvolles. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass ich aufpassen muss um mich nicht in ihn zu verlieben, aber es gelang mir nicht. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich ihm bei der Arbeit zusah, ihn schon fast anhimmelte. Unbedingt musste ich seinen Namen erfahren, also fragte ich die Köchin.

Sie war nett, mit ihr verstand ich mich auf Anhieb, sie wusste dass ich mir dieses Leben nicht ausgesucht habe, sondern es mir aufgezwungen wurde und sie wusste dass ich dieses Leben hasste, Juho hasste.

„Saana, weißt du wie der neue heißt“, wollte ich wissen. „Lauri, glaub ich heißt er“, war ihre Antwort. Lauri also. Lauri, klingt wie Musik in meinen Ohren. Ich konnte diesen Namen einfach nicht oft genug hören, so schön fand ich ihn.

Wahrscheinlich denkt er, dass ich mir dieses Leben selber ausgesucht habe, was ich aber nicht tat, nie hätte wollen. Aber Frauen galten in diesem Teil der Geschichte nun wirklich nichts, sie hatten keine Rechte, sondern nur Pflichten, darum musste ich Juho nehmen, gegen meine Willen.

Juho und meine Mutter, sind fast nie zu Hause, nicht dass ich jetzt traurig darüber gewesen wäre, aber es viel mir halt auf. Meine Mutter bedeutete mir nichts und Juho bedeutete mir noch weniger. Was sollte ich denn auch für einen Mann empfinden den ich heiraten sollte, obwohl ich genau wusste, dass sich für ihn nie mein Herz erweichen wird und dasselbe gilt auch für ihn.

Wie es das Schicksal so wollte, gebar ich 10 Monate nach meiner Hochzeit ein kleines Mädchen. Ein Mädchen, „nur“ ein Mädchen. Juho hielt es mir vor, andauernd und genau das machte meine Liebe zu dem Kind stark. Als ich die Kleine noch nicht hatte, hatte ich Angst, dass ich sie nicht lieben könnte, doch ich tat es, aus dem einen Grund weil Juho es nicht konnte. Ich gab ihr den Namen Henna. Er passte einfach zu ihr, zu meinem kleinen Mädchen.

Ich wünschte mir, dass es ihr einmal besser ergehe als mir, an mir sollte dies auf jedenfall nicht scheitern. Aber an Juho.

Als Henna das 3. Lebensjahr erreichte, begann Juho sie immer zu schlagen, mit oder ohne Grund. Grund konnte man das nicht nennen, sie brauchte nur einen Laut von sich geben schlug er sie.

Und ich konnte nichts dagegen tun. Ich war völlig hilflos, denn sobald ich ihr helfen wollte schlug er auch mich. Mein Hass gegen Juho wurde immer größer und mein Selbsthass ebenfalls.

Bis ich irgendwann keine Kraft mehr hatte und mich vom der Brüstung der Veranda stürzen wollte.

„Ich würde das an Ihrer Stelle nicht tun,“ hörte ich eine Stimme hinter mir, als ich mich umdrehte, sah ich dass diese zu Lauri gehörte. Das war das erste Mal dass ich ihn sprechen hörte. „Sie haben sich dieses Leben doch selber ausgesucht, also sind sie selber an diesem Desaster Schuld. Wären Sie diese Liaison mit ihm nicht eingegangen, hätten Sie sich viel erspart, aber was tut man heutzutage nicht alles für Geld?“

„Glaubst du wirklich ich hätte mir mein weiteres Leben so vorgestellt? Glaubst du ich wollte so einen Märtyrer wie Juho heiraten, ein Kind von ihm bekommen und das alles wegen des Geldes wegen? Nein, nicht wirklich, ich hasse dieses Leben, meine Mutter wollte es so...und da ich „nur“ eine Frau bin und nichts zu sagen habe, muss ich gehorchen. Ich musste immer ein braves Mädchen sein, das wollte mein Vater auf dem Sterbebett so. Er wollte dass ich meiner Mutter immer brav folge, egal was sie vorhat und ich tat es. Und nur deshalb bin ich mit ihm verheiratet, obwohl ich irgendwann mal die große einzig wahre Liebe erfahren wollte und ich es jetzt nicht mehr kann, weil meine Mutter mir mit dieser Heirat mein ganzes Leben verdarb, ihm denn Sinn nahm. Es gibt nichts auf dieser Welt wofür es sich zu Leben lohnt, für mich jedenfalls nicht.“

„Also ist Ihnen Ihre Tochter auch völlig gleichgültig. Wenigstens für Sie könnten Sie Ihr Leben fortsetzen, für sie da sein, ihr die Liebe geben, die sie von keinem anderen erhält, außer wie ich immer dachte von Ihnen selbst. Ich dachte immer sie sind der einzige Mensch dem wirklich etwas an Henna liegt. Aber da habe ich mich wohl geirrt. Dabei ist sie das liebste Kind dass ich kenne...“ Er kannte meine kleine Tochter?

„Woher weißt du wie sie ist,“ wollte ich wissen. „Henna ist oft bei mir, wenn sie traurig ist, oder er sie wieder geschlagen hat...“ Sie vertraut ihm mehr wie mir. Mein Kind vertraut einem Sklaven mehr wie mir? „Sie vertraut dir,“ sprach ich ganz leise. „Ja...aber nicht so sehr wie Ihnen, Sie liebt sie...und ich bin für die Kleine der Vaterersatz, oder der große Bruder.“

Langsam stieg ich von der Brüstung und viel ihm in die Arme. Er verstand mein Kind. Lauri wusste was in ihr vorging, wusste was in mir vorging. Wahrscheinlich beobachtete er mich genauso wie ich ihn.

to be continued...

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