Titel: One and Only
Fsk: 18
Warnung: depri, sad, death, lemon

One and Only

Wieder einmal ist mir langweilig. Wieder muss ich an dich denken, an die Zeit die wir zusammen verbracht haben, bevor du Karriere machtest und mich ganz alleine in Helsinki zurück liest. Du hast genau gewusst, dass ich es ohne dich hier nicht aushalte, das hab ich dir oft genug gesagt, aber du bist einfach gegangen ohne mir ein Wort zu sagen. Und so etwas wie du nennt sich bester Freund. Du warst immer schon egoistisch und ich glaube auch nicht dass du dich in den 8 Jahren, die wir uns jetzt nicht gesehen haben geändert hast. Und selbst in den 8 Jahren habe ich nur einmal eine SMS von dir erhalten, in der nur stand dass es dir Leid tut.

Vielleicht wärst du nicht gegangen, hätte ich dir damals gesagt wie es um mein Herz bestellt ist.

Na ja, jetzt bin ich eben 24, allein stehend, und fange grade mit meiner Ausbildung als Polizistin an, obwohl du immer gesagt hast, dass du deine beste Freundin nicht durch irgendwelche geisteskranke Typen, die wie wild mit ihren Knarren herumballern, verlieren willst. Deswegen mache ich es ja, nur um dir zu zeigen, dass ich nie das tue was du mir sagst oder sagtest.

Jetzt muss ich mich aber fertig machen, sonst kriegt Helena noch einen Anfall, wenn ich wieder zu spät bei ihr bin, was in letzter Zeit öfter vorgekommen ist.

Immer will sie, dass ich mit ihr ausgehe, obwohl ich lieber zu Hause sitze und über alles nachdenke, besonders gerne denke ich an dich.

Irgendwann stehe ich dann vor unserem Lieblingsclub, und warte ausnahmsweise mal auf Helena, die sich aber heute ganz schön viel Zeit lässt. Als es mir dann zu blöd wird auf sie zu warten und ich außerdem dringend auf die Toilette muss, beschließe ich einfach hinein zu gehen. Der Club war natürlich wieder zum bersten gefüllt, wäre komisch gewesen, wenn’s anders wäre.

Auf dem Weg zur Toilette, gehe ich noch schnell beim Zigarettenautomaten vorbei und lasse mir schnell 2 Päckchen heraus.

„Geht’s schneller, ich habe nicht sehr viel Zeit, meine Freundin wartet auf mich, und die ist sehr ungeduldig“, kommt es hinter mir. Genervt drehe ich mich um und sehe in deine grünen Augen und wieder einmal könnte ich auf der stelle darin versinken. Gegenseitig starren wir uns an, es herrscht eisige stille zwischen uns.

„Miia? .“ „Hei Lauri, “ sage ich etwas zaghaft. „Äh, …wow, auf den ersten Blick hätte ich dich jetzt gar nicht erkannt.“ „Ich würde dich von Tausenden anderen erkennen, denn nur du hast mich alleine gelassen und nur dir werde ich das nie verzeihen.“

Habe ich das jetzt wirklich zu dir gesagt? Nach deinem Gesicht nach zu beurteilen, ja. Wow, da sehe ich dich seit 8 Jahren das erste Mal wieder, und sage dir gleich was Sache ist.

„Miia, gib mir mal dein Handy“, sagst du dann plötzlich und ich bin so blöd und gebe es dir auch noch. „Ruf mich morgen an, ja?“ Kommt es von dir und weg bist du. Das war jetzt seltsam, wohin bist du gegangen? Hast du vorhin etwas von Freundin gesagt? Ich glaube dass du so etwas in der Art erwähnt hast.

Wieso bin ich nur so blöd und gebe ausgerechnet dir mein Handy? Wenn ich jetzt wieder mit dir rede wie früher wirst du mich am Ende sowieso wieder alleine lassen und dann bin ich wieder am Boden zerstört. Außerdem wird deine Tussi sicher nicht davon begeistert sein, wenn du mit anderen Frauen Handynummern austauschst. Denn so wie diese Barbiepuppe aussieht denkt sie sicher, dass du nur ihr gehörst. Wundert mich, dass sie dir noch kein Halsband umgelegt hat oder dich gar in einem Zwinger hält. Was reg ich mich eigentlich auf? Ist ja nicht mein Leben, sondern deines, du musst mir dieser Tusse vögeln und nicht ich. Und doch stimmt mich die Tatsache etwas traurig, denn die Tatsache, dass du eine Freundin hast macht dich für mich noch unerreichbarer.

Reiß dich zusammen Miia. Hier vor all den Leuten heulen, wer will schon in einem Club schwäche zeigen? Außerdem, bist du überhaupt noch eine Träne wert? Nein, nicht mehr, ich habe Wochen und sogar Monate um dich geheult, jetzt habe ich einfach keine Kraft mehr. Ich bin es Leid auf dich zu warten. Und trotz allem bahnt sich eine einzelne Träne ihren Weg über meine Wange.

Bevor ich noch mehr zu heulen anfange, gehe ich lieber nach Hause, wo ich mich einfach ins Bett lege und drauf los heule. Ich kann es einfach nicht zurückhalten, obwohl ich nicht will, ich kann einfach nicht anders. Irgendwann habe ich mich dann in den Schlaf geheult.

Am Morgen wache ich mit starken Kopf- und Augenschmerzen auf, und das erste an das ich denke bist du. Soll ich dich jetzt anrufen? Nein, ich laufe dir nicht mehr hinterher. Ich bin 24 und brauche dich nicht mehr. Doch sagt mir meine innere Stimme, dass ich dich mehr den je brauche, jetzt wo du wieder da bist.

Den ganzen Tag verbringe ich in meiner Wohnung, mit Fernsehen oder schlafen, da ich einfach zu kaputt bin um mich unter die Menschenmengen, die in den Einkaufszentren sind, mische. Normalerweise bin ich samstags immer einkaufen, doch das von gestern muss ich erst einmal verdauen. 

Es klingelt. Wer besucht mich heute und vor allem um diese Zeit? Es ist gerade mal Mittag. Und ich will keinen Besuch. Ich rapple mich auf und öffne die Türe. „Sag mal warum rufst du mich eigentlich nicht an?“ Kommt es von dir in vorwurfsvollem Ton. „Was willst du? Und warum soll ich dich anrufen wo, du mich doch auch nie angerufen hast?“ „Ich bin hier weil, ich dich ein paar Jahre nicht gesehen habe und ich dich außerdem fürchterlich vermisst habe, meine Pikkuhiiri.“

Ja schleimen konntest du immer schon besser als ich, wenn du etwas haben wolltest. „Lauri, es waren nicht nur „ein paar Jahre“ es waren 8 um genau zu sein und du hättest mich ja zumindest jeden Monat einmal anrufen können. Aber nein ich bekomme von dir nur eine mickrige SMS auf die ich leicht hätte verzichten können. Ist dir vielleicht einmal in den Sinn gekommen, dass ich mir Sorgen um dich machen könnte, oder hast du die ganze Zeit nur an dich gedacht, arroganter Schnösel!“

Und wieder beginne ich zu heulen, wieder einmal bist du der Grund dafür. Du wischst mir die Tränen aus dem Gesicht und nimmst mich in den Arm worauf ich nicht gefasst war.

„Miia, du ziehst dir jetzt was anderes an und dann machen wir beide einen langen Spaziergang durch Helsinki und danach lade ich dich zum Essen ein.“ „Aber….“ „Kein Aber, du machst was ich dir sage und aus.“ Ja das ist wie früher, du sagst und ich mache. Wie vertraut mir das alles war und doch ist es anders. Du bist anders. Du hast dich verändert und das nicht nur äußerlich. Irgendwie bist du liebevoller und vor allem nicht mehr so egoistisch wie früher. Und doch bist du irgendwie noch der durchgeknallte Typ in den ich mich vor 10 Jahren verliebt habe. Mit dem ich mich einfach auf eine Parkbank gesetzt habe und mit dem ich einfach nur so zum Spaß rumgemacht habe. Na ja eigentlich war es sicher nur für dich Spaß, für mich war es zum Ende hin jedenfalls Ernst.

„Sag mal Miia, was macht eigentlich die Liebe?“ fragt Lauri mich am Abend beim Essen. „Weißt du mein Leben verlief nicht gerade so wie deines. Ich habe keinen Ken gefunden, so wie du deine Barbie. In den letzten 8 Jahren hatte ich gerade mal 3 Freunde, wobei meine längste Beziehung 3 Monate dauerte.“

Ja und daran trägst auch du die Schuld, ich kann mich durch dich nicht länger binden, ziehe lieber den Schlussstrich, bevor mir jemand das Herz bricht, noch einmal.

In den nächsten Wochen trafen wir zwei uns dann immer öfter, wobei es immer so spät wurde, dass ich immer bei dir übernacht blieb, wie wir es früher auch immer getan haben.

An einem Tag stehst du plötzlich vor meiner Tür und sagst, dass du nach Japan fliegst. Japan, ist das nicht am Ende der Welt? Geografie war noch nie meine Stärke, in dem Fach wäre ich beinahe durchgefallen und dann hab ich angefangen bei dir abzuschreiben.

„Du rufst aber an, oder?“ frage ich dich etwas traurig. „Komm mit zum Flughafen, ich will mich nämlich nicht hier von dir verabschieden, sondern erst wenn wirklich gleich darauf der Flieger kommt. Ich bezahl auch dein Taxi.“ Wieder einmal stimme ich dir zu, außerdem bezahlst du mein Taxi, da muss ich wohl ja sagen.

Am Flughafen treffen wir, dann die anderen 3, die mich natürlich sofort in den Arm nehmen, da sie mich ja auch schon lange nicht mehr gesehen haben. Am meisten nervt mich, dass man von wirklich jedem Menschen, den man länger nicht gesehen hat umarmt wird und ich hasse Umarmungen. Irgendwann zerrst du mich von den anderen weg und stellst dich mit mir etwas abseits. Kommt es mir nur so vor oder wirkst du nervös? So hab ich dich ja noch nie erlebt, so angespannt und doch irgendwie geil. Geil, warst du eigentlich schon immer wenn, ich länger darüber nachdenke.

„Kennst du das noch?“ fragst du mich und holst etwas aus deiner Tasche. Es ist ein silberner Ring, mit irgendwelchen komischen Symbolen darauf. Ich weiß zwar, dass ich auch so einen habe, hab aber keine Ahnung wo der sein soll. „Du hast den noch?“ frage ich ihn etwas unglaubwürdig. „Sicher, den hab ich überall mit, ist doch ein Erinnerungsstück an unsere gemeinsame Kindheit und an unsere Freundschaft. Aber so wie ich dich kenne hast du deinen schon verloren. Hier nimm meinen, damit du an mich denkst wenn, ich jetzt so lange nicht hier bin.“ Du drückst ihn mir ihn die Hand und lächelst mich liebevoll an. Einen Moment lang versinke ich wieder einmal in deinen grünen Augen, du kannst dich nicht mehr beherrschen beugst dich zu mir rüber und küsst mich sanft auf die Lippen. Im ersten Moment bin ich komplett perplex, doch dann erwidere ich deinen Kuss. Als deine Zunge um einlass bittet zögere ich nicht lange und gewähre ihn dir. Wir liegen uns in den Armen und versinken in unseren ersten Kuss der Liebe.

Nicht einmal als dein Flug aufgerufen wurde, denkst du daran von mir zu lassen.

Erst als Eero dir auf die Schultern tippt, beginnst du dich langsam von mir zu lösen. „Ich ruf dich ganz bestimm an, “ sagst du und gibst mir erneut einen Kuss, bevor du gehst.

Voll mit Glücksgefühlen verlasse ich das große Flughafengebäude, in dem du gerade verschwunden bist. Ich habe dich gerade geküsst. Nein besser noch, du has mich geküsst. Für solche Momente im Leben, bräuchte man fast eine beste Freundin, mit der man über so etwas reden kann. Nur so etwas besitze ich nicht, also nicht mehr, seit sie es nicht ertragen konnte, dass ich mehr mit den Jungs unternommen habe als mit ihr. Ich habe nur Helena, die nur eine Arbeitskollegin ist mit der ich öfter etwas unternehme, aber über solche Sachen, wie mein Liebesleben würde ich nie mit ihr sprechen. Außerdem würde sie mir sowieso nicht glauben das Lauri mich geküsst hat. Sie glaubt mir ja nicht einmal, dass er mein bester Freund war, oder ist, oder vielleicht doch mehr? Verdammt. Gefühlschaos. Am liebsten würde ich es der ganzen Welt erzählen, so glücklich bin ich im Moment.

Als ich dann endlich zu Hause bin, lasse ich mir ein heißes Bad ein und frage mich wirklich ernsthaft, wem ich von meinem heutigen Tag erzählen könnte. Meinen Eltern sicher nicht, denn erstens wohnen die in Norwegen und zweitens haben die seit Lauri und ich in die Pubertät kamen etwas gegen unsere Freundschaft. Dann sind sie zu meinem Glück weggezogen und ich durfte bei meinen Großeltern bleiben. Denen kann ich’s ja erzählen.

Ich springe aus der Wanne, trockne mich ab und hüpfe in meine Kleidung. Danach mache ich mich schnell auf den Weg zu meinen Großeltern, die gerade mal 3 Häuserblocks weiter wohnen, wo ich dann sturmläute, bis meine Oma aufmacht. „Sag mal Kleines, geht’s dir noch gut?“ fragt sie mich. „Ich hab, …nein er hat mich geküsst, “ platzt es überglücklich aus mir heraus. „Na endlich, Miia von wem sprichst du eigentlich?“ „Lauri.“ „Musste doch irgendwann kommen, gefunkt hat’s bei euch beiden vor Jahren schon. Aber pass auf dass deine Eltern nicht Wind davon bekommen.“

Ich würde es wirklich jedem erzählen nur meinen Eltern nicht, ich glaube die kämen extra von Bodø nach Helsinki nur um mich zu erwürgen.

Am Abend mache ich mich dann, nach einer längeren Unterhaltung mit meiner Großmutter, auf nach Hause. Wo ich mich dann gleich ins Bett lege, da ich morgen Frühdienst habe. Vor lauter Glücksgefühle schlafe ich gleich ein.

Irgendwann höre ich ein Geräusch. Klingt nach meinem Handy. Es ist mein Handy. Es ist gerade mal 3 Uhr. Welcher Idiot ruft um diese Zeit an?

„Miia, wer dort?“ frage ich total verschlafen. „Ich vermisse dich.“ Mit einem Schlag bin ich hellwach, als ich deine Stimme höre. „Ich hab doch gesagt, dass ich dich anrufe. Sag mal, hab ich dich geweckt?“ „Ja hast du, aber ist nicht schlimm, muss sowieso früh raus.“ „Frühdienst?“ „Mhm.“ „Dann ruf ich dich morgen wieder an, wenn du wach bist. Hab dich lieb.“

Und aufgelegt. Hoffentlich hast du morgen auch Zeit, dass du mich anrufst.

Die Zeit die ich in der Arbeit verbringe vergeht relativ schnell. Nur noch eine Stunde, dann kann ich nach Hause gehen. „Miia, gehen wir heute einen drauf machen?“ fragt mich Helena. Was wäre ein Tag an dem sie mich nicht fragen würde? „Nein, geht leider nicht. Ich erwarte einen wichtigen Anruf.“ „Von deinem Freund?“ Mann, wie kann man nur so neugierig sein. „Nein, von einem Freund.“ Mehr kann ich nicht sagen, was wenn es nur bei dem einen Kuss bleibt und ich jedem erzähle, dass du mein Freund bist?

Du rufst fast jeden Tag an, was sich sicher total auf deine Handyrechnung auswirken wird, aber das kann mir ja egal sein. Mit jedem deiner Anrufe und jedem Atemzug beginne ich dich mehr und mehr zu lieben.

Wieder einmal hatte ich, wie schon oft in letzter Zeit Nachtdienst, und komme grade nach Hause. Ich sehne mich schon nach meinem Bett. Als ich mich gerade fürs Bett fertig gemacht habe klingelt es an die Tür. Eigentlich kommt mir immer etwas dazwischen, wenn ich gerade ins Bett gehen will. „Hei Pikkuhiiri, “ kommt es von der anderen Seite, nachdem ich öffnete. „Lauri, komm rein, mach die Tür zu und gute Nacht.“ Na eigentlich sollte ich mich freuen dich zu sehen, aber das mache ich später wenn, ich nicht gleich einschlafe. „Komm wohl gerade ungelegen, oder?“ „Wenn du müde bist, dich zu mir ins Bett legen willst und schläfst oder einfach nur die Klappe hältst, bist du jetzt bei mir genau richtig.“ sage ich und gehe ins Bett. Zu meinem eigenen Erstaunen schlafe ich sofort ein, sonst brauche ich mindestens immer eine Stunde zum Einschlafen.

Als ich aufwache sehe ich in 2 grüne Augen. „Wie ein Engel“, sagst du. „Hör auf du machst mich ganz verlegen, “ sage ich und werde auf der Stelle knall rot im Gesicht. „Also, ich finde dich süß, wenn du rot wirst.“

So viele Komplimente auf einmal machen mich ganz nervös, ist etwas ungewohnt. Du kommst mit deinem Gesicht immer näher zu meinem und beginnst mich zu küssen. Ich schwebe auf Wolke 7. Als mir unter der Decke zu heiß wird setze ich mich auf. Worauf du dich ebenfalls aufsetzt und beginnst meinen Nacken zu küssen. Du fährst mit deinen Händen unter mein kurzes Seidennachthemd, worauf ich leicht aufstöhne. Erst als ich mich zu dir umdrehe, bemerke ich, dass du nur Boxershorts trägt. Ich hatte ganz vergessen, was du für einen geilen Körper hast. Du lächelst mich an ziehst mich zu dir und küsst mich. Ich setzte mich auf deinen Schoß, du beginnst meine Träger abzustreifen und küsst meine Schultern. Du drückst mich zurück aufs Bett und legst dich auf mich, wobei wir uns wild und innig küssen. Wir schlafen miteinander und es war total romantisch.

Ich liege mit meinem Kopf an deiner Brust und lausche deinem Herzschlag. „Kannst du haben, wenn du willst“, sagst du zu mir. „Was?“ „Mein Herz, ich schenk es dir.“ „Aber... “ „Ich hätt’s dir schon vor Jahren geben sollen, denn nur bei dir ist es am sichersten. Außerdem war es sowieso all die Jahre bei dir.“

Jetzt hab ich deine romantische Ader entdeckt. Ich wusste bis vor gerade eben nicht, dass du so etwas überhaupt besitzt. Du ist einfach noch geiler, wenn du so bist wie jetzt.

„Morgen, musst du da arbeiten?“ „Ich nein, hab seit genau 10 Stunden Urlaub.“ „Dann gehen wir morgen shoppen.“ Du weißt immer noch wie gerne ich an Samstagen einkaufen gehe.

Jetzt schläfst du neben mir ein, wobei ich dich betrachte. Wie sich deine Nasenflügel und dein Brustkorb synchron heben und senken.

Deine Lieder flattern unruhig im Halbschlaf und heben sich sanft wie Vogelschwingen. Als du mich erblickst, ziehst du mich mit einem Seufzer des Wohlbefindens an dich, wo ich mich an dich schmiege und meinen Kopf an deine Brust bette und deinen Geruch einatme. Du berührst sanft mein Haar, das sich in dunklen Locken über meinen nackten Rücken legt, hebst mein Gesicht dem deinen entgegen und küsst mich sanft. Als sich deine Lippen wieder von den meinen lösen, ziert ein Lächeln mein Gesicht. Nachdenklich siehst du mich mit deinen grünen verschleierten Augen an und streichst mir eine Strähne aus dem Gesicht.

Am nächsten Morgen weckst du mich mit einem Kuss. „Können wir nicht zu Hause, im Bett bleiben und kuscheln“, frage ich dich, da ich total müde bin und ich gar keine Lust zum Aufstehen verspüre. „Theoretisch könnten wir schon, aber das hätte ich erst für Morgen, übermorgen, nach übermorgen und die restlichen Tage geplant.“ Ich tue dir den Gefallen und stehe auf. Danach ziehe ich mir etwas an und gehe mit dir vor die Tür, wo wir in den ersten Bus einsteigen. „Sag mal, was willst du eigentlich kaufen?“ frage ich dich. „Du hast in deiner Wohnung kein Grünzeug und das stört mich gewaltig, darum fahren wir zwei zum IKEA und kaufen dir zumindest eine Yucca-Palme.“ Einfacher Grund warum ich keine Pflanzen halte ist: die Dinger verwelken, da ich immer vergesse das die Wasser brauchen. Aber wenn er unbedingt welche braucht, soll er sich darum kümmern. „So Prinzessin, gleich zum Urwald oder willst du noch durchschauen?“ fragst du mich, als wir vor dem Kinderparadies stehen. „Durchschauen im Schnelldurchlauf.“ Ich hasse IKEA, die bescheuerten Namen von den ganzen Möbeln machen mich einfach nur krank. Also laufen wir wirklich nur schnell durch, bis ich in der Bettenabteilung vor einem Stockbett stehen bleibe und zu kichern beginne. Worauf du mich etwas verwirrt anstarrst, worauf ich nur auf den Namen des Bettes zeigte, der da heißt GUTVIK. „Glaubst du eigentlich, dass der Name zum Bett passt?“ frag ich dann. „Hm, das erfahren wir nur wenn wir’s ausprobieren.“ Du schaust kurz links und rechts und gibt mir dann einen leichten Schubs, damit ich ins Bett falle. Eigentlich wundert es mich, dass während der Zeit, in der wir beschäftigt sind niemand kommt. Wahrscheinlich liegt dies daran dass sich GUTVIK im hintersten Winkel des Möbelhauses befindet.

Zu Hause beschwerst du dich dann laufend, dass ihm von dem blöden Bett alles weh tut.

Wochen später, kehrt wieder Alltag in unser Leben ein. Du gondelst irgendwo in der Weltgeschichte umher und ich mache das was ich sonst auch so mache, warte bis irgendjemand in Helsinki eine Dummheit macht. Nur leider passiert das in letzter Zeit nicht sehr oft, darum will ich auch morgens fast nie aus dem Bett steigen. So stehe ich jeden Morgen schlechtgelaunt auf, mit meinen Gedanken meist bei dir.

So sitze ich eben wieder einmal auf dem Polizeipräsidium und langweile mich zu Tode wie schon die letzten zwei Wochen auch. Ich habe keine Ahnung was in letzter Zeit eigentlich mit mir los ist, nicht nur dass ich mich ständig langweile, ich habe auch keine Lust etwas dagegen zu tun und andauernd bin ich schrecklich müde. Außerdem habe ich seit einer Woche Magenprobleme und Kreislaufstörungen habe ich auch öfters. Was soll’s, wenigstens war die Zeit mit Lauri schön, aber auch nur so lange bis uns der Alltag wieder eingeholt hatte.

„Hei Helena, wie war Mallorca?“ frage ich sie, als sie bei mir vorbeikommt. Gespräche halten einen davon ab ständig an die Langeweile zu denken. „Toll, so viele erotisch anziehende junge Typen. Ich sag’s dir ein Paradies.“ „Sag mal, hast du nicht einen Freund?“ „Doch, aber man wird doch noch seinen Spaß haben dürfen“, sagt Helena mit einem zwinkern. Genau wie meine Schwester. Die wechselt auch wöchentlich.

Plötzlich dreht sich alles, mir wird total übel worauf ich ohnmächtig werde.

Als ich die Augen wieder öffne liege ich im Krankenhaus und meine Oma sitzt neben mir. „Wie geht’s dir?“ fragt sie. „Hm, mir geht’s gut.“ antworte ich ihr und setze mich auf. Mir geht’s wirklich gut, als ob nie etwas gewesen wäre. „Oma bin ich sehr krank, muss ich sterben?“ frage ich dann, worauf sie lacht. Was gibt’s da zu lachen, frage ich mich, das war eine ernst gemeinte Frage. „Also, Miia, über dich könnte ich den ganzen Tag nur Lachen. Wenn’s dich beruhigt, du wirst nicht sterben.“ Beruhigt mich eher weniger, da ich wissen will was mir wirklich fehlt. „Wenn ich nicht sterben muss, was hab ich dann?“ „Dir fehlt nichts, du bekommst nur ein Baby und daran ist noch keine gestorben.“ Ich lasse mich zurück aufs Bett fallen. Was wirst du bloß dazu sagen. Auch egal, wenn du das Kind nicht willst, kann ich dir auch nicht helfen, denn ich für meinen teil kann niemanden töten, auch nicht wenn er noch gar nicht auf der Welt ist. Trotzdem freue ich mich irgendwie nicht darauf. Das Kind wird mein ganzes Leben durcheinander bringen, dann kann ich nicht mehr mit dir bis in den Morgen feiern. Aber am schlimmsten wird das rauchen abgewöhnen werden. Und Geld kostet so ein Kind auch relativ viel. Was hat ein Kind eigentlich positives? Genau, ich könnte ihm dann deutsch beibringen, meine Mutter hat mir ihre Muttersprache nicht umsonst eingetrichtert. Deutsch ist nun wirklich die schwerste Sprache die es gibt, ich kann’s zwar perfekt sprechen, doch beim Schreiben tu ich mir etwas schwer. Aber am besten finde ich, wenn ich auf Deutsch fluche und mich keiner verstehe.

Den heutigen Tag muss ich hier im Krankenhaus verbringen und morgen Abend darf ich dann nach Hause. Was mir das bringen soll frag ich mich auch. Aufregen muss ich mich hier und zu Hause, also bleibt sich alles gleich. Werden schon wissen was sie machen.

Ich für meinen Teil hasse ja Krankenhäuser, hier ist es nämlich noch öder als zu Hause oder sonst irgendwo. Das einzige was in einem Krankenhaus sinnvoll ist, ist schlafen und fernsehen, wobei ich schlafen mehr bevorzuge. Also schlafe ich einfach, die Zeit kann ja dadurch nur schneller vergehen.

Nach dem Aufwachen sehe ich neben mich und erschrecke als ich dich neben mir sitzen sehe. „Was machst du hier? Ich dachte du kommst erst nächste Woche wieder?“ sage ich zu dir. „Wenn meine Prinzessin krank ist muss ich fast früher kommen, findest du nicht?“ „Wie du meinst. Aber ich bin nicht krank, dass du’s gleich weißt.“ „Weiß ich doch, außerdem ist es nicht zum Übersehen dass es dir gut geht.“ „Ich werde ein Kind bekommen. Unser Kind.“. „Unser Kind, “ wiederholst du, als prüftest du den Klang. „Ist es wirklich notwendig, dazuzusagen dass es meines ist?“ „Ich wollte nicht dass du fragen musst.“ Du beugst dich zu mir und legst deinen Arm auf mein Kopfkissen. „Glaubst du ich wüsste nicht dass es mein Kind ist, auch ohne dass du es mir sagst? Ich sage dir eines: Schon in dem Augenblick, als ich ins Zimmer kam und deine Hand berührte, habe ich gewusst, dass du mein Kind in dir trägst. Wie könnte es auch anders sein, denn ich kenne jedes noch so kleine Stückchen an dir so gut, wie meine eigene Hand.“

Zu meinem Glück bleibst du bis ich eingeschlafen bin und am nächsten Tag kommst du auch ganz früh. Und das alles nur damit ich mich nicht einsam fühle. „Ich hab eine Frage an dich, die mich schon lange quält und ich will sie ehrlich beantwortet haben“, sage ich nach einer Weile zu dir. „Du kannst mich alles Fragen was du willst.“ „Mag zwar jetzt blöd klingen, aber Magst du mich eigentlich?“ „En pidä sinusta, minä rakastan sinua. Et ole mielestäni nätti, olet jumalaisen kaunis. Et ole sydämessäni, olet sydämeni. En itkisi sinun vuoksesi, minä kuolisin sinun vuoksesi. (Ich mag dich nicht, ich liebe dich. Ich finde dich nicht hübsch, ich finde dich göttlich schön. Du bist nicht in meinem Herz, du bist mein Herz. Ich würde nicht für dich weinen, ich würde für dich sterben!)

Ich beginne zu heulen. „Hey warum heulst du jetzt, hab ich was Falsches gesagt?“ fragst du hilflos. „Nein, mir hat nur noch nie jemand so etwas Schönes gesagt.“ „Hoffentlich macht dir auch nie ein anderer eine solche, denn die gehört mir“, lachst du, „ außerdem hast du mir die Frage schon vor Jahren einmal gestellt, damals war die Antwort: sicher mag ich dich. Standart eben.“ Ich kann mich, ehrlich gesagt, nicht mehr erinnern, dass ich dich schon einmal fragte, ist sicher schon zu lange her.

Als nach einiger Zeit dann die Ärzte zur Visite kommen und mich ausgiebig untersucht haben, entlassen sie mich. Länger hätte ich es sowieso nicht ausgehalten, dann wäre ich vor Langeweile durchgedreht, daran hättest auch du nichts ändern können. Außerdem ist es zu Hause sowieso viel schöner als irgendwo anders, das merkt man erst wenn man länger nicht da ist.

Jedenfalls weichst du seit gut zwei Woche nicht mehr von meiner Seite, gerade dass ich noch alleine duschen gehen darf. „Sag mal, wird dir das nicht langsam zu kindisch mir andauernd nachzulaufen?“ fragte ich dich dann irgendwann. „Wieso, ich lauf dir gar nicht nach.“ „Nein wir haben sicher nur „zufällig“ immer den gleichen weg. Du bist sehr anhänglich weißt du das.“ „Nein bin ich nicht, ich will nur dauernd...“, sagst du und stockst dann mitten im Satz. „Was willst du?“ „Ich will...“ „Sag endlich, langsam wird’s mir zu blöd.“ „Ich will..., hast du eigentlich eine Ahnung wie schwer das ist die richtigen Worte zu finden, wenn du mich so anstarrst?“ Das sind ja ganz neue Seiten an dir. So schüchtern kenn ich dich ja noch gar nicht. „OK dann geh ich jetzt und du suchst die richtigen Worte und sagst es mir dann, damit du mir nicht dauernd nachlaufen musst, denn das macht mich krankt.“ Du hast mich jetzt wirklich neugierig gemacht, wenn ich nicht bald weiß was du willst platzte ich sicher vor lauter Neugier. Bis morgen muss ich es wissen, denn morgen fliegst du weg, ich weiß nicht mehr wohin, aber die nächsten 2 Monate bin ich dann alleine. Und bis dahin will ich es wissen, ich will wissen was in deinem kleinen kranken Gehirn vorgeht.

„So jetzt weiß ich’s. Aber machen wir’s kurz und schmerzlos, “ sagst du. „OK mach, ich bin gespannt, “ grinse ich dich an. „Hör auf zu grinsen, das macht mich ganz nervös, und schau mir nicht direkt in die Augen.“ Ansprüche stellst du auch noch. „Ich will dass du mich heiratest.“ „O-K-A-Y, aber wenn dann nur bevor das Baby da ist.“ „Sowieso nur bevor, denn danach haben wir sicher keine Zeit mehr. Also war das jetzt ein ja, oder hab ich da was falsch verstanden?“ „Ja, war ein ja.“

Kurz bevor wir dann ins Bett gehen, sage ich zu dir dass du mich wecken sollst bevor du zum Flughafen fährst. Aber als ich aufwache bist du natürlich schon gegangen, ich hab’s immer schon gewusst, wenn man sich auf dich verlässt ist man verlassen. Gleich darauf klingelt das Telefon. „Auch schon wach?“ fragst du mich. „Ich hasse dich“, war das einzige das mir in diesem Moment eingefallen ist. „Du kannst mich nicht hassen, früher nicht und heute schon gar nicht“, höre ich dich lachen. Du kennst mich einfach zu gut um dich im Glauben zu lassen, dass ich dich wirklich hasse. So gesehen bist du der einzige Mensch auf der Welt, nach meiner Großmutter, der mich wirklich kennt. Nicht einmal meine Eltern und meine Schwester kennen mich so gut, liegt wahrscheinlich auch daran, dass die in Norwegen sind. Zu meinem Glück, denn meine Mutter und Schwester sind wirklich die beiden größten Tussies die es gibt, ich hoffe inständig dass ich nie so werde wie die beiden. Aber ich glaube das würdest du und meine Großmutter nie zulassen.

Meine Mutter hofft wahrscheinlich immer noch, dass ich mein jetziges Leben aufgebe und zu ihnen nach Norwegen ziehe. Wäre ja nichts neues, das will sie doch schon seit ich mit der Schule fertig bin, die verlangt wirklich von mir, dass ich alles zurücklasse was mir wichtig ist. Darum ist es auch besser ihr nichts von meiner bevorstehenden Hochzeit und dem Baby erzähle.

Dank dir weiß ich was Liebe wirklich bedeutet. Trotzdem ist es nicht gerade amüsant, den ganzen Tag darauf zu warten bist du anrufst. Obwohl du eigentlich regelmäßig um 19:00 Uhr anrufst. Dennoch bin ich froh dass du heute wieder nach Hause kommst und ich dich vom Flughafen abholen kann, oder besser gesagt wir, dich abholen können.

Am Flughafen herrscht reges treiben, hastende Geschäftsleute sind am häufigsten vertreten. Und dann kommst endlich du aus dem Ankunftsareal. Ich freue mich so sehr dich zu sehen, dass ich gleich zu dir laufe und dich stürmisch umarme. Nach so langer Zeit endlich wieder deine Lippen auf den meinen spüren tut so verdammt gut.

Als wir dann endlich zu Hause sind nimmst du mich an die Hand und zerrst mich mit dir aus der Wohnung. „Wo willst du hin?“ frage ich dich. „Wirst schon sehen“, ist deine Antwort. Nach ungefähr 10 Minuten erreichen wir eine kleine Bucht, wo du dann endlich stehen bleibst und dich hinsetzt. „Das hier ist mein Lieblingsplatz. Hier komme ich immer zum Nachdenken her.“ Ich setzte mich neben dich, lausche dem rauschen des Meeres und sehe in den Himmel, wo die Sterne über uns funkeln. Dann lasse ich mich rückwärts in den Sand fallen, worauf du dich über mich beugst und wir in einen langen und innigem Kuss verfallen. „Jos voisin poimisinlyhden tähden taivaala ja antaisin sen sinulle (Wenn ich könnte, pflückte ich dir einen Stern vom Himmel und schenkte ihn dir)“, sagst du plötzlich. Ich lächle dich an, worauf du zurück lächelst. Ich bin so verdammt glücklich mit dir. Kannst du dir das überhaupt vorstellen? Mein herz schlägt nur für dich und jeder Atemzug den ich mache ebenfalls. Und nur für dich bin ich die, die ich bin. So sehr liebe ich dich und irgendwann werde ich dir das auch sagen. Ganz sicher werde ich es irgendwann machen.

Nach einer Weile fragst du ob mir kalt ist, doch bevor ich dir antworten kann legst du mir deine Jacke über meine Schultern. In letzter Zeit bist du so extrem aufmerksam, was ich gar nicht gewöhnt bin. Ich meine du bist zwar sonst auch total lieb, aber nicht so extrem wie in letzter Zeit. Anscheinend bedeute ich dir wirklich so viel wie du mir dauernd sagst.

3 Monate später, inzwischen sehe ich aus wie ein Ballon, ist die Hochzeit. Bis ich endlich ein Kleid gefunden habe in dem ich nicht aussehe, als ob ich gleich platzen würde, verging relativ viel Zeit. Ja und du hast schon totale Panikattacken bekommen, weil du dachtest, dass wir sie verschieben müssen, aber zum Glück ging doch noch alles gut.

Auf dem Weg zur Kirche bin ich total nervös, eine Zigarette könnte mir jetzt sicher helfen, doch wenn du erfahren würdest, dass ich trotz dem Kind rauche würdest du einen Anfall bekommen. Ich glaube dir konnte einfach nichts Besseres passieren, als das du Vater wirst, so kannst du wenigstens auch weniger rauchen.

Ich bin so froh, als die Hochzeit endlich vorbei ist und wir bei der Feier sind. Du lässt natürlich alles auf Video aufzeichnen, damit unser Kind später auch sieht, dass es dabei war. Außerdem bist du immer noch fest der Überzeugung, dass es ein Mädchen wird, zumindest hoffst du es. Ich frage mich warum es ausgerechnet ein Mädchen werden soll, sonst wollt ihr Männer doch immer nur Jungs. Naja mir kann’s ja egal sein. Solange du dich, dann auch darum kümmerst, ist mir eigentlich wirklich alles egal. Denn ich will wirklich nicht alleine das Kind aufziehen.

„Komm, wir zwei gehen jetzt nach Hause“, sagst du zu mir. „Jetzt schon?“ „Was heißt da schon? Es ist halb 3, spät genug für dich, euch.“ Na eigentlich hast du ja recht, müde bin ich wirklich etwas. Wir verabschieden uns von den Gästen und fahren nach Hause. Zu hause trägst du mich dann über die Türschwelle und bringst mich ins Bett.

Deine Hand liegt leicht in der meinen. Du ziehst sie zu deinem Mund und küsst sie zart.

Langsam schließe ich die Augen, neben mir raschelt die Bettdecke, anscheinend hast du dich umgedreht.

Ein zärtlicher Kuss weckt mich. „Guten Morgen“, sagst du fröhlich und gibst mir noch einen Kuss. „Augen zu und Mund auf“, sagst du und stopfst mir ein Stück Toast hinein. Du hast Frühstück gemacht und mir ans Bett gebracht.

Genüsslich esse ich meinen Toast und trinke neben zu meinen Kaffee. Immer wieder wirfst du mir einen Blick zu. Was fasziniert dich bloß so an meinem Anblick? Ich sehe auch nicht anders aus als sonst, eigentlich finde ich mich nach dem Aufwachen immer total hässlich. Aber ich denke, das findet jede Frau. Und so neben dir fühle ich mich sowieso wie ein Mauerblümchen, denn du legst dich abends ins Bett und siehst am nächsten Morgen total gleich aus.

Ich lehne mich an deine Schulter, nur um dich zu spüren. Deine Arme schlingen sich um mich und sofort finden unsere Lippen zueinander.

„Mir dir könnt ich ewig so im Bett liegen“, sagst du nah dem Kuss zu mir. „Mhm, wie wär’s heute mit einem Videoabend? Und du darfst dir auch den Film aussuchen.“ „Dancer in the dark“, sagst du mit leuchtenden Augen. Den Film kann ich dank dir schon fast auswendig mitreden. Aber wäre es heute nicht Dancer in the Dark würde es wahrscheinlich The Crow sein. Ich liebe diesen Film und am aller meisten diesen einen Satz: „Victim’s aren’t we all.“ Aber es ist dein Wille, also sehen wir uns Dancer in the Dark an.

Man merkt, dass Morgen Heilig Abend ist. Die Leute sind alle total gestresst, drängen durch die Straßen. Es schneit total. Ich bin froh, dass ich da nicht raus muss, mir wäre ja viel zu kalt. Darum habe ich ja auch dich geschickt, ein Geschenk für meine Großmutter zu besorgen. Du hättest es sowieso nicht zugelassen, dass ich außer Haus gehe, hast dauernd Angst, dass ich mich erkälten könnte und das dem Baby schadet. Ich denke mir immer nur dass es sowieso nur noch knappe 1 ½ Monate sind, oder sogar nur mehr 1er, ende Jänner halt. Und ich hasse es wenn mir jemand Vorschriften macht, dann mache ich erst recht was ich will. So bin ich eben. Immer schon gewesen.

„Miia…..Kaffee, “ höre ich dich rufen. Klingst total genervt, was ich dir nicht übel nehmen kann, da du wahrscheinlich von den 6 Stunden, die du weg warst die hälfte davon an der Kasse verbracht hast.

Aber wenn du genervt bist gefällst du mir ja fast noch besser als sonst, es könnte aber auch daran liegen, dass du einen 3 Tage Bart trägst, der dich total sexy macht. Eigentlich macht dich alles sexy, egal was du trägst oder nicht trägst.

Ich stelle dir den Kaffee auf den Tisch, der sofort deinen Gesichtsausdruck aufhellen lässt. „Danke Pikkuhiiri“, sagst du lächelnd. „Willst du essen auch etwas“ „Nein eigentlich nicht, danke.“ Wundert mich fast ein bisschen, da du sonst eigentlich immer hungrig bist. Aber ist deine Entscheidung, und du musst später hungrig ins Bett und nicht ich. „Ich geh jetzt schlafen“, sag ich zu dir, worauf du auf die Uhr kuckst. „Engel es ist halb 7.“ „Ja und ich bin froh, dass ich es bis jetzt ausgehalten habe.“ Ich bin wirklich schon seit Mittag total müde und wollte eigentlich schon früher ins Bett gehen, doch dann habe ich mich doch dafür entschieden auf dich zu warten. Kaum habe ich mich ins Bett gelegt bin ich auch schon eingeschlafen. Der Schlaf war nicht sehr erholsam, wie ich am darauffolgenden Morgen feststelle. Du schläfst natürlich wieder wie ein Baby. Bei Schlafen kann dich wirklich nichts aus der Fassung bringen.

Ich stehe auf und gehe mit dem Gefühl, dass heute noch etwas passieren wird ins Bad, wo ich mir kaltes Wasser ins Gesicht spritze um richtig wach zu werden. Dann spüre ich deine Hände an meiner Taille. „Morgen Pikkuhiiri“, flüsterst du mir ins Ohr und gibst mir anschließend einen Kuss auf die Wange.

„Soll ich dir auch Frühstück machen?“ fragst du. „Nein, lass mal, ich hab keinen Appetit.“ Dann lässt du mich los und geht’s in die Küche.

Ich setze mich neben dich und du wedelst mit deinem Frühstück vor meiner Nase herum, wobei ich fast kotzen muss. „Sag mal, was fehlt dir heute? Du sprichst kaum etwas, hast keinen Appetit, wo du sonst eigentlich dauer-hungrig bist.“ „Mir fehlt nichts, ich bin nur zu müde um mich mit essen und sprechen auseinander zu setzen.“

Nach einer weile stehst du auf räumst den Tisch ab und stellst dich dann hinter mich. Ich spüre deinen Atem auf meinem Nacken. „Liebst du mich eigentlich noch“, flüsterst du, „Sei bitte ehrlich zu mir.“ „Ganz ehrlich? Ja.“ „Dann Küss mich“, sagst du und ich tue was du von mir willst.

Den ganzen Tag über fühle ich mich total unbehaglich, alles war mir irgendwie zu anstrengend. Außerdem habe ich zu gar nichts Lust. Nachmittags kuscheln wir uns auf die Couch und sehen fern. Es läuft eigentlich nichts atemberaubendes, es ist ja auch Heilig Abend, da ist nie irgendetwas Interessantes. Darum bin ich auch eingeschlafen.

„Miia, komm mach die Augen auf, “ höre ich dich sagen. „Was?“ frage ich total verschlafen. „Du hast im schlaf andauernd Au geschrien.“ „Ahja?“ Ich erinnere mich, dass ich schmerzen hatte. Vielleicht war es aber auch nur ein sehr realer Traum.

Als ich aufstehen will, spüre ich denselben Schmerz als im Traum und muss mich wieder hinsetzen. Es hört nicht auf weh zu tun, im Gegenteil es wird sogar noch schlimmer und irgendwann rufst du dann den Notarzt. Wenigstens hab nicht nur ich Panik. Obwohl du mich mit deinem dauernden auf und abgehen noch viel nervöser machst als ich sowieso schon bin.

Der Notarzt gibt mir ein schmerzstillendes Mittel, keine Ahnung was genau, auf jedenfall bekomme ich nach dem ich dies bekommen habe gar nichts mehr mit und fühle mich total schlapp.

Ich weiß nur mehr dass im Krankenhaus viele Ärzte um mich herum waren und irgendwas von Kaiserschnitt gesagt haben.

Als ich dann zu mir komme sehe ich dich neben mir sitzen. „Prinzessin“, sagst du überglücklich, „wie geht’s dir?“ „Mir geht’s gut. Ich will nur von dir wissen was passiert ist und wies dem Kind geht.“ „Ihm geht’s gut.“ „Ihm?“ „Ja, ihm“, sagst du zur Bestätigung. Also ein er. „Enttäuscht?“ „Hält sich in Grenzen“, lächelst du mich an, „ Er braucht halt einen Namen.“ „Lauri, dann gib ihm einen. Lilie kannst du ihn ja jetzt nicht nennen.“ Du nimmst mich mit auf die Kinderstation. Wo mir eine Schwester den Kleinen in die Hand drückt. Er hat so kleine Händchen, überhaupt ist alles so klein. Wäre irgendwie schlimm wenn’s anders wäre. „Wie wär’s mit Nils?“ fragst du. „Niemals, ich will kein Kind das Nils heißt. Erinnert mich an Nils Holgerson, den hab ich als Kind schon gehasst und darum hab ich auch eine Abneigung gegen den Namen.“ „Niko.“ „Lauri“, sage ich und sehe dich ganz lieb an. „Hm?“ „Niko ist in Ordnung. Aber wie wär’s mit Niko Rasmus Ylönen.“ „Hauptsache du willst dem Kind einen 2. Namen verpassen der gar nicht zu ihm passt, aber gegen Nils hast du was. Aber wenn’s dich glücklich macht.“

In letzter Zeit bekomme ich ziemlich oft meinen Willen. Du willst nur dass ich Glücklich bin und das bin ich auch. Noch nie zuvor war ich so glücklich wie jetzt im Moment. Jetzt habe ich meine eigene Familie und ich will auch, dass es meinem Sohn besser ergeht als mir.

Immer wieder sehe ich in das kleine Gesichtchen mit den zugekniffenen Augen, den kleinen Händchen und den schönsten Lippen der Welt. Regungslos liegt er in meinen Armen, mein kleiner Niko und fährt einfach mit der Tätigkeit fort, die er schon die letzten Monate machte, nämlich schlafen.

Am 31. darf ich mit dem Baby nach Haus. Wir beide haben irgendwie Angst, dass wir ihm wehtun könnten. Es ist ja das erste Mal, dass wir das ganze ohne Krankenschwester machen. Aber trotzdem werden wir das irgendwie bewältigen, hat bis jetzt jeder geschafft.

Als zu Mitternacht, das Grollen der Feuerwerke über dem Himmel ertönt, fängt Niko an zu heulen. Sofort gehst du zu ihm, nur damit ich weiterschlafen kann. Außerdem hast du extra für uns ein Jahr Pause eingelegt, und dass nur damit wir nicht alleine sind.

Als du dann wieder zu mir ins Bett kommst legst du deinen Arm um mich und ich lehne mich an deine Schulter.

Die nächsten Monate bekommt keiner von uns zwei viel schlaf, da Niko und ganz schön auf trab hält.

In einer freien Minute nehme ich mir die Zeit um mich auf dem Sofa zu entspannen. „Miia“, rufst du aus dem Badezimmer, „Hab das Handtuch vergessen.“ Ich nehme ein Handtuch aus dem Schrank und bringe es dir ins Bad, wo ich es aufs Waschbecken lege. Ohne es zu wollen, packst du mich plötzlich und ziehst mich in die Duschkabine unters warme Wasser. Meine nassen Klamotten kleben an meinem Körper worauf ich sie ausziehe und rausschmeiße.

Zärtlich küsst du mich und drückst mich gegen die Duschwand. Du lächelst als ich mich an dich schmiege. Dann greife ich hinter dich nehme dein Shampoo, klatsche es dir in die Haare und verteile das Zeug darüber. Ich weiß genau wie sehr du es verabscheust wenn jemand an deine Haare geht und dennoch grinst du und spülst es dir wieder raus. Ich erwidere dein lächeln worauf du deine Hände auf meine Hüfte legst und beginnst mich langsam hin und her zu schaukeln.

Als wir wieder aus der Dusche steigen wickelst du mich ins Handtuch ein und rubbelst mich ab.

In dem Moment hören wir dann Niko brüllen. „Vorbei mit der Liebelei, Arbeit ruft,“ lachst du und gibst mir einen Kuss auf die Nase, ziehst dir deine Boxershorts an und verschwendest ins Kinderzimmer. Langsam glaube ich, dass Niko mich teilweise mehr stört als dich. Noch nie habe ich eine Beschwerde von dir gehört wenn er geweint hat. Wobei ich mich des Öfteren ärgern muss. Trotzdem könnte ich mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.

Fertig angezogen schlendere ich in die Küche und mache Kaffee. „Immer wenn du in der Küche stehst gibt’s Kaffee, nur darum hab ich dich geheiratet,“ höre ich dich sagen. „Nur deswegen oder auch wegen Niko?“ „Ja wegen Niko auf, hauptsächlich aber des Kaffees wegen. Aber auch ein bisschen Liebe war auch dabei.“ „Du bist so blöd, dass du schon wieder süß bist.“ Du gibst mir Niko in den Arm und gehst dich fertig anziehen. Währenddessen versorge ich den Kleinen. Eigentlich hat er ja viel mehr von dir als von mir, schon alleine sein Näschen sagt alles, aber haben nicht alle kleinen Kinder solche Nase, oder bilde ich mir das nur ein?

„Was starrst du ihn so an, gefällt dir nicht was du siehst?“ lachst du. „Ich kann mir nur immer noch nicht vorstellen, dass der wirklich uns gehört.“ „Nach 5 Monaten immer noch nicht? Dann wird’s aber Zeit.“ Noch immer lächelst du. Ich liebe dein Lächeln, damit strahlst du so viel wärme aus.

Am liebsten würde ich dich nie wieder gehen lassen, denn ich verfluche jetzt schon den Tag an dem du wieder auf Tour gehen musst. Dann haben dich wieder all deine Fans, aber nicht ich und ich brauche dich wahrscheinlich von allen am meisten. Ich vermisse dich jetzt schon, obwohl du noch hier bist.

Schon Wochen vor Weihnachten hat es dir und mir gegraut. Wir machen uns nichts aus Weihnachten, dem einzigen Menschen dem wir etwas schenken ist meine Großmutter, und selbst die freut sich mehr über unsren besuch. Jedes Jahr bin ich wieder froh, wenn diese Zeit vorbei ist. Als dann auch noch Niko an diesem Tag geboren wurde, taten alle so als ob er etwas ganz besonderes ist. Ist er ja auch irgendwie, aber trotzdem.

Jedenfalls musst du dann gleich im Jänner los. Ich hasse es einfach wenn du wegmusst, obwohl du täglich anrufst wünsche ich mir immer, dass du bei mir bist, einen ganz normalen Job hast. Aber für einen Typen wie dich ist Musiker wahrscheinlich das normalste. Was beschwere ich mich eigentlich? Ich wusste doch auf was ich mich einlasse, wenn ich dich heirate. Trotzdem habe ich insgeheim wahrscheinlich gehofft, dass es nicht so ist. Aber eigentlich bin ich relativ glücklich, noch glücklicher wäre ich wahrscheinlich wenn du mehr hier wärst, aber was soll’s. Ich kann daran nichts ändern, auch wenn ich wollte.

Jeden Morgen stehe ich auf und mache Niko Frühstück, am aller liebsten hat er Himmeltau. Er ist so ein braves Kind, wenn ich da an die Nachbarskinder denke, die andauernd schreien, bin ich echt froh, dass ich ihn habe.

Niko sitzt neben mir, auf seinem Hochstuhl und schaut mir zu. Ich liebe es wenn er ganz gespannt darauf wartet, dass sein Essen fertig ist.

Ich höre wie die Wohnungstür geöffnet wird, wir wahrscheinlich meine Oma sein, die kommst öfters auf Besucht. „Machst du mir auch Frühstück, Pikkuhiiri?“ Du bist wieder zu Hause, endlich nach 4 Monaten. Ich falle dir um den Hals und küsse dich. „Ich hab dich vermisst,“ meinst du. „Wie kannst du mich vermissen, wenn wir doch jeden Tag telefoniert haben.?“ Du zuckst mit den Schultern und gibst mir einen Kuss. Dann nimmst du Niko in den Arm und sagst dass er gewachsen sei. Wäre mir ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen, wahrscheinlich liegt es daran weil ich immer neben ihm bin. Irgendwie will ich gar nicht, dass er wächst, er soll immer so bleiben wie er ist. Oder zumindest soll er so lange wie es geht Kind bleiben, denn erwachsen ist er dann sowieso noch sein ganzes Leben. „Was machen wir heute? Ich wäre ja für Ausgehen.“ „Ja sicher und Niko lassen wir einfach so zu Hause, ganz alleine.“ „Miia, ich sag nur Babysitter.“ „Nein ich lasse keinen Fremden auf mein Kind aufpassen, das mach ich mir schon selber. Außerdem sind mit Babysitter zu teuer.“ „Seit wann kennst du das Wort teuer. Ich dachte das gibt es in deinem Wortschatz nicht. Sonst ist dir nämlich auch immer egal wie viel was kostet. Aber eigentlich kannst du ja nichts dafür, du hast ja von deinen Eltern nichts anderes gelernt.“ „Das sagst du doch nur, weil du kein gutes Verhältnis zu deinem Vater hattest!“ „Woher willst du das wissen?“ „Ich war schließlich dein Zufluchtsort als Matti dich rausgeworfen hat...“ „Weißt du was, mir reichts jetzt, ich gehe.“ Du nimmst deine Jacke und verlässt die Wohnung. Ich weiß ich hätte das Thema nicht anschneiden sollen, aber ich war in jenem Moment einfach so wütend, das ich es einfach loswerden musste. Obwohl ich genau weiß wie sehr dich alles was mit jenem Tag zu tun hat belastet. Ich hatte dich damals überredet die Yacht zu stehlen, jetzt weiß ich das ich dies niemals hätte tun sollen. Aber es ist nun mal passiert und du musstest wieder einmal die Konsequenzen dafür Tragen, obwohl ich daran schuld war und dies auf sagte, aber keiner glaubte mir, oder wollte mir glauben.

Am Abend gehe ich dann schlafen. Wenn du nicht mehr wütend bist, wirst du schon wieder kommen. Hoffe ich halt.

Morgens wache ich auf, doch du bist immer noch nicht zu Hause, da deine Bettseite unberührt ist. Wahrscheinlich hast du bei einem der Jungs geschlafen, nur damit ich mir Sorgen mache. Aber das würde ich mit Sicherheit nicht machen. Etwas später gehe ich mit Niko einkaufen, damit ich uns etwas zu Essen machen kann.

Beim Rückweg sehe ich dich, ganz schön heftig knutschend mit so einer blonden Tusse. Die Bilder brennen sich in mein Gedächtnis. Mein Kopf ist schwer und leer. Es tut so weh. Verdammt weh. Das kannst du doch nicht machen, ich dachte du liebst mich. Vielleicht habe ich mir nur geirrt, oder es sah nur so aus. Ganz sicher habe ich mir nur geirrt. Hoffentlich.

Nein. Zuviel für mein Herz. Ich kann es einfach nicht glauben, du und eine andere. Hast du mir nicht gestern gesagt dass du mir nicht gestern gesagt, dass du mich liebst? Nein hast du eben nicht. Ich dachte es nur, habe es mir eingebildet. Das ich mich so in dir getäuscht habe.

Ich werfe den Toast, den ich gerade essen wollte, zurück auf den Teller. Mir ist gerade der Appetit vergangen. Mit tränen in den Augen beginne ich, zur Ablenkung, das Geschirr abzuwaschen. Ablenkung ist wohl im Moment das einzige was mich davon abhält an die zu denken. Zu schnell bin ich damit fertig. Und wieder drehen sich meine Gedanken um dich. Wieso machst du das? Spielst du etwa nur mit mir? Ist alles hier ein verdammtes Spiel, eine Lüge? Spielst du nur mit meinen Gefühlen? Ich liebe dich doch und werde es immer tun.

Es klingelt an die Tür. Langsam erhebe ich mich. Je näher ich der Tür komme um so mehr Angst habe ich, dass du davor stehen könntest. Noch einmal wische ich über mein Gesicht, um auch die letzten Tränen wegzuwischen. Dann mache ich auf. Gleich bekomme ich einen Kuss von dir und ein lächeln. Deine Arme schlingen sich um meinen Körper und drücken mich fest an dich. Sofort finden unsere Lippen zueinander. Ich weiß dass dieser Kuss nur der Vorbote, für das was mich erwartet ist. Dein Kuss wird immer wilder, fordernder und vor allem gieriger. Deine Wangen sind leicht gerötet und im fahlen Licht des Flures siehst du noch verführerischer aus. Würde ich dich bist jetzt noch nicht Lieben würde ich es in diesem Moment tun. Du betrachtest mein Gesicht, schaust dir alles daran an. Die Blick klebt an mir. Nach endlosen Sekunden schaust du weg, auf Nikos kleine Jacke, die auf der Gardarobe hängt.

Vorsichtig nehme ich deine Hand und streichle sie. Du schaust mich wieder an und lächelst. Eine Träne steht in deinen Augen. „Miia...ich kann das nicht,“ hauchst du. Deine Worte sagen viel und doch nicht das was ich hören will. Ich halte noch immer deine Hand, streiche noch einmal darüber. „Du hast es gesehen?“ Mein Blick senkt sich. Ich nicke. In mir brodelt es. Ein Gefühl der Wut und Trauer steigt in mir auf. „Jetzt ist es vorbei. Du hast mit einem Mal alles ausradiert, mit nur einem einzigen Satz.“ „Es tut mir so leid Miia,“ flüsterst du, „ Verzeih mir.“ „Geh. Ich ...will dich nie wieder sehen.“ Ich schließe meine mit tränengefüllten Augen. Du ziehst deine Hand aus meiner. Noch einmal ziehe ich deinen Geruch ein, halte meine Augen immer noch geschlossen. Ich höre wie du dir deine Jacke überstreifst, spüre wie du meinen Kopf zwischen deine Hände nimmst und mich küsst. Kurz darauf fällt die Tür ins Schloss, es ist vorbei. Das Ende unserer Liebe. Einer Liebe die unverwundbar schien. Und doch ist alles so schnell vorbei wie es angefangen hat.

Nicht einmal meine Großmutter vermag mich zu trösten. Ich verkrieche mich zu Hause, da ich niemanden sehen will, weil es mir so vorkommt als ob alle Welt mich auslacht. Ich sitze einfach nur zu Hause und blase Trübsal und das schon seit Monaten. „Kind dir fällt noch mal die Decke auf den Kopf,“ meint Oma. „Soll sie doch, bin ich wenigstens mein armseliges Leben los.“ Wieder einmal hält sie mir einen ihrer Vorträge, die ich schon nicht mehr hören kann. So ziehe ich mir meine Jacke an, verlasse das Haus und überlege wo ich hingehen soll. Da fällt mir auch schon die kleine Bucht ein. So begebe ich mich dorthin. Wo ich mich auf einen dort herumliegenden Stein setzte. Die Wellen brechen laut auf den Klippen. Ich schaue zum bewölkten Himmel. Es beginnt zu schneien. Meine Haare werden vom kalten Wind durchgefegt. Ich falle in eine Welt voller Gedanken und Sorgen. In eine Leere. Ohne dich ist alles leer. Du hast meinem Leben so viel Sinn gegeben, hast mir halt gegeben. Doch jetzt hast du alles verbockt.

Wieder einmal steht Weihnachten vor der Tür. Die Jahre zuvor hatte ich keinen Baum, doch dieses Jahr wird alles anders. Ich will Niko Weihnachten nicht vorenthalten, wäre ungerecht von mir. Trotzdem wird es ohne dich nicht so schön sein wie es sein sollte.

Natürlich ist mir die Weihnachtsbaum Idee wieder im letzen Moment eingefallen, so dass ich fast keinen mehr bekommen hätte, aber mit ein bisschen Charme schafft man alles.

Am 24. Abends folgt dann die Bescherung. Allmählich finde ich Weihnachten gar nicht mehr so doof.
Ich schaue Niko beim Auspacken zu, aber irgendwie ist die Verpackung für ihn lustiger als das Geschenk selber. Meine Großmutter überreicht mir ein Geschenk. Ich hatte ihr doch ausdrücklich gesagt, dass sie mir nichts schenken soll.

Ich packe es aus und drinnen ist ein Flugticket. Sie schenkt mir ein Ticket nach Hawaii? Was soll ich denn in Hawaii machen? „Danke, aber was soll ich allein in Hawaii?“ frage ich sie. „Ja Urlaub machen, das hast du dir wohl verdient.“ Meint sie. Aber ich meine nicht, dass ich eine Reise verdiene, wo ich doch nicht einmal etwas geleistet habe. Außerdem will ich nicht ohne Niko verreisen. Eigentlich will ich mich nur verkriechen. Mir kommt es nämlich so vor als ob alle Welt mich auslacht, weil ich so naiv gewesen bin und geglaubt habe ich wäre die einzige für dich. „Ich hab keine Lust alleine ohne Niko irgendwo hin zu fliegen. Ich will hierbleiben, verstehst du das denn nicht?“ „Doch aber du kannst nicht ewig hier bleiben und Trübsal blasen.“ Sie hat recht, wie immer. „Wenn dir ein Besuch bei deiner Mutter lieber wäre, können wir auch umbuchen...“ „Niemals!“ unterbreche ich sie. Meine Mutter wollte mich doch nie haben, darum bin ich auch so froh sie los zu sein.

Schon Morgen geht der Flug. Anscheinend will sie mich so schnell wie möglich los werden. Irgend etwas hat die vor, wenn ich doch nur wüsste was.

Um 10:00 Ihr geht mein Flugzeug. Wo ich doch so Flugangst habe. Sie hätte mich doch auch nach Russland schicken können, hätte ich wenigstens mit dem Auto fahren können. Ich  frage mich wie die Leute ständig wegen ihres Berufes fliegen müssen, dies nur aushalten.

Im Flugzeug setze ich mich an meinen Fensterplatz und starre hinaus. Wie gerne wäre ich jetzt zu Hause im Bett und würde mit Niko kuscheln.

Langsam beginnt es abzuheben. Ich beginne total zu zittern und somit macht sich meine Flugangst bemerkbar. Ich schaue neben mich und sehe Aki der mich anstarrt. „Miia, du siehst echt jämmerlich aus,“ meint dieser und grinst breit. „Ja danke. Was machst du eigentlich hier?“ „Wir machen Urlaub.“ „Wir? Aber nicht dieses wir, oder?“ Er nickt. Jetzt werde ich dann bewußtlos. Da schickt sie mich mir dir auf Urlaub. Jetzt weiß ich schon warum ich unbedingt fliegen sollte. Meine Großmutter und die Jungs wollen uns wieder zusammen bringen.

Endlich in Hawaii angekommen steige ich in ein Taxi und fahre zum Hotel, welches nicht gerade von der billigsten Sorte zu sein scheint. Sie hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Ich glaube langsam für mich ist ihr nichts zu teuer. Mein Zimmer ist nicht schlecht, die Aussicht auch nicht, aber wenn du nicht hier wärst, wär’s dennoch besser. Jeden Morgen deine leeren Augen betrachten, mich in deiner Gegenwart unbehaglich zu fühlen, ich weiß jetzt schon dass es so sein wird. Eine ganze Woche lang. Zum Glück sind die anderen 3 auch hier, das macht es ein bisschen leichter. Hoffe ich zumindest. Jedenfalls hat Aki gesagt ich soll mit ihnen Abendessen und dass er mich auch weit weg von dir setzt. Und ich mache es natürlich wieder.

Das ganze Essen lang schweigst du, isst fast nichts und starrst ins leere. Anscheinend setzt dir das alles genauso zu wie mir, wenn nicht sogar schlimmer. Die ganze Situation ist sehr angespannt, worauf ich gleich nach dem Nachtisch verschwinde. Wenn das die ganze Woche lang so weiter geht, brauche ich Urlaub vom Urlaub. Es kann doch nicht sein, dass wir die jetzige Situation nicht auf die Reihe kriegen, wir sind doch erwachsene Menschen. Aber irgendwann werden wir es sicher schaffen.

Zwei Tag später gehe ich nach dem Abendessen an den Strand wo ich mich auf einen dort stehenden Liegestuhl setze und ins Meer starre.

Ich höre Schritte hinter mir. Es ist mir egal wer da ist. Plötzlich spüre ich eine Hand auf meinen Schultern. Wahrscheinlich bist du es. Ich will mich nicht umdrehen und dich ansehen. „Miia,“ sagst du schließlich,„ es tut mir leid.“ Deine Hand liegt immer noch auf meiner Schulter. „Es tut mir leid, dass ich hier bin, dich betrogen haben, aber vor allem dass es mich überhaupt gibt.“ „Wieso entschuldigst du dich genau für das, wofür ich dankbar bin,“ sage ich und sehe dich an. Normalerweise würde ich in diene grünen Augen verfallen, doch heute nicht, da sie so grau sind wie das Meer. Von dir kommt kein Wort und keine Bewegung, du starrst mich genau so an wie ich dich. „Warum tust du das?“ will ich wissen. „Weil ich dir sowieso nur Kummer bereite,“ sagst du mit traurigem Ton. Unaufhörlich kullern tränen meine Wange hinab. „Miia jede Stunde ohne dich ist der reinste Horror, und jetzt da du mir gegenüber stehst, zum Greifen nah bist und dennoch unerreichbar ist es noch schlimmer.“ „Das fällt dir aber reichlich spät ein. Das hättest du dir überlegen sollen, bevor du es getan hast.“ Ich stehe dir gegenüber und starre auf den Sand. „Was denkst du eigentlich wie es mir geht? Denkst du mir macht es Spaß jeden Tag sehen zu müssen, wie sehr du darunter leidest.“ Ich gehe zurück ins Hotel und setze mich dort an die Bar. Die anderen 3 sitzen auch schon dort und unterhalten sich angeregt. Sie bemerken mich dadurch kaum, worüber ich auch froh bin. Ich fühle mich schlecht. Vielleicht hätte ich es einfach versuchen müssen mit dir einig zu werden, schließlich liebe ich dich.

Du hast mir gesagt dass du mich liebst, aber ich weiß nicht ob ich dir noch glauben schenken soll. Andererseits hat es schon ziemlich verzweifelt geklungen. Vielleicht sollte ich dir Glauben. Ich weiß es einfach nicht....

„Miia, wir gehen jetzt. Würdest du Lauri wecken, wenn du gehst?“ fragt Pauli. Ich hab gar nicht bemerkt, dass du auch hier bist und total dicht bist. Schläfst einfach auf der Bar ein. „Mach isch doch.“ Mich hat’s aber ganz schön erwischt, dennoch will ich noch nicht aufhören.  Zu Hause könnte ich nicht einfach meine Gefühle in Alkohol ertränken, wenn mir danach zumute ist und im Moment ist mir halt einfach danach.

Gegen 2 Uhr wecke ich dich dann aus deinem Schlaf. Ich weiß, dass du nicht viel nüchterner sein wirst als ich, weil du wahrscheinlich auch deine Gefühle in Alkohol ertränken wolltest. „Lauri, komm wach auf. Du musst ins Bett, hat Pauli gesagt.“ „Jetzt, schon? Können wir nicht noch etwas trinken? Wie wär’s mit Vodka für dich Prinzessin?“ „Du sollst mich nicht Prinzessin nennen, aber zu Vodka sag ich nicht nein.“ Du bestellst mir einen nach dem Anderen und im Endeffekt war ich dann so zu, dass ich nicht einmal mehr wusste wo mein Zimmer ist, wenn du’s mir nicht gesagt hättest, würde ich die Nacht sicher irgendwo in einem Korridor verbringen. Du weißt zwar wo mein Zimmer ist, aber bei deinem bist du selbst überfragt, deshalb lasse ich dich bei mir schlafen, weil ich auch nicht so bin. „Ich kann nicht bei dir schlafen, ich habe keinen Pyjama mit,“ meinst du. „Du trägst sonst auch keinen, nur Boxers und jetzt dreh‘ dich um.“ „Wieso?“ „Weil ich nicht will dass du mir beim Umziehen zu siehst.“ „Ich weiß aber wie du ohne Kleidung aussiehst.“

Nach ungefähr 10 Minuten liege ich dann neben dir, am Fenster und sehe in den Himmel. Es ist eine wunderschöne sternklare Nacht, ob es in Helsinki auch so wunderschön ist? „Bestimmt,“ meinst du. „Was,“ frage ich dich. „Zu Hause ist es oder war es sicher auch eine sternklare Nacht.“ Entweder kannst du Gedanken lesen, oder ich habe das gerade laut ausgesprochen, aber egal.

„Ich weiß dass du dass jetzt wahrscheinlich nicht hören willst, aber meine Liebe zu dir wird niemals enden, das schwör ich dir Prinzessin.“ Wieder eine leere Versprechung deinerseits?

Plötzlich ist es still und du bist eingeschlafen. Ich schließe meine Augen und versuche ebenfalls zu schlafen, doch es gelingt mir nicht und irgendwann beginne ich dich beim Schlafen zu beobachten. Du siehst so niedlich aus, einfach zum anbeißen. Ich fasse den Entschluss dich einfach auf den Rücken zu drehen, wobei du kurz seufzt. Ich tippe dich kurz mit den Fingern an und lege dann meinen Kopf auf deine Brust und beginne kleine Kreise darauf zu zeichnen. Plötzlich öffnest du die Augen und siehst mich intensiv an. Wir starren uns eine Weile an, dann umarmst du mich und küsst mich, sanft auf den Mund. Sanft streichst du mir über den Rücken worauf ich leicht aufseufze. „Lass es einfach geschehen...“, flüsterst du mir ins Ohr und küsst mich wieder. Vorsichtig beginnst du mein Brustbein zu küssen, es tat so gut dich wieder einmal s nah zu spüren, darum ließ ich dich auch weitermachen. Langsam beginnst du mir mein Nachthemd auszuziehen. „Lauri...Ich...ich will nicht,“ bringe ich irgendwie heraus. „Ich weiß. Soweit wie du schon wieder denkst machen wir es auch gar nicht.“ Ich lasse dich einfach weitermachen, bis ich müde werde und du mir dann lächelnd eine gute Nacht wünscht.

Am nächsten Morgen erwache ich und bemerke, dass ich gar nichts anhabe. Vor lauter Schrecken lasse ich einen Schrei los und wecke somit dich auf. „Warum schreist du so? Ich hab Kopfschmerzen, also sei leise.“ „Dir wird gleich noch viel mehr weh tun, wenn du mir nicht sofort sagst was heute Nacht passiert ist?“ „Nichts. Wir haben nur rumgemacht und du hast angefangen.“ Du erzählst mir haargenau was wir gemacht haben und wie es dazu kam. Irgendwie beruhigt mich das wenig, dass wir nicht übereinanderhergefallen sind. Somit habe ich jetzt die Bestätigung dass du nur ein Wort zu mir sagen bräuchtest und ich dir wirklich verfallen wäre. Andererseits will ich dich wieder, aber die Angst dass du mich wieder verletzen könntest ist nun einmal stärker.

Langsam beginne ich mich anzuziehen, es ist mir mittlerweile egal wenn du mir zusiehst.

„Prinzessin?“ „Hm?“ „Lass uns diese Nacht vergessen. Ich denke es wird das Beste sein. Ich meine... Wie soll ich dir das erklären. Es ist einfach das Beste für dich und mich, denn es wird mit großer Sicherheit wieder so wie das letze Mal und das will ich Niko nicht noch einmal zumuten. Ich will euch beiden das Leid ersparen. Du denkst doch auch so, oder?“ „Ähm,...ja sicher.“ Nein eben nicht. Ich will das es wieder klappt, so ist wie früher. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als, dass wir wieder eine Familie sind. „Seit wann interessierst du dich für Niko? Seit zehn Minuten?“ „Aber...“ „Hör doch auf, du hast nicht einmal an seinem Geburtstag angerufen und da willst du sagen du wärst an ihm interessiert? Glaubst du ich wüsste nicht, dass du viel zu bequem bist dich um mich und Niko zu kümmern, dass du lieber Parties feierst, als Windeln wechselst. Denkst du ich wollte mit 24 Mutter werden? Sicher, irgendwann mal wollte ich Kinder haben, aber halt irgendwann und wenn du nur einen Moment logisch nachgedacht hättest, wäre dir vielleicht in den Sinn gekommen, dass durch ungeschützten Sex Babys entstehen. Aber du denkst ja nicht daran, für dich sollen andere denken.“ Deine Augen schließen und öffnen sich wieder. „Das ist nicht fair. Zu einem Baby gehören immer zwei. Aber gut, ich habe verstanden.“ Du drehst dich um und gehst.

Seit dem Gespräch gehst du mir aus dem Weg. Beim Abendessen ignorierst du mich und starrst durch mich hindurch.

Ich bin so froh, dass ich gleich zu Hause bin, bei meinem Niko, er ist mein ein und alles.

Alls ich vom Ankunftsareal komme spring er mir entgegen. Natürlich hat er Bruno, seinen Teddy, auch mit, ohne den würde er wahrscheinlich nirgendwo hingehen. Dann sieht er dich und starrt dich an, bis ich zu ihm sage er soll zu dir laufen. Du siehst etwas hilflos aus als Niko sich an dein Bein klammert und dennoch freust du dich, dass er bei dir ist. Vielleicht hatte ich doch unrecht mir dem was ich sagte, trotzdem war es gut das alles loszuwerden.

Der Alltag mit Niko hat mich nun wieder. Doch Niko will seit dem er dich am Flughafen sah, ständig dass du kommst, wie du es ihm versprochen hast. Aber wie soll ich einem 2 jährigen erklären, dass du wahrscheinlich nichts von ihm wissen willst, oder einfach keine Zeit für ihn hast, oder dir einfach keine nimmst.

Es ist ein stürmischer Winterabend. Kein Mensch würde heute freiwillig vor die Tür gehen, ich zumindest nicht.

Es klingelt. Helena und meine Großmutter stehen vor der Tür. „Was wollt ihr denn schon wieder hier?“ frage ich beide genervt. Seit Wochen nerven sie mich schon damit, dass ich wieder einmal ausgehen soll, aber ich wüsste nicht wozu. Immer sagen sie ich soll mir einen anderen als dich suchen, wenn ich aber doch nur dich will und sonst keinen. Es wäre falsch einen anderen zuhaben, mit seinen Gefühlen zu spielen, wenn mein Herz doch für dich alleine schlägt.

Dieses Mal haben Großmutter und Helena gewonnen, ich gehe mit Helena aus, obwohl ich nicht will. Ich habe Angst davor jemanden kennenzulernen, mich zu verlieben und dich vergessen zu müssen.

Wie immer war unser Lokal voll. Viele Menschen auf einmal vertrage ich heute nicht unbedingt, oder vertrage ich schon lange nicht mehr. Am liebsten würde ich wieder umkehren, doch Helena zieht mich an die Bar und bestellt mir einen Tequilla. Sie weiß genau dass ich das Zeug nicht mag, dennoch bestellt sie es mir andauernd.

Meine Blicke schweifen über die Bar und bleiben an dir hängen, wie du in lockerer Haltung an der Bar sitzt, die Ellbogen auf dem Tresen hinter dir gelehnt, die Hände lässig über die Kante baumelnd und ein Bein leicht angewinkelt hast. Wie immer siehst du einfach göttlich aus, mit deinem schlanken und gleichzeitig muskulösen Körper. Anscheinend habe nicht nur ich dies bemerkt, sondern auch die vielen Mädchen die sich in Scharen um dich ringen und mit denen du gleichzeitig flirtest. Du weißt einfach wie du deine Wirkung auf Frauen einsetzen musst, du weißt auch das viele Mädchen alles tun würden was du von ihnen verlangst. Du lässt dich mit einem Lächeln auf den Lippen von einem der Mädchen auf die Tanzfläche ziehen, wo du bald sämtliche Blicke auf dich ziehst. Man sieht dir richtig an wie du es genießt, dass du die gesamte Aufmerksamkeit der restlichen Gäste auf dich gezogen hast. Als du dann mit dem Mädchen, das sehr wahrscheinlich gerade mal alt genug ist um den Club zu betreten, einen Dirty Dance beginnst, will ich einfach nur noch weg und laufe aus der Bar.

Ich bin so froh, als ich meine Wohnungstür erreicht habe, würde am liebsten laut schreien vor Enttäuschung. Von dir hätte ich mir alles erwartet, nur nicht, dass du dich an kleine Mädchen vergreifen könntest.

Meine Großmutter sieht mich etwas erstaunt an, da ich so früh komme, doch sie stellt keine Fragen. Sie weiß wann sie mich lieber in ruhe lassen soll und geht dann auch bald darauf nach Hause.

Ich ziehe mir mein Nachthemd an und gehe ins Bett. Es war etwas zuviel an einem Abend. Du und dieses Mädchen, das Mädchen und du. Ich will, dass du mich so liebst wie ich dich liebe, aber ich weiß auch, dass es nicht so sein wird.

Es läutet an der Tür, vielleicht hat meine Großmutter etwas vergessen. Ich stehe wieder auf und öffne. „Wow, Pikkuhiiri, machst du immer in solchem Aufzug die Türe auf?“ fragst du mich und musterst mich von oben bis unten. „Was willst du um diese Zeit bei mir,“ will ich wissen. „Weißt du ich hab dich gesehen als ich auf der Tanzfläche war und als ich danach zu dir gehen wollte warst du weg, darum wollte ich wissen warum?“ „Weil ich deinen Anblick auf der Tanzfläche nicht mehr ertragen konnte,“ fauche ich. „Sag mal, höre ich da etwa den Funken einer Eifersucht aus dir sprechen?“ „Nein worauf sollte ich den bitte Eifersüchtig sein? Sollen andere mit dir das durchleben was ich schon hinter mir habe. Außerdem würde ich es kein zweite Mal ertragen von dir Enttäuscht zu werden.“ „Verdammt noch mal. Jetzt bin ich wieder an unserer scheiß Situation Schuld. Ich meine du hast nachdem Niko zur Welt kam jegliche Zärtlichkeit mit mir vermieden, wolltest nicht einmal einen Kuss von mir. Das einzige was wir getan haben, war in der Dusche und selbst das war alles andere als Romantisch. Da würde mir sicher jeder recht geben, dass ich einfach einmal etwas anderes tun musste.“ Nach diesen Worten gehst du und lässt mich wieder allein. Du hast Recht, mit allem was du gesagt hast. Ich rutsche dir Tür hinab und beginne zu heulen.

Am nächsten Nachmittag nehme ich Niko und gehe mit ihm zur Bucht. Mich wundert, dass hier fast kein Schnee liegt, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Felsen dicht aneinander gedrängt sind. Während ich mich auf den kalten Stein setze, tobt Niko im Schnee herum.

„Miia, das was ich letze Nacht gesagt habe, tut mir aufrichtig leid. Ich habe alles so nicht gewollt. Ich hab dir in den letzen Jahren so viele leere Worte und Versprechungen gegeben, die ich sowieso nie hätte halten können,“ du Atmest hörbar aus, „ Erinnere dich an die Tage an denen wir die Zeit miteinander verbrachten, die Vögel an uns vorbei flogen, in dieser Zeit waren wir so glücklich. Ich liebte es deinen Wangen zu küssen, bevor du aufwachtest, mich zurückzulehnen und dich beim Schlafen beobachten. Damit will ich dir sagen, wie sehr ich dich liebe und in meinem Leben brauche, weil ich kann nicht ohne dich leben, kann nicht Atmen ohne dich. Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen. Ich weiß, du bist bestimmt für mich und ich bin bestimmt für dich.“

Als ich in deine Augen sehe, kann ich einfach nicht anders. Ich ziehe dich zu mir und küsse dich mit so einer Leidenschaft, dich ich bis jetzt noch nicht kannte. Immer und immer wieder kämpfen unsere Zungen, immer wieder spüre ich deine Lippen und immer wieder beißt du zart in meine und immer wieder erwidere ich diesen Kuss wie ich es noch nie getan habe.

Als wir uns von einander lösen sehe ich , dass du Niko mit deiner Hand die Augen zuhältst. Du starrst mir in die Augen. Ich sehe abwechselnd dich und Niko an. Immer noch hältst du ihm die Augen zu, was den Kleinen total wild macht. „Komm lass ihn in Ruhe,“ sage ich lächelnd zu dir und streiche dir zärtlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wenn ich dich aber noch einmal küssen will...und dabei braucht der Zwerg und wirklich nicht zusehen,“ hauchst du. „Dann mach’s zu Hause.“ „Zu...Hause?“ „Ja, zu Hause.“ „Du meinst zu dir nach Hause?“ „Uns.“ „Gibt es denn ein uns?“ „Außer du willst nicht.“ Kaum hatte ich den Satz fertig gesprochen umarmst und küsst du mich stürmisch. Du lässt es erst wieder sein, als Niko zu jammern beginnt, dass ihm kalt ist und er unbedingt nach Hause will. Ich gebe ihm die Hand und wie gehen. Bei jedem Stein, mag er auch noch so klein sein, müssen wir anhalten, weil er ihn genau betrachten muss, bis es dir zu blöd wurde und du ihn auf den Arm nimmst, was Niko natürlich gar nicht passt und dieser total laut zu heulen beginnt. „Also wenn du nicht willst, dass er bei uns bleibt, mach nur weiter so,“ sag ich zu ihm, was ich aber gleich wieder bereue, als er noch mehr zu heulen beginnt und sich ganz fest an dich klammert.

Zu Hause, als du ihn runter lassen willst, weigert er sich strickt und hört einfach nicht zu plärren auf, was mir gehörig auf die Nerven geht. „Niko, komm lass mich los,“ sagst du dann worauf du nur ein Kopfschütteln erntest, „nur kurz, dann darfst du dich auch wieder an mich klammern wenn du willst.“ Daraufhin lässt er dich zaghaft los, du hockelst dich vor ihn hin und legst deine Hände auf seine Seiten. „Jetzt hör mich mal zu. Ich bin froh bei dir und Mama zu sein, und deshalb werde ich nicht wieder so schnell gehen. Außerdem was wäre ich denn für ein Vater wenn ich nie bei dir bin? Darum verspreche ich dir immer bei dir zu sein, außer ich muss arbeiten.“ Dann umarmst du ihn. Zum Glück weiß Niko nicht, dass du ständig arbeiten musst und selbst wenn du frei hast schreibst du Songs. Also weiß ich genau, dass du nicht oft bei uns sein wirst. Es ist zwar hart, aber irgendwie werden wir das schon schaffen, zumindest will ich das unbedingt und ich hoffe dass du es auch willst.

Niko verschwindet im Wohnzimmer und schüttet seine Legosteine aus. Aufräumen muss sie dann sowieso immer ich, wenn er nicht mehr spielen will.

„Diesmal lassen wir uns aber mit allem etwas mehr Zeit,“ meinst du und siehst Niko beim Spielen zu. „Wie meinst du das jetzt?“ „Das letzte Mal ging doch ein wenig sehr schnell, oder? Kaum hat es richtig angefangen, haben wir auch schon Niko gehabt. Darum meine ich ja, dass wir uns mit den nächsten Kindern zeit lassen können.“ Also ich finde ja, dass wir erst einmal mit Niko klar kommen müssen, ich will nicht unbedingt dass dieser in der Gosse landet, nur weil wir keine Zeit für ihn haben. Aber ich sehe schon, das mit den „Kindern“ wird noch ein langer Kampf werden. Ein Kind vielleicht noch, aber nicht mehrere. Dir kann es ja egal sein, dir ist dann ja nicht andauernd heiß, übel und hast auch keine schmerzenden Beine...

Moment mal, wenn ich mir das was du da von mir willst, so durch den Kopf gehen lasse, könnte ich glatt zu dem Entschluss kommen, dass du häuslich werden willst. Aber das könnte ich mir bei dir irgendwie nicht vorstellen, du bist es gewohnt ständig zu Reisen, nirgendwo richtig zu Hause zu sein, und dann willst du auf einmal häuslich werden? Wer weiß vielleicht täusche ich mich ja nur und du willst einfach nur für die Zukunft vorsorgen. „Sag mal Lintu, an wie viele Kinder hast du eigentlich gedacht?" „Mindestens noch 3. Und eins davon wäre mir am liebsten noch bevor ich 30 werde.“ Jetzt glaub ich hat dein Gehirn ausgesetzt. Hast du sie noch alle? Einerseits willst du dir mit allem Zeit lassen und andererseits muss das alles in den nächsten 4 Jahren passieren. Aber wenn das Timing passt...warum eigentlich nicht? Trotzdem sollte dieses mal alles perfekt sein, aber wenn man auf den richtigen Moment wartet, kommt der nie. Auf jedenfall will ich bald wieder arbeiten, und in dieses Planung passt mir ein zweites Kind so gar nicht hinein, ich muss mir außerdem auch überlegen wie ich Niko und Arbeit unter einen Hut bringen würde. Dann sollte ich mich auch noch um dich kümmern, denn ein Ehemann ist ja auch wie ein Kind.

Aber es wird schon irgendwie gehen, wenn man will findet man immer einen Weg und ich bin fest davon entschlossen einen zu finden.

„Pikkuhiiri, ich muss dich was Wichtiges fragen.“ Was kommt jetzt wohl wieder? Immer wenn du so etwas sagst kommt etwas, dass mir nicht gefällt. „Dann frag, Lintu.“ „Also, am Samstag...ist so eine Wohltätigkeitsveranstaltung in Espoo und ich sollte mich da zumindest kurz blicken lassen....“ „Und ich soll mit dir dahin gehen,“ nehme ich dir das Wort aus dem Mund. Ich hasse es wenn du so herumdrückst. „Wäre nicht schlecht, Hiiri.“ Hey wo ist mein Pikku? Bin ich gewachsen, dass ich nicht mehr dein Pikkuhiiri bin? „Hey Pikku ich rede mit dir! Wäre toll wenn du mir zuhören könntest.“ Pikku? „Pikkuhiiri?!“ kommt es von dir in einem etwas ärgerlichen Ton. Da war es, das Wort das ich so liebe. „Ja Lintu ich geh mit dir da hin, zufrieden?“ „Klingt nicht sehr überzeugend, aber, ja ich bin zufrieden.“ Wenn ich dich damit Glücklich machen kann, gehe ich überall mit dir hin, oder fast überall. Es wird sicher total langweilig werden, denn alle Veranstaltungen dieser Art sind mir zuwider. Ich kenne solche von früher, als ich meine Eltern immer begleiten musste und ich hasste es.

Am Samstag also. Und ich wollte am Samstag mit Helena ausgehen, und Niko dir überlassen. Jetzt muss ich Niko jemandem überlassen, nur wem? Meine Großmutter ist seit einer Woche unerreichbar, meinen Nachbarn vertraue ich nicht, bleibt also nur mehr Helena. Ich weiß zwar nicht wie die mit Kindern kann, aber ich denke das müsste sich doch irgendwie regeln lassen. Ich muss sie nur davon überzeugen, dass ich einen triftigen Grund habe, und den habe ich ja auch. Eigentlich brauche ich ihr ja nur zu sagen, dass ich einen Mann gefunden habe und die Nacht bei ihm sein möchte, dann würde sie es machen. Versuchen kann ich’s ja, mehr als nein sagen kann sie ja sowieso nicht und sie sagt tatsächlich zu. Habe zwar insgeheim nicht gedacht dass sie es tatsächlich macht, aber sie macht es.

Am Samstag sehe ich dich fast nicht. Als ich morgens aufgewacht bin, warst du schon weg, und gekommen bist du dann erst nach Mittag.

„Pikkuhiiri, ich hab da was für dich,“ du lächelst. Ich weiß nicht wieso du lächelst, aber du tust es. Du übergibst mir eine Schachtel, die ich auch sofort öffne. Zum Vorschein kommt ein wunderschönes Kleid, erinnert mich irgendwie an eines der Kleider in den Sissi-Filmen. „Ist das wirklich für mich?“ „Nein, für meine zweit Frau. Also manchmal stellst du Fragen. Wer geht denn heute mit mir auf eine Veranstaltung?“ „Ähm...falle ich damit nicht auf?“ „Nein...doch. Mit dem Kleid nicht, aber mit deiner Schönheit mit Sicherheit.“ Du machst mich ganz verlegen mit deinen Komplimenten. Mir hat noch nie jemand gesagt, dass ich schön wäre, außerdem finde ich mich selber auch nicht gerade prickelnd. Im Gegenteil, ich würde an mir vieles ändern, wenn nicht sogar alles.

Die Fahrt dauert ewig, ich hasse Autofahrten, die länger als zehn Minuten dauern, denn lange sitzen kann ich nicht. Fürs stillsitzen bin ich einfach nicht geschaffen, lieber laufe ich unruhig hin und her.

Endlich auf dieser Wohltätigkeitsveranstaltung angekommen, wirst du gleich von vielen verschiedenen Leuten begrüßt und bei jedem der dich begrüßt weiß ich dass dies mit Sicherheit nicht der letzte ist, der dich in ein Gespräch verwickelt. Ich komme mir vor wie bestellt und nicht abgeholt, da du mich nicht einmal mehr bemerkst.

„Sag mal Lauri, wer ist eigentlich das reizende Mädchen an deiner Seite?“ fragt ein älterer Herr dich. „Die reizende junge Dame an meiner Seite ist meine Ehefrau“, antwortest du und drückst mich fest an dich.

Irgendwann entschuldigst du dich und gehst mit mir in einen anderen Raum. „Jetzt gehöre ich dir allein“, lächelst du und beginnst mich zu küssen. Den ganzen Abend habe ich nun schon darauf warten müssen. „Lauri, mit Familienplanung hast du doch noch etwas zeit, “ kommt es hinter uns. Es ist einer der Männer mit denen du dich vorher unterhalten hast. „Mit Familienplanung haben wir schon beinahe wieder abgeschlossen.“ Und wieder beginnt eines dieser unendlichen Gespräche. Langsam aber sicher werde ich müde, ich wusste doch warum ich hier nicht unbedingt her wollte. Gegen ein Uhr ist meine Müdigkeit dann so groß dass ich dich nur mehr ums nach Hause gehen anbettle. So gelangweilt wie an diesem Abend habe ich mich in meinem gesamten Leben noch nie, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Als du dich dann endlich von allen mit denen du gesprochen hast, oder auch nicht, verabschiedet hast, verlassen wir den Ort. Jetzt will ich nur noch heim nach Helsinki in mein Bett und schlafen.

Doch du bringst mich nicht nach Hause, sondern zu einem großen Haus am Strand. Langsam frage ich mich wirklich was du vorhast. „Prinzessin, wir sind zu Hause.“ Zu Hause? Du kaufst einfach so ein Haus und noch dazu am Strand? Sogar einen großen Spielplatz hat es...anscheinend meinst du es mit den Kindern wirklich ernst. „Schau nicht so...gefällt es dir hier nicht?“ „Lauri...seit wann denkst du eigentlich daran eine Familie zu gründen?“ „Das ist eine gute Frage...ja eigentlich schon seit 6 Jahren und seit Niko da ist, will ich eine Großfamilie. Darum hab ich auch vor einem halben Jahr das Haus gekauft...und vielleicht legen wir uns auch einen Hund zu und...“ Ehrlich gesagt, macht mir das ein wenig angst. Von dir hätte ich solche Worte am aller wenigsten erwartet, ich dachte immer mit Familie würdest du dir zeit lassen, würdest es so lange hinauszögern wollen wie es nur geht, und jetzt kann es dir gar nicht schnell genug gehen.

Du nimmst meine Hand und betrittst mit mir das Haus. Schon allein der Flur ist überwältigend, mit dem Kronleuchter in der Mitte des Raumes. Das Haus hat ein Wohnzimmer, das doppelt so groß ist wie unser jetziges und es hat 3 Schlafzimmer, 4 wenn man das Gästezimmer mitrechnet. Und zu guter letzt hat es eine Bar. „Was willst du trinken Prinzessin?“ „Whiskey,“ sag ich und setze mich auf einen der Barhocker. Gleich darauf setzt du dich neben mich und schiebst mir meinen Whiskey zu. Ein sanftes lächeln huscht über dein Gesicht. Mit einem Schluck lasse ich den Whiskey meinen Hals hinab rinnen und spüre wie er sich durch meinen Körper zieht. Ich rutsche näher an dich heran, greife nach deiner Krawatte und ziehe dich an mich heran, so dass ich deinen Atem an meinem Gesicht spüren kann, küsse dich wild und unbändig und ziehe dich ins Schlafzimmer. Ich greife nach den Knöpfen an deinem Hemd und öffne einen nach dem anderen, du hingegen öffnest den Reisverschluß an meinem Kleid, das rasch von meinem Körper abfällt. Danach greife ich nach dem Reisverschluß deiner Hose. „Heute Nacht gehörst du mir allein,“ hauche ich dir ins Ohr und gebe dir anschließend einen Schubs ins Bett und lege mich anschließend mit meinem vollen Gewicht auf dich.

Als unsere Lippen immer wieder aufeinander treffen, kommt es mir so vor als ob ich gleich explodiere und mein Gehirn völlig aussetzt. Ich weiß nur dass ich dich jetzt in diesem Moment mehr will, als jemals zuvor. Diese Hitze zwischen uns ist schon fast unerträglich.

Ich setze mich auf, nehme deine Krawatte zwischen meine Finger, greife nach deinen Armen und ziehe sie nach oben. „Nein...Miia...das hast du nicht wirklich vor?“ keuchst du. Ich binde deine Arme an den Eisenteilen des Bettes fest. Fast schon verzweifelt versuchst du dich zu befreien. Armer kleiner Vogel, tust mir fast schon leid.

Mit einem Ruck ziehe ich dir deine Shorts aus, und beginne anschließend langsam mich meiner Unterwäsche zu entledigen. „Schade dass du mir nicht helfen kannst“, grinse ich.

In dem Moment wo du wahrscheinlich am wenigsten damit rechnest setze ich mich auf dich. Du schreist auf, rüttelst verzweifelt an deinen Händen, bekommst sie aber nicht los. Deine Finger krallen sich haltsuchend in das klitschnasse Bettlaken.

Immer mehr beginne ich beginne ich mich zu bewegen. Zwei erstickte Schreie kündigen unsere Höhepunkte an und ich lasse mich auf dich sinken. Dein Herz schlägt heftig gegen deine Brust.

Danach mache ich dich los und rolle mich neben dich. Leicht schlingst du deinen Arm um mich, worauf sich meine Nase in deiner Brust versteckt, nur um dich näher bei mir zu haben.

Warum weiß ich erst jetzt wie wichtig du mir wirklich bist? Ich meine ich wusste zwar vorher schon, dass du die Liebe meines Lebens bist, jedoch wusste ich nicht wirklich wie es sich anfühlt schon länger keine Liebe mehr gefühlt zu haben. Aber jetzt weiß ich, dass ich es nicht mehr viel länger hätte aushalten können, ohne über dich herzufallen. In diesem Moment, war mir einfach alles rund um mich egal, ob wir uns nun Zeit lassen wollten oder nicht, meine Gefühle waren einfach stärker als der Verstand und wer weiß vielleicht ist es ja auch besser so.

„Lauri?“ „Hm?“ „Schläfst du schon?“ „Mhm.“ „Sag mal, was hast du heute Abend wirklich geplant?“ „Miia, lass und morgen darüber reden, ja? Ich will einfach schlafen...“ „Du bist doch sonst auch nicht so schnell kaputt.“ „Schlaf jetzt.“ Du gibst mir einen Kuss auf die Stirn und drehst dich auf die andere Seite, wo du seelenruhig weiterschläfst.

Es macht mir fertig, wenn ich nicht jetzt sofort weiß warum du dies alles tust.

Irgendwie schade, dass wir zwei nicht immer alleine sind, aber daran bin ich ja selber schuld. Dennoch würde mir ohne Niko sicher etwas fehlen und dir wahrscheinlich auch.

Bei mir dauert es etwas länger bis ich einschlafe, aber mit der Zeit werde ich immer schläfriger und bald darauf bin ich dann auch eingeschlafen.

Am Morgen weckst du mich mit einem Kuss. „Hab ich dich jetzt geweckt?“ fragst du. „Mhm.“ „Tut mir leid, ich hab dich angesehen und konnte einfach nicht widerstehen.“ Du grinst übers gesamte Gesicht. Heute wohl Glücklich, oder wie? Heute Nacht hast du ja auch gekriegt was du verdient hast.  „Mit dir könnt ich ewig einfach so im Bett liegen und nie wieder aufstehen.“ Ja ich auch am liebsten, so wie früher einfach liegen bleiben und an nichts anderes denke als an dich, an das Jetzt und Hier. Unser Hier wird durch das Klingeln deines Handys unterbrochen. Habe zwar keine Ahnung wer das ist, doch allem Anschein nach ist es wichtig, denn sonst würdest du wohl kaum aus dem Zimmer gehen. Während du telefonierst, kuschle ich mich wieder zurück ins Bett und döse vor mich hin.

„Prinzessin,“ hauchst du mir leise ins Ohr, worauf ich langsam meine Augen öffne. Du beugst dich über mich und hauchst mir einen Kuss auf. Noch im Halbschlaf stehe ich auf und gehe unter die Dusche. Natürlich bist du schon fix und fertig. Ist wieder typisch du, dass du mich einfach nicht weckst. Während ich unter der Dusche bin bereitest du unser Frühstück vor.

Nachdem ich fertig mit duschen bin höre ich dich singen, total schief, so falsch habe ich dich mein Leben lang noch nicht singen hören. Ich mache mich auf die Suche nach der Küche, das blöde Haus ist zu groß, bin wirklich froh, dass ich mir wenigstens gemerkt habe wo sich das Schlafzimmer befindet. Nachdem ich endlich, dank deines schrecklichen Gesanges, die Küche gefunden habe, wo du gerade dabei bist Pfannkuchen zu machen, stelle ich mich hinter dich und umarme dich. „Lintu, mach einen Gesangskurs, ist ja schrecklich wie du singst.“ „Pikkuhiiri, das ist Kunst.“ Kunst? Kunst ist in meinen Augen etwas anderes, aber wenn es dich glücklich macht, sehe ich es halt als Kunst an.
Ich drücke mich fest an dich und murmle in dein Shirt: „Lintu, ich liebe dich." Du drehst dich zu mir, nimmst meinen Kopf zwischen deine Hände und küsst mich. „Ich dich noch viel mehr.“
Bei dem Gedanken an gestern Nacht, als du da so hilflos ans Bett gefesselt warst, muss ich lächeln. „Wage es ja nicht davon zu reden.“ Bedeppert sehe ich dich an. „Miia, du weißt genau wovon ich rede. Ich sagst dir gleich, dieses Thema bleibt für immer und ewig ein Tabuthema, denn ich hasse es wenn du mich so in der Hand hältst und ich mich nicht wehren kann. Und jetzt setz dich hin und lass uns in Ruhe frühstücken.“ „Lintu, du bist ein hoffnungsloser Fall,“ lächle ich und setze mich brav auf meinen Stuhl, wie du es von mir verlangtest. Eigentlich will ich ja gar nichts essen, habe keinen Appetit. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, und bei mir ist dies extrem. Bist du nicht da will ich nichts essen und auch wenn du da bist habe ich nie Hunger. Außerdem finde ich mich zu dick, seit dem Niko auf der Welt ist.
Am frühen Nachmittag bringst du mich dann nach Hause. Da Helena dort ist, willst du nicht mit nach oben und gehst stattdessen etwas spazieren. Ich weiß dass du sie nicht magst, aber für mich ist sie die einzige Person, der ich nach meiner Großmutter und dir vertraue, oder zumindest teilweise.
Ich werfe die Türe hinter mir zu, werfe meine Schuhe in eine Ecke und gehe ins Wohnzimmer wo ich mich auf die Couch setze. „Geht’s etwas leiser? Niko schläft!“ fährt Helena mich an. Ich weiß wie schwer es ist Niko zu einem Mittagsschlaf zu bringen, darum ist mir auch klar warum sie so genervt ist. „Miia, wo warst du eigentlich die ganze Nacht, ich dachte du würdest nach Hause kommen.“ „Hab ich gesagt dass ich nach Hause komme?“ „Nein, aber...“ „Siehst du, wenn ich nicht sage dass ich nach Hause komme, dann tue ich es auch nicht.“ Helena denkt auch nicht, ist doch logisch. „Du würdest doch den Kleinen sonst nie alleine lassen...außer du hast bei deiner Verabredung geschlafen...erzähl mal wie war’s.“ „Ich rede zwar viel, aber über meine gemeinsamen Nächte mit Mr. Ylönen himself rede ich nicht.“ Shit!! Jetzt weiß sie es. Warum sage ich nur immer das was ich mir denke, und denke das was ich sagen will. Schlechte Angewohnheit. Aber vor ihr hätte ich das sowieso nicht verbergen können. Helenas Gesichtsausdruck ist einfach nur göttlich, so sprachlos, hätte mir nie träumen lassen, dass sie mal sprachlos ist. „Ja Helena, du hast dich nicht verhört, ich war die ganze Nacht bei Lauri.“
Das einzige was von ihr in diesem Moment kommt ist, dass sie jetzt nach Hause muss. Als sie die Wohnungstür öffnet stehst du davor und wolltest gerade aufschließen. Jetzt wird’s ihr dann glaub ich zu viel.
„Was hat sie denn?“ fragst du. „Ach...ich hab mich verredet und nun weiß sie von dieser Nacht.“ „Aha, und wieviel weiß sie?“ „Glaubst du ich erzähle ihr einzelne Details über unser Liebesleben?“ „Nein, aber bei dir kann man nie wissen.“

Nachmittags gehen wir beide mit Niko zu unserem Haus. Der Kleine ist total begeistert vom Spielplatz, setzt sich gleich auf die Schaukel und meint wir sollen ihn anschubsen. Ich liebe sein fröhliches Kinderlachen und die glücklichen Augen dazu.

Eine Woche später ziehen wir dann mit unserem Krempel um. Das Auspacken erweist sich als etwas schwierig, da Niko dauernd quengelt, da es ihm einfach zu langweilig ist, was ich auch verstehe.
Als er dir auf die Nerven geht, packst du einige seiner Spielsachen aus und gibst sie ihm.
„Jetzt hab ich ihn ruhig gestellt,“ meinst du. „Für wie lange?“ „Ich gebe ihm höchstens eine halbe Stunde, dann will er mit dir kuscheln.“ „Dann mach ich’s halt, vielleicht schläft er dann ein.“ „Jaaa...und dann bin ich mit kuscheln dran.“
Kuscheln mit dir? Du meinst wohl eher „kuscheln“. Bis jetzt ist bei jedem Mal, wo wir miteinander gekuschelt haben, mehr daraus geworden.
„Niko nimma spielen.“ „Jetzt schon nicht mehr?“ Du klingst schon fast hysterisch, als der Kleine an deinem Hosenbein zerrt, weil du ihn nicht beachtet hast. Hey, wenn dich das jetzt aufregt bist du nicht wirklich für kleine Kinder geeignet. „Spatz, würde es dir vielleicht Spaß machen, wenn du mir und Mami etwas zeichnest?“ Er nickt. „Ich will aber ein ganz schönes Bild, ja?“ Wieder ein nicken. Du gibst ihm einen Zettel und seine Buntstifte und setzt ihn ins Wohnzimmer.
„Jetzt brauch ich erst mal eine Kippe.“ Und weg bist du. Niko muss dich ja gewaltig nerven, wenn du innerhalb von 5 Minuten 3 mal rauchen musst.
Kaum bist du wieder da kommt Niko auch schon mit seinem Bild, und zerrt wieder an deinem Hosenbein, obwohl du ihm diesmal deine Aufmerksamkeit geschenkt hast, worauf du deine Augen verdrehst. „Zeig her,“ sagst du ein wenig gerädert. „Das bist du, Mami und Niko,“ sagt mein kleiner Spatz und zeigt auf sein Bild. „Und was ist das da neben dir?“ „Mein Hund.“ „Ah? Haben wir einen Hund?“ fragst du ihn. „Noch nicht,“ grinst Niko dich breit an. Du sagst ihm er soll noch so ein schönes Bild malen, das du dann später an den Kühlschrank hängst, worauf Niko sofort weiter zeichnet.
„Und wann bekommt er seinen Hund?“ will ich wissen. „Mir kommt kein Vieh ins Haus und schon gar kein Hund,“ vor einer Woche hast du noch etwas anderes behauptet, „Obwohl zu einer Bilderbuch Familie gehört ein Hund...Golden Retriever vielleicht?“ Bilderbuch Familie? So etwas werden wir nie sein. Wie denn auch, wenn du fast nie zu Hause bist.
Aber genauso habe ich mir mein Leben mit dir immer vorgestellt. Ich liebe dich nun einmal und Liebe heißt Opfer bringen. Für dich habe ich so viel aufgegeben, aber ich bereue nichts, nicht eine Sekunde unseres Gemeinsamen Lebens.

Am frühen Abend gehst du dann Niko baden, was sich als nicht gerade einfach herausstellt, da er Angst vorm Schmutz im Wasser hat. Er sieht einfach alles, jedes noch so kleine Staubkorn.
Kurz nachdem du mit ihm ins Bad gegangen bist habe ich Niko auch schon plärren gehört.
Du tust mir schon fast Leid, denn so wie der Junge schreit könnte man meinen du würdest ihn foltern. Das Baden jedesmal so ein Theater sein muss.
Ich geselle mich zu dir und Niko, worauf Niko sogleich zu mir kommen wollte, doch du ihn festgehalten hast. Wohl ein bisschen zu fest, wie wir beide feststellen müssen, da er noch lauter zu weinen anfängt. „Will nicht baden“, ruft Niko hysterisch. „Wenn ich mit dir planschen würde, würdest du dann nicht so ein Drama veranstalten?“ Auf die Idee wäre ich noch gar nicht gekommen. Und siehe da unserem Sohn gefällt dein Vorschlag. Ehrlich gesagt würde ich auch sofort ja sagen, wenn du mich fragen würdest, ob ich mit dir in die Wanne springe, aber ich werde ja nie gefragt.

Ich gehe wieder zurück ins Wohnzimmer, wo ich verzweifelt versuche bei diesem blöden Fernseher ein gutes Bild zu bekommen. Du musst immer den neuesten und vor allem größten Kram haben, wo sich kein Schwein auskennt. Das Ding sieht zwar toll aus, ist auch sehr groß, aber auch sehr schwer zu bedienen. Und weil du keine Geduld für so einen Scheiß hast, muss ich mich wieder um die Technik kümmern. Ja das Leben ist hart.
Plötzlich steht Niko vor mir, in seinem Bademantel, mit tropfendem Harren und klatscht sich gegen mich. Toll jetzt bin ich auch noch nass. „Das nächste Mal übernimmst du das wieder,“ kommst du seufzend zu mir, „wer hätte gedacht, dass ein Kind alleine es einem so schwer macht es zu baden.“ Ja du siehst wirklich etwas fertig aus. Aber gerade du brauchst dich am wenigsten beschweren, da du dich ja freiwillig fürs baden entschieden hast und noch gemeint hast, dass es doch nicht so schwer sein kann Niko in die Wanne zu bringen. So schwer ist es doch auch nicht, oder?
Ich könnte mich einfach nur kaputtlachen, über deinen Gesichtsausdruck, der verrät wie genervt du heute bist. So ist es eben wenn man Kinder hat.
Du hast jetzt 1 ½ Stunden mit dem Kleinen im Bad verbracht, und jetzt ist es halb 8. Eigentlich sollte Niko schon seit einer Stunde im Bett sein. „Komm Spatz, ab ins Bett“, sage ich zu ihm. „Bin gar nicht müde“, erwidert er gähnend, worauf ich ihn packe und nach oben in sein Zimmer trage. „Schau, Bruno schläft auch schon“, meine ich und zeige auf seinen Teddy, der in seinem Bett liegt. „Erzähl mir eine Geschichte.“ „Worüber“, seufze ich. „Bob der Baumeister.“ Na toll, reicht es nicht, dass ich den immer mit ihm ansehen muss, da er ihn alleine nicht anschaut. Langsam fange ich auch an, nur darauf zu warten, dass er endlich einschläft.
Also beginne ich mir etwas über Niko und Bob den Baumeister aus den Fingern zu saugen. Ich habe ihm schon so viele Geschichten erzählt, aber noch nie eine über diese komische Knetfigur.
Als er dann endlich eingeschlafen ist, gehe ich zurück zu dir ins Wohnzimmer und lasse mich neben dich aufs Sofa fallen. „An Tagen wie heute kann ich es nicht mehr erwarten bis er endlich erwachsen ist und auszieht.“ „Ich weiß was du meinst Pikkuhiiri. Aber stell dir vor wir hätten ihn nicht, wäre doch auch langweilig, oder?“ „Keine Ahnung für solche Überlegungen hatte ich bis lange noch keine Zeit. Ich denke ich bin mit Niko überfordert.“ Du beginnst zu lachen, ich frage mich was daran so lustig sein soll. Es war eine ernst gemeinte Feststellung und das ist doch wohl alles andere als lustig. „Genau das selbe habe ich heute auch schon von mir gedacht,“ bringst du lachend hervor. Gut zu wissen, dass nicht nur ich an mir zweifle. „Aber Morgen sieht die Welt sicher wieder ganz anders aus,“ du stehst auf und gehst auf die Terrasse um eine zu rauchen. Wahrscheinlich, außer er ist morgen auch so nervenraubend.
Es klingelt an die Tür. Ich will keinen Besuch, von wem auch immer. Aber weil ich ja nicht so bin gehe ich sie öffnen. Mit einem missmutigen „Ja“ öffne ich. Eine mir unbekannte Person steht dort draußen, nimmt meine rechte Hand und schüttelt sie. „Hallo, ich bin Piritta Benveniste, ihre Nachbarin.“ Sie meint wohl meine recht aufdringliche Nachbarin. Benveniste? Komischer Nachname, könnte amerikanisch sein. „Miia“, sage ich so höflich wie möglich. Notiz an mein Gehirn: Dieser Person aus dem Weg gehen. Gott, die hört ja gar nicht mehr auf zu reden, ich hasse Menschen die viel reden. Und die gehört eindeutig zu der Spezies. Womit könnte man der bloß den Mund stopfen, oder sie kurz einmal zum Schweigen bringen. Wenn die stirbt, muss man dann etwa ihr Maul extra erschlagen? Müsste man ausprobieren. „Hallo? Ich rede mit Ihnen.“ „Ähmm, tut mir leid war gerade kurz mit den Gedanken wo anders.“ „Macht nichts, ich habe sie nur gefragt, wie eine so junge Frau zu so einem großen Haus kommt, haben Sie es von Ihren Eltern geschenkt bekommen?“ „Nein, wenn mir meine Eltern dieses Haus gekauft hätten, hätte ich es nie angenommen, da sich meine Liebe nicht kaufen lässt.“ „Wohnen Sie hier eigentlich ganz alleine?“ Was geht sie das eigentlich an? Miia bleib höflich, du willst doch nicht unbedingt auffallen, aber so zwischen Tür und Angel mit dieser Frau sprechen ist eben auch nicht sehr nett. Trotzdem will ich die nicht in meinem Haus haben. „Nein, mit meinem Mann und meinem Sohn. Tut mir leid, aber ich habe jetzt keine Zeit mehr, wenn ich noch länger mit ihnen Plaudere kann ich meine Pizza nicht mehr essen, da sie dann sicher schwarz ist. War nett mit ihnen zu sprechen.“ Tür zu. „Pikkuhiiri, das war jetzt nicht sehr nett.“ „Seit wann stehst du da?“ „Hmm...Lange genug um zu sehen wie dich die Tusse gequält hat,“ du kommst auf mich zu und ziehst mich näher an dich heran. „Ich liebe dich,“ hauchst du mir zu und küsst mich. Mich durchzuckt ein Blitz an Gefühlen und schlinge meine Arme fest um dich.
Du hebst mich hoch und trägst mich ins Schlafzimmer.

„Bist du sicher, dass Niko wirklich schläft“, frage ich dich. „Ich hab extra zwei Mal nachgesehen“, sagst du und streifst bei diesen Worten meine Lippen, lässt deine Hand meinen Rücken hinab gleiten und ziehst mich weiter zu dir. Gott, bist du geil. Du ziehst mir mein T-Shirt über den Kopf und kümmerst dich danach um meine Hose. Dann fingere ich am Bund deiner Hose herum und öffne den Reißverschluss und streife sie dir von den Beinen.
Die Beule in deiner Hose macht mich total an und ich spüre wie sich mir jedes einzelne Haar aufstellt.
Du schiebst mich von dir weg und kramst im Nachttisch herum. Was du wohl suchst? Als du es endlich hast, versteckst du es vor mir und grinst mich an, stellst dich vor mich und schubst mich ins Bett. Du legst dich auf mich, wobei sich deine Erektion an mich drückt. Das Verlangen in deinen Augen nimmt kein Ende mehr. Heftig küssend balgen wir übers Bett und als mein Kopf auf einem Kopfkissen zu liegen kommt setzt du dich auf mein Becken, beugt sich über mich und küsst mich weiter. Du nimmst meinen Arm und hebst ihn hoch, zum Bettgestell. Nein, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? In diesem Moment spüre ich auch schon etwas kaltes, Handschellen. Gleich darauf macht meine andere Hand auch Bekanntschaft mit dem Gestell unseres Bettes. Das ist gemein, das war meine Idee.
Höhnisch grinst du mich an. Du weißt genau, dass es mir gar nicht recht ist hier unter dir zu liegen, dein Opfer zu sein. „Ich weiß dass es dir umgekehrt sicher mehr Spaß machen würde, aber heute bin ich mit quälen dran“, grinst du und rutscht auf mir auf und ab. Wenn du so weiter machst, komme ich schon bevor du richtig angefangen hast.
Langsam ziehst du mir mein Höschen aus und drückst meine Beine auseinander. Ich denke du hast erbarmen mit mir. Du legst dich auf mich, küsst mich und stößt dann ruckartig in mich.
In diesem Moment wird mir heiß und kalt, doch ein anderes Gefühl übertrifft dies alles – Geilheit. Am liebsten würde ich dir deinen makellosen Rücken zerkratzen.
Mit einem erstickten Schrei kommst du und ich merke wie auch um mich herum alles zu explodieren scheint. Erschöpft lässt du dich auf mich sinken und legst deinen Kopf auf meine Brust und hörst einfach zu wie wild mein Herz schlägt.
Ich räuspere mich. „Was?“ fragst du immer noch heftig atmend. „Ich glaube du hast etwas vergessen.“ „Oh, Sorry.“ Endlich machst du mir die verdammten Dinger ab, damit ich mich wieder bewegen und mit dir kuscheln kann. Ich bekomme einen Kuss auf die Stirn und schlafe ein.

Am nächsten Morgen stehe ich auf und gehe in die Küche. Du bist schon längst aufgestanden, obwohl du meist länger schläfst als ich. „Guten Morgen, Prinzessin“, kommt es sehr fröhlich von dir. In letzer Zeit bist zu sehr oft gut gelaunt, zu oft für meine Verhältnisse.
Du hältst mir einen Zettel vor die Nase und meinst ich soll das unterschreiben.
„Was ist das?“ will ich wissen und beginne zu lesen. „Nicht lesen, unterschrieb einfach.“ Du reißt mir den Zettel aus der Hand. „Ich unterschreibe doch nichts dass ich nicht vorher gelesen habe.“ „Vertrau mir einfach, ich verspreche dir es wird nichts passieren.“
Ich tu dir den Gefallen und setze meine Unterschrift auf diesen Wisch. Was ich jetzt wohl unterschrieben habe?
Du nimmst meine Hand und gehst mit mir nach draußen, wo es Arschkalt ist. „Miia, du weißt dass ich dich liebe, denn du bist mein Leben. Und dieses Leben will ich mit dir, in der Hoffnung dass es für die Ewigkeit ist, teilen.“ Du kramst eine Schachtel hervor und hältst mir einen silbernen Ring hin. Deine Augen flehen mich förmlich an, ihn anzunehmen.
„Aber...wir sind doch schon.“ sage ich während Tränen der Rührung über mein Gesicht fließen. Du schüttelst nur den Kopf: „ Seit gerade eben nicht mehr.“ „Dann muss ich fast ja sagen.“ „Wirklich?“ „Ja, verdammt.“ Du nimmst mir zittrigen Händen den Ring und steckst ihn mir an.
Danach legst du deine weichen Lippen auf die meinen und wir versinken in diesen Kuss.
„Mama, essen“, ruft Niko von der Terrassentür zu uns rüber. „War klar“, sagst du zu mir und streichst mir durchs Haar. Es war wirklich absehbar, dass Niko bald aufwachen wird und da ist er. Ich gehe mit ihm zurück ins Haus, wo Aki steht und die Scheidungspapiere in den Händen hält.
„Was machst du hier, und wie kommst du überhaupt herein?“ will ich von ihm wissen. „Niko hat aufgemacht. Aber sag mal, was...das ist doch nicht euer Ernst oder?“ sagt er und zeigt auf die Papiere. „Doch unser voller, “ meinst du als du von draußen kommst, „und das nur damit ich sie noch einmal Heiraten kann. Diesmal wird es aber eine große Hochzeitsfeier.“ „Du hast einen Vogel, Lintu.“ „Hey ich will ihr nur eine schöne lange Hochzeitsreise schenken.“ „Wohl eher Hochzeitsnacht.“ „Aki, er will beides.“
Niko übertönt mit seinem Gebrüll nach essen, das was Aki zu mir sagen will, damit ich kein Wort verstehe. Du nimmst ihn auf den Arm und gehst mit ihm in die Küche. „Sehr temperamentvoll“, meine Aki und schaut euch nach. „Ja wenn er etwas will...Sag mal willst du mit uns frühstücken?“ „Ein anderes Mal gerne, aber ich muss zu meiner Schwester, wollte nur mal vorbeikommen und sehen wie es euch so geht.“
Muss auch komisch sein, jemanden zu besuchen und auf dem Tisch Scheidungsunterlagen liegen zu sieht und als Erklärung eine wie die deinigen zu bekommen. Manchmal kommt mir mein Leben vor wie in einer schlechten Soap, alles ist einfach möglich. Aber im Moment bin ich Glücklich so wie es ist. Trotzdem habe ich so ein Gefühl, dass dieser Zustand nicht lange anhalten wird, weiß zwar nicht warum, aber das Gefühl ist eben da. Wahrscheinlich bilde ich mir das alles nur ein. Dennoch, ist es nicht immer so, dass auf gutes meint etwas schlechtes kommt? Ich weiß es nicht. Über solche Dinge denke ich schon lange nicht mehr nach, denn es bringt sich sowieso nicht wirklich etwas. Denn mache Dinge kann man sowieso nicht ändern. Zum Beispiel frage ich mich schon lagen nicht mehr, warum ich ausgerechnet dich liebe und nicht jemand anderen. Jedesmal wenn ich versucht habe dich zu vergessen, wurde mein Verlangen nach dir immer stärker und jetzt wo ich dich endlich habe, will ich dich auch nie wieder gehen lassen.
„Ich habe mir erlaubt, dir Frühstück zu machen“, lächelst du als ich in die Küche komme. „Du bist ein Schatz, Schatz“, sage ich und gebe dir einen Kuss. Ich könnte dich andauernd Küssen, weil ich einfach nicht genug von deinen Lippen kriegen kann, oder überhaupt von dir nicht genug kriegen kann. Man könnte sogar schon fast sagen, dass deine Liebe weh tut. Verdammt weh sogar. Weil du einfach so gut wie nie zu Hause bist, und wenn, dann hast du auch fast nie Zeit. Wir können froh sein, dass wir die letzten zwei Wochen nur für uns hatten, wenn es doch nur immer so sein könnte. Aber ich verlange gar nicht von dir, dass du dein Leben für ein Leben nur mit mir aufgibst. Es würde dich krank machen, immer zu Hause zu sein und das will ich nicht.
„Pikkuhiiri, was hältst du von Mai?“ „Meinst du Hochzeit im Mai, oder...?“ Ich ernte ein nicken deinerseits. „Früher?“ „Früher wäre mich auch lieber, aber früher geht nicht, weil ich ab Mittwoch nicht mehr hier bin und erst im Mai wieder kommen.“ Zwei Monate, ohne dich. Wie soll ich das aushalten. Außerdem, du lässt mich mit den ganzen Hochzeitsvorbereitungen allein? „Wenn du was für die Hochzeitsvorbereitungen brauchst ruf mich einfach an, aber die Hochzeitsreise plane ich.“ Gerne, kannst von mir aus auch alles vorbereiten. Lieber habe ich es wenn andere für mich solche vorbereitungs Arbeiten übernehmen und ich dann darüber staunen kann, wie alles geworden ist.

Die Tage vergehen viel zu schnell und ehe ich mich versehe ist Dienstag. Morgen fliegst du weg. Ich tue immer so als ob es mir egal wäre, andauernd alleine zu sein, will immer die Starke sein, aber in Wirklichkeit will ich doch nur das du bei mir bist, ich wollte immer das du bei mir bist.
„Mamiii“, brüllt Niko durchs ganze Haus. „Schlafzimmer“, rufst du ihm zu. „Mir scheint er liebt dich heiß und innig. Nach mir ruft er nie.“ „Wo gehst du hin?“ fragt Niko dich und fängt fast zu heulen an. „Hey, ich muss doch nur arbeiten. Ich komm ja bald wieder.“ „Musst du da hingehen?“ „Ja, aber lieber würde ich bei dir bleiben.“ „Bleib da“, beginnt Niko nun endgültig zu heulen. Mir tut mein Schatz immer so leid, wenn du weg musst, aber dir scheint es relativ egal zu sein, dass er schreit, da du seelenruhig weiterpackst.
Wenn Niko weint muss ich auch immer fast heulen, aber ich kann vor dir nicht einfach losheulen, denn dann würde es dir sicher auch schwer fallen zu gehen, und das will ich nicht. Außerdem sollst du nicht von mir denken, dass ich klammere. Und trotzdem sollst du wissen dass ich dich liebe und dass mehr als ich jemals einen anderen lieben könnte.
Ich nehme Niko und gehe mit ihm in sein Zimmer, wo ich ihm erkläre dass du sowieso bald wieder kommen wirst und gar nicht lange wegbleibst. Zwei Monate sind ja auch keine lange Zeit, nur eine halbe Ewigkeit. Der Gedanke daran dass du 61 Tage nicht hier sein wirst, 61 Tage lang anrufst, wenn du dich einsam fühlst (und einsam fühlst du dich prinzipiell nur zwischen drei und vier Uhr morgens, wenn normale Menschen schlafen) macht mich fertig.
„Miia, ich bin dann fertig“, rufst du nach mir, obwohl es mir eigentlich egal ist ob du nun fertig bist oder nicht. In dreizehn Stunden geht dein Flieger und ich werde dann die nächsten zwei Monate auf dich warten, so wie ich die letzen zwölf Jahre wartete. „Komme gleich zu dir, wenn ich mit Niko fertig bin und er auch wirklich schläft“, rufe ich zurück. Dauert nicht lange stehst du auch schon im Zimmer. Niko schaut dich mit großen, müden Augen an. Er hat dich mindestens genauso lieb wie mich. „Bleibst du jetzt da?“ fragt der Kleine, worauf du den Kopf schüttelst und er wieder zu weinen beginnt. „Aber ich bringe dir sicher etwas mit.“ „Fest Versprochen?“ „Ganz fest sogar.“ „Dann darfst du weg. Ich will aba was Großes.“ Du beginnst zu lachen.
Am nächsten Tag, als wir am Flughafen auf deinen Flieger warten hältst du die ganze Zeit über Niko im Arm. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das ist wenn man so gar nichts von seinem Kind hat. Manchmal denke ich du bist eifersüchtig auf mich, weil ich mit Niko so viel Zeit verbringen kann, und du nur ein paar Monate im Jahr, die mir manchmal wirklich ausreichen würden. Das sind dann die Tage an denen ich das Kind auf den Mond schießen könnte. Dennoch würde ich keinen anderen als meinen Kleinen haben wollen, schon alleine aus dem Grund nicht, weil er auch dein Sohn ist.
Ich würde mein Leben, wenn es ginge, genauso noch einmal leben. Aber dies wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geschehen, da ich sicher nicht noch einmal das Glück habe, von dir Flachgelegt zu werden, und wenn doch, dann immer wieder gerne .
Wieder einmal wird dein Flug aufgerufen. Du siehst mich an, küsst mich, atmest einmal hörbar aus, drückst mir Niko in die Hände und nimmst deine Sachen.
Abschiede sind inzwischen Routine für uns beide, für Niko nicht, denn der beginnt zu brüllen. „Niko, das Problem haben wir doch gestern aus der Welt geschafft“, streichst du ihm über seine leicht geröteten Wangen. „Trotzdem dableiben;“ schluchzt unser Kleiner. „Ich kann nicht.“ „Lauri das Flugzeug“, meint dein Manager, sichtlich genervt von Nikos Geplärre. „Gleich,“ schnauzt du ihn an, „Ich ruf dich ganz bestimmt jeden Tag an, und ich bring dir auch ganz viel mit, das hab ich dir ja ganz toll versprochen, und das Versprechen halte ich auch.....Hab euch lieb.“ Du drehst dich um und verschwendest im Korridor.
„Weg ist er“, murmle ich dir hinterher. Kurz darauf steige ich mit meinem total aufgelösten Kind in einen Bus in Richtung Heimat. Eine Frau, mittleren Alters, setzt sich neben uns und schaut mich immer wieder vorwurfsvoll an, weil Niko nicht zu beruhigen ist. Wenn es ihr nicht passt soll sie sich doch wo anders hinsetzen. „Sagen Sie muss der so schreien.“ meint die Tusse nach einer Weile, wo Niko schon wieder etwas ruhiger geworden ist. „Tut mir leid, aber Sie würden auch schreien, wenn Ihr Vater für zwei Monate verreist und Sie noch zu klein sind um das zu verstehen.“ War jetzt etwas schnippisch, aber es tat gut. Die braucht mir nicht so kommen, selber zu schön zu sein um Kinder zu haben, aber sich in anderer Leute Erziehung einmischen und alles besser wissen zu müssen. Meint die eiskalt zu mir, wenn ich ihn nicht so verwöhnen würde und ihm nicht immer alles kaufen würde was er will, dann würde er auch nicht so zu schreien.
Dass Niko viele Sachen hat, von denen andere Kinder in seinem Alter noch nicht einmal wissen, dass es sie gibt, lässt sich bei uns kaum vermeiden. Vor allem nicht weil das „große Kind“ auch Spielsachen, X-Box und Playstation, von denen wir je zwei haben, falls eine davon kaputt geht, braucht. Warum müssen erwachsene Männer sich immer kindischer benehmen als Kinder selbst? Wäre interessant das herauszufinden, aber du würdest nie im Leben zugeben, das du mehr Kind bist als Niko.

Ich bin so froh, als die Kuh, bei der nächsten Haltestelle aussteigt. Inzwischen summt Niko irgendwelche Melodien vor sich hin und hat aufgehört zu weinen.
Der Bus ist so voll, wie ich noch nie einen Bus gesehen habe, darum setzt sich wieder eine, diesmal ältere Frau neben uns. „Mami, langweilig;“ beginnt Niko zu jammern. „Wenn wir zu Hause sind, kannst du mir ja was schönes malen, aber jetzt weiß ich nicht was wir machen könnten, mir ist ja selber langweilig.“ Die Frau neben uns starrt mich an. Was habe ich jetzt bloß wieder verbrochen?
„Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“ frage ich sie höflich, als mir ihre Blicke zu viel werden. „Nein, nein, ich habe mir nur gerade gedacht, dass Sie noch ein bisschen Jung für ein Kind sind.“ Also das hat mir noch nie jemand gesagt. „Ich glaube, ich bin älter, als sie mich schätzen. Mich gibt’s schon fast 30 Jahre.“ Ja da staunt sie nicht schlecht, ich habe mich eben gut gehalten. Wieso auch nicht, muss ja schauen, dass ich neben dir nicht zu alt aussehe. Dennoch schaust du neben mir immer noch aus wie ein Model. Jede Frau hat solche komplexe, bei mir ist es eben manchmal extrem. Oft bin ich auf dein Aussehen eifersüchtig, habe Angst dass du dich in eine andere, hübschere verlieben könntest und mich alleine lässt. Und das, obwohl du mit Tag für Tag erklärst wie sehr du mich liebst.
„Sie sehen mir gar nicht aus als ob Sie schon bald 30 werden, und überhaupt der Typ für Kinder sind.“ Okay, das hat gesessen. Ich sehe nicht aus als ob ich Kinder will? Vielleicht hat sie ja Recht, oder zum Teil. Ich wollte Kinder erst mit Ende, Mitte dreißig. Aber das Leben macht einem sowieso immer einen Strich durch die Rechnung und so bin ich eben zu Niko gekommen, aus versehen so zu sagen. „Wie kommen Sie jetzt darauf?“ frage ich. „Ja wegen...,den Dingern da.“ Meine Pircing, war klar. Ist man denn hier gleich kriminell, wenn man ein Lippen- und Augenbrauenpircing hat. Die weiß ja gar nicht dass ich noch eins am Bauchnabel hab, auf das du besonders stehst.

Endlich zu Hause, packt Niko seine Buntstifte aus und beginnt zu malen, somit hab ich jetzt mal für mindestens eine Stunde meine Ruhe. Kaum zu Glauben, dass der kleine Mann mal für 2 Sekunden stillsitzen kann, kann er auch nicht, außer wenn er malt oder zeichnet. Und er zeichnet für sein alter relativ gut, sagen wir so, man erkennt zum Teil was es sein soll.
In der Zwischenzeit liege ich faul auf dem Sofa und sehe fern. Um diese Zeit ist zwar nie etwas, aber wenn man nichts Besseres zu tun hat, muss eben immer die Glotze herhalten.
„Miia, bist du zu Hause“, ruft meine Großmutter zur Haustüre herein. „Nein mummi, die Tür ist zu jeder Tageszeit offen, damit sie Diebe nicht so plagen brauchen. Blöde Frage.“ „Ja wer weiß wo du deinen Kopf schon wieder hattest...Wo ist er denn?“ „Wo ist wer? Niko ist doch neben mir, wenn du den meinst.“ „Nein, Lauri, es ist so still hier.“ Ja keiner der andauernd die Klappe offen hat. „Der kommt in 2 Monaten wieder.“ Schaut nicht sehr erfreut aus, meine Großmutter. Ich glaube sie mag dich, das brauche ich nicht zu glauben, das weiß ich sogar. Sonst hätte sie mich nie mit dir nach Hawaii geschickt, nur damit wir uns wieder vertragen, die Kupplerin. „Was führt dich denn zu mir?“ frage ich, denn nur um zu fragen, ob du da bist oder nicht, wird sie sicher nicht gekommen sein. „Genau, dein Vater kommt morgen auf Besuch.“ Mein Vater.... „Zu mir?“ „Ja, auch.“ „Glaubst du, dass er sehr böse wird?“ „Warum sollte er böse werden?“ „Oma, du kennst meine Eltern und du weißt wie sie zu meinem „Verhältnis“ zu Lauri stehen.“ „Verhältnis ist gut. Wenn das nur ein Verhältnis wäre, würde es keinen Niko und keine Ehe geben.“ „Ehe gibt es auch keine mehr.“ Jetzt weiß sie es auch endlich. Ihren Gesichtsausdruck müsste sie jetzt selber sehen können, so blass war sie noch nie zuvor. „Mummi, mach dir keine Sorgen, ende Mai heiraten wir wieder. Aber um näheres darfst du mich nicht fragen, ich weiß selber nicht was ihm da wieder durch den Kopf gegangen ist, so ist er eben unser Lintu.“ „Was ich dich noch sagen wollte, dein Vater hat sich ebenfalls dafür eingesetzt, dass du bei mir bleiben kannst, weil er nicht wollte das du von Lauri getrennt wirst.“ Das habe ich nicht gewusst. Ich dachte immer er sei genauso dagegen wie meine Mutter. Bei der war es ja Stadtbekannt, dass sie den missratenen Jungen, dessen Namen sie nicht einmal aussprechen wollte, nicht mag. Weil er kein Umgang für mich sei und ich seinetwegen fast ins Gefängnis gekommen wäre, dabei wärst du wegen mir fast von zu Hause rausgeworfen worden und Monate später bist du dann abgehauen. Daran war auch ich schuld. Wäre ich nicht in unseren Mathelehrer verliebt gewesen, und der diese Schwärmerei nicht ausgenutzt hätte und mit mir in eines der „Besenkammern“ der Schule gegangen wäre, wäre das alles nicht passiert. Du hättest nicht dazwischen platzen müssen, zum Glück hast du es getan, bevor noch etwas passiert ist, und hättest dann auch nicht mit dem um einiges stärkeren Lehrer Schlägern müssen. Wobei klar war, dass du den kürzeren ziehen wirst, weil du beinahe einen Schulverweis bekommen hättest, und Matti dich wieder einmal abholen musste, diesmal aber „nur“ vom Direktor. Die darauffolgende Nacht, bist du dann zu mir gekommen, hattest ein blaues Auge und eine aufgeplatzte Lippe, und hast bei mir geschlafen. Am nächsten Morgen warst du dann weg, wie vom Erdboden verschluckt. Eine Woche darauf bekam ich dann die Sms von dir, ich war so wütend auf dich, das ich dir sofort eine reinhauen hätte können.

Sogar jetzt wenn ich mir das alles wieder in Erinnerung rufe könnte ich dich erwürgen. Am liebsten würde ich dir das heute noch vorhalten. Zuerst machst du mir vorm Mathelehrer sowas ähnliches wie ein Liebesgeständins, kommst nachts durchs Fenster, spielst für eine Nacht Lover und haust am nächsten Tag einfach ab, ohne mir etwas zu sagen. Ich kam mir damals so verarscht vor.

Und als die Schule dann davon erfuhr, alle wussten dass du abgehauen bist, begann für mich die Hölle. Für alle war ich nur deine kleine Schlampe und alle machten mich an, wie blöd ich doch sei mich auf dich einzulassen, weil du mir sowieso nie gehören würdest, sondern immer nur deiner Musik. Wobei sie Recht behielten.

Vielleicht bilde ich mir deine Liebe auch nur ein und alles ist nur in meiner Einbildung so schön, und die Realität ist vielleicht das genaue Gegenteil. Aber ich denke das würde mir meine Großmutter dann sagen. So wie ich sie kenne, würde sie alles dafür tun, das ich glücklich bin und nicht in meiner Traumwelt lebe. Denn wenn das alles nur in meiner Phantasie stattfinden würde, würde auf der Stelle meine ganze Welt zusammenbrechen.

Außerdem ist es schier unmöglich sich solche Gefühle einfach einzubilden, und vor allem, wie sollte ich mit denn deine Liebe einbilden? Ich wüsste doch nicht einmal wie du liebst, wenn es nicht wahr wäre. Darum weiß ich das meine Liebe zu dir nie enden wird, weil ich dich so nehme wie du bist, und ich in dir nicht den Sänger einer bekannten finnischen Rockband sehe, sondern den Lauri, den ich seit meiner frühesten Kindheit kenne; meine Sandkastenliebe.

„Willst du was trinken, Oma? Kaffe, Tee, Bier, Wein, Whiskey, oder sonstiges?“ „Hast du so viel Alkohol im Haus?“ „Noch einiges mehr als das, aber das steht alles in der Kellerbar, dort halt wo der kleine Mann, nicht hinkommt.“ „Nein, ich denke ich wäre mit Kaffee vollkommen zufrieden.“

Ich wandere in die Küche zur Kaffeemaschine, sehe, dass wie immer wenn ich Kaffee machen will kein Wasser im Behälter ist, schütte welches hinein und drücke auf den Knopf. Während der Kaffee in die Tasse läuft kommt Niko und zeigt mir sein Bild, das eine Blumenwiese darstellen soll, die man aber eher weniger erkennen kann, da das Gras nicht grün sondern blau ist, weil er seine grün verloren hat. Trotzdem hänge ich es an den Kühlschrank, da ich weiß wie glücklich ihn das macht, wenn ich seine Bilder aufhänge. Langsam geht mir zwar der Platz aus, aber dann werde ich schon irgendwo anders im Haus einen finden.

„Mami, will Milch.....bitte. “ „Warm?“ Er nickt zum bejahen. Ich bringe meiner Großmutter ihren Kaffee und mache anschließend seine Milch warm, als es an die Türe klingelt. „Oma, mach mir bitte die Tür auf, sonst läuft mir Nikos Milch über“, rufe ich ihr aus der Küche zu.

Ich fülle die Milch in eine Flasche und bringe sie ihm ins Wohnzimmer, wo meine Oma und mein Vater stehen. “Daddy, ich dachte du kommst erst morgen, “ sagte ich völlig erstaunt, was ich auch war, denn ich hatte mir noch nicht wirklich überlegt, wieso ich ihm nichts von meinem Leben erzählt habe. „Freust du dich denn gar nicht mich zu sehen?“ fragte er. „Doch, aber...es ist so überraschend, ich wollte extra für dich einkaufen gehen, damit ich für dich etwas hier habe. Man bekommt doch nicht jeden Tag Besuch von einem berühmten Chirurgen.“ „So berühmt wie du tust bin ich auch wieder nicht. Aber sag mal willst du mir den kleinen Mann an deiner Seite nicht vorstellen?“ Auf den hätte ich beinahe vergessen, ich habe ja immer noch seine Flasche in den Händen. Darum quengelt er so, und ich habe mich schon gefragt, was er bloß wieder hat. „Ja, das ist Niko...“ „Dein Enkel“, unterbricht mich meine Oma. „Hab ich mir schon beinahe gedacht, und?“ „Was und, “ stelle ich mich blöd. „Will mir meine Tochter nicht auch noch erzählen, dass Lauri der Vater ist?“ „Wenn du’s sowieso weißt brauche ich es dir ja nicht mehr zu erzählen.“ Mein Vater weiß komischer weise immer was ich mache, ich glaube fast wir beide sind Seelenverwandte. Er sagt zu mir, dass er froh ist, dass ich dich genommen habe und wir uns wieder gefunden haben. Und ob er es mir glaubt oder nicht, das bin ich auch. Zu lange hat mein Herz nach dir schmachten müssen, dann war für eine kurze Nacht alles in Ordnung, alles wie auf Rosa-Watte-Wölkchen und tags darauf wieder alles Sinnlos. Ohne dich ist eben alles Sinnlos. Heute zählen sowieso nur noch du und Niko. So in etwa ist das Gefühl, das ich im Moment habe. Jetzt verspüre ich nicht einmal den starken Drang wieder Arbeiten gehen zu wollen, sondern einfach nur bei dir zu sein.

Komisch solche Gefühle habe ich nur, wenn du nicht hier bist und wenn du es dann bist, kann ich dich nicht schnell genug loswerden, na ja ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht.

Das muss wahre Liebe sein, wenn man sich nach dem anderen sehen und dieser diese Sehnsucht erwidert. Ob du mich auch gerade so vermisst? Tja, das werde ich wohl noch länger nicht erfahren, erst wenn du anrufst und das kann noch lange dauern.

„Mami? Wann kommt wieda,“ steht Niko vor mir und zeigt auf ein Bild von dir. „Er ist doch noch nicht einmal einen Tag weg und du tust gerade so als ob er schon Monate weg wäre.“ „Ist aber schon lang.“ Wieder spiegeln sich Tränen in seinen Augen. Der Kleine tut mir so unendlich Leid, kaum bist du mal ein paar Wochen nur für uns da, musst du auch schon wieder weg. Das versteht er eben noch nicht. Aber wenn du das sehen könntest, wie sehr er sich vermisst, würdest du sicher Meter hohe Luftsprünge machen. Soviel zu deiner Angst dass er mich lieber haben könnte als dich. Er liebt dich mindestens genauso wie mich, wenn nicht sogar mehr. Sein Problem ist halt, dass wenn er sich zu sehr an deine Nähe gewöhnt, du bald darauf wieder irgendwo anders bist. Wahrscheinlich ist das auch eines deiner Probleme, darum unternimmst du nicht viel mit ihm und verhätschelst ihn einfach mit Spielsachen aus aller Welt. Es ist schon fast so als ob du seine Liebe erkaufen willst, obwohl du das eigentlich gar nicht brauchst.

„Kleines, warum kommst du und nie besuchen?“ fragt mein Vater. „Ganz einfach, weil ich mit deiner Frau nicht ganz zurecht komme und sie etwas gegen meinen Ex- und zukünftigen Ehemann etwas einzuwenden hat. Und diese Frau, die sich meine Mutter nennt, für mich sowieso nichts übrig hat, weil ich nicht ihre kleine, süße Kira bin, worüber ich auch froh bin, den so eine Schlampe wie sie eine ist, möchte ich nie werden.“ Das war jetzt fast genau das was ich ihm schon seit drei Jahren sagen will, und endlich habe ich es geschafft. „Miia Ina Päivi Jääskelainen, so spricht man nicht über seine Mutter und Schwester.“ „Ähm...ich schon, denn ich weiß ja warum ich das mache. Am liebsten hätte deine Frau mich doch zur Adoption frei gegeben. Weißt du warum Cinderella immer mein Lieblings Märchen war? Weil mir mein Leben genauso vorkam. Ich schwöre dir, sollte ich eines Tages ein zweites Kind bekommen, wird es Niko nicht so ergehen wie mir. Übrigens heiße ich Jääskelainen-Ylönen.“ Alle starren mich an. Was denn? Ist doch wahr was ich gesagt habe.

Jetzt wissen sie wenigstens was du eigentlich immer schon weißt. „Daddy, wenn du öfter zu Hause, bei mir gewesen wärst, wäre sicher alles anders gewesen...besser.“ „Dann hättest du jetzt mit Sicherheit keinen Niko“, meint er, „und du hättest diese wertvolle Erfahrung nie gemacht, wärst du vielleicht mit uns nach Bodø gegangen...“ „Dann hätte ich nicht diese Qualen ausstehen müssen als er ging, und mich alleine zurück ließ.“ „All diese Erfahrungen machen dich erst zu dem Menschen der du heute bist. Du setzt dich für das ein was dir wichtig ist, du liebst Lauri wie keine zweiten auf der Welt und umgekehrt genauso. Denn würde es nicht so sein, hätte er nach alle den Jahren die er von dir getrennt war, nicht deine Nähe gesucht haben. Einer dieser Gründe ist sehr Wahrscheinlich jener, dass ihr beide fast dasselbe Schicksal durchlebt habt, nie wirkliche Liebe erfahren habt, sondern sie euch gegenseitig beibrachtet. Ich habe euch beide sooft im Park beobachtet und mich oft gefragt wann ihr euch endlich eurer Gefühle füreinander bewusst werdet und sie euch gesteht. Immer wenn ich euch ansaht, konnte man die Luft zwischen euch fast greifen und man sah direkt Funken sprühen und ich bin mir sicher das sich dieser Zustand bis heute nicht geändert hat.“

In diesem Licht habe ich mein Leben und meine Liebe noch gar nicht betrachtet. Mein Vater hat Recht, wenn es nicht diesen Lauf genommen hätte, wären wir jetzt nicht hier wo wir sind. Vielleicht würde ich dich dann jetzt nicht lieben, dann hätten wir Niko nicht und unser Haus. Wir hätten keine gemeinsame Vergangenheit und Zukunft (wobei die Zukunft noch ungewiss ist.).

Moment mal...er hat uns im Park beobachtet? Da denkt man, dass sein Vater arbeitet, doch stattdessen spioniert er uns nach, der alte Spanner. „Wieso hast du nie etwas zu mir gesagt, dass du uns im Park gesehen hast?“ „Das würde ich jetzt auch gerne wissen“, meint meine Großmutter. „Weil es dann wahrscheinlich auch zu Ohren deiner Mutter gekommen wäre und die dich sofort in ein Internat, weit weg von Helsinki gesteckt hätte und eure Liebe dann sowieso keine Chance gehabt.“

Meine Mutter, die hat ihre Ohren auch überall gehabt, ob das heute auch noch so ist weiß ich dann nicht, will es auch gar nicht wissen. Jedenfalls glaube ich hat sie mir nie verziehen, dass ich mein Jura Studium abgebrochen habe und Polizistin wurde. Kann sich mich einer als Richterin oder Anwältin vorstellen? Für so einen Beruf ist mein Aussehen gänzlich ungeeignet, zu viele Pircing. Als nächstes habe ich vor mir ein Zungepircing stechen zu lassen. Würde mich brennend interessieren wie schnell du da drauf kommst, ob du es merkst, mich wirklich so gut kennst wie du immer behauptest.

Die Wochen darauf vergehen total langsam. Und ich vermisse dich schon so. Ich will nicht nur deine Stimme hören, sondern dich auch sehen.

Niko sitzt vorm Fernseher und schaut seinen Bob an. Ich habe ja keine Ahnung was er an dieser Figur findet, obwohl mir der Typ tausend Mal lieber ist als die Teletubbies. Einmal und nie wieder, hab ich mir geschworen, mit diesem Dreck verlernt Niko das Sprechen ja noch bevor er’s richtig kann.

Ich liege kuschelnd mit Niko am Sofa und schaue einfach in die Glotze, wenn das nicht sooooo langweilig wäre. Könnte er doch ohne mich fernsehen, aber nein, ich muss ja immer mit ihm schauen.

Irgendwie schafft er es dann sich auf die Fernbedienung zu legen und schaltet auf einen anderen Sender, was mir sicher entgangen wäre, weil ich gerade beim einschlafen war, hätte mein Sohn nicht plötzlich wie verrückt deinen Namen gerufen, worauf ich meine Äuglein öffne und dich im Fernsehen sehe. Prickelnd wie immer, schon alleine dein bloßer Anblick lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich will dich, am liebsten jetzt gleich. Tja, dazu muss ich noch drei Tage warten, dann kann ich dich wieder haben. Du fehlst mir so.

Ihr gebt ein Interview, wie sollte es auch anders sein, wirst du bei jedem gefragt, wie es in deinem Liebesleben aussieht. So wie auch in diesem. Normalerweise würdest du jetzt antworten, dass es da niemand gibt, deine Standartantwort. Doch du sagst etwas womit ich nie gerechnet hätte. Du sagst dass du Hals über Kopf verliebt bist, und es schon nicht mehr erwarten kannst endlich wieder nach Hause zu kommen.

Es klingelt an der Tür. Wer kann das bloß sein? Ich öffne, und vor mir steht ein Mann mit einem Goldenretriever Welpen. „Ich soll den Hund hier abgeben“, meint dieser. Klingt fast so als ob er das Tier nur als Sache ansieht und nicht als Lebewesen. „Das muss eine Verwechslung sein...wir brauchen keinen Hund, “ gebe ich zur Antwort. „Wieso? Sie sind doch Miia Ylönen, oder?“ „Ja...aber...“ „Dann nehmen Sie den verdammten Köter, ich mache doch auch nur meine Arbeit.“ Muss ich mich von dem anschreien lassen? Ich kenn den ja noch nicht einmal. Auch egal, nehme ich ihn halt, Niko wird sich sicher freuen, aber du dich mit Sicherheit noch mehr.

Dann hast du deine Familie mit Hund, und allem drum und dran. Vielleicht hast du ihn auch geordert? Ganz sicher sogar, denn du willst ja unbedingt eine große Familie, mit mindestens vier Kindern und eben einem Goldenretriever.

Als Niko den Hund sieht, stößt er einen Freudenschrei aus. Anscheinend wollte er auch unbedingt ein Haustier; jetzt haben wir ja einen Hund. Einen ganz schön großen Hund, hätte es nicht auch ein Dackel oder so ein anderer kleiner Hund getan? Was rege ich mich eigentlich auf, ändern kann ich’s ja auch nicht.

„Niko, der Hund braucht einen Namen, willst du ihm einen geben?“ frage ich den Kleinen der den Hund streichelt. „Hundi“, meint er wie der Blitz. „Hundi? Nein, ich habe an etwas Einfallsreicheres gedacht.“ „Pimeys.“ OK, Pimeys würde für einen Labrador hervorragend passen, aber nicht für den. Dunkelheit, wie kommt er nur auf so etwas. Aber er ist einfach nicht davon abzubringen, er will ihn unbedingt Pimeys nennen. Genau so stur wie sein Vater und meist auch genau so unerträglich.

Irgendwann früh abends kommt dann meine Großmutter, was nichts Neues ist, denn das macht sie jeden Tag, nur um zu sehen, wie’s mir geht. Ob Niko mich noch nicht überfordert hat (worauf sie lange warten kann). Wenn ich mit dem Kleinen zusammen sein kann bin ich zufrieden. Fast jedenfalls, denn zum perfekten Glück fehlst du natürlich.

„Miia, wie siehst du eigentlich aus? Könntest dir ruhig mal wieder neue Kleider kaufen, “ scheltet sie mich. Leichter gesagt wie getan, wie sollte ich mit einem quengelndem zweijährigem einkaufen? Niko wäre doch nur langweilig, dann ist er unerträglich, also bleibe ich zu Hause. „Ich kann nicht einkaufen, wegen Niko, dem wäre doch nur langweilig, wenn er mit mir Shoppen gehen müsste.“ „Ich passe auf ihn auf und du gehst so richtig schön einkaufen.“ Ja dein Geld ausgeben. Na toll jetzt muss ich fast, obwohl ich gar nicht will, mir gefallen meine Klamotten...nur weil ich nicht jede Woche etwas Neues kaufe, muss sie doch nicht gleich so durchdrehen. Aber nun gut, mach ich halt was sie sagt.

Ich bringe Niko ins Bett und erzähle ihm wie immer eine Geschichte von Bob. Langsam wird Bob wie ein Familienmitglied...ein sehr lästiges Mitglied.

Fast jede Nacht frage ich mich warum ich mir eigentlich noch die Mühe mache und Niko in sein Bett bringe, denn spätestens wenn ich im Bett liege kommt er sowieso wieder zu mir.

Kaum bin ich beim Einschlafen, geht auch schon die Tür auf und mein kleiner Schatz steht vor mir. Eigentlich sollte ich ihm angewöhnen nicht andauernd bei mir zu schlafen. Aber ich kuschle so gerne mit ihm, ich mag seine wuschel Frisur, erinnert mich an die, die du in diesem Alter hattest, nur das du alles andere als blond bist, oder damals warst. Er hat dieselben kringelnden Haare wie du.

Niko kuschelt die fest an mich, drückt mir seinen Teddy in die Fresse und nimmt eine Haarsträhne von mir und spielt damit. Dabei nuckelt er fröhlich an seinem Schnuller. Und dies wiederholt sich bis jetzt jede Nacht, seit dem du auf Tour gegangen bist. Helena meint, er macht es nur aus Angst, dass ich ihn auch alleine lasse. Aber ich finde das irgendwie unsinnig, oder doch nicht? Ich weiß es nicht.

„Mami“, sagt er plötzlich und ich weiß genau was er meint. „Übermorgen, also einmal noch schlafen gehen.“ Ich weiß so genau wovon er spricht, weil er seit Wochen nichts anderes mehr fragt, als wann du endlich wieder kommst. Ganz Ehrlich, ich halte es ohne dich auch schon fast nicht mehr aus.

Am Morgen werde ich unsanft von meiner Oma geweckt. Sie will also unbedingt dass ich einkaufen gehe. Wirklich Interesse daran habe ich zwar nicht, aber wenn sie findet dass ich aussehe wie ein Penner, muss ich wohl. Außerdem werde ich sowieso nie gefragt ob ich etwas will oder nicht, aber mit knapp 28 wird einem das egal, wenn man meine Mutter als Mutter hat, ist einem alles Recht, Hauptsache man hat seine Ruhe.

Hoffentlich hat Niko nicht einmal dieselben Probleme mit mir, oder mit dir. Wir beide wissen wie leicht man sein Kind verlieren kann, und deshalb habe ich auch solche angst davor. Ich glaube ich würde sterben wenn er sich von mir abwenden würde, oder gar abhauen würde, so wie du damals. Aber soweit lasse ich es nicht kommen, noch ist er ja klein, und so schnell wie alle immer tun werden kleine Kinder auch nicht groß.

Ich nehme den nächsten Bus ins Stadtzentrum und überlege was ich als erstes mache.

Genau, ich lasse mir meine Zunge durchlöchern. Oder gehe ich doch vorher lieber ausgiebig dein Geld ausgeben? Zuerst Geld ausgeben, Pircing stechen kann ich mir ein anderes Mal auch noch machen lassen.

Finde ich gut, dass du deine Kreditkarte zu Hause vergessen hast.

Eigentlich kaufe ich fast nur Sachen für Niko, was ich sonst auch mache. Für mich schaue ich eigentlich gar nicht Richtig, ich hasse shoppen. Zumindest alleine, mir dir wäre es viel schöner.

Du, was du jetzt in diesem Moment machst? Ich vermisse dich so...jetzt wo es nur noch 2 Tage sind, noch mehr als zuvor, obwohl du täglich und manchmal sogar um 3 Uhr morgens anrufst, weil du dich einsam fühlst.

Jetzt bin ich vom Shoppen gleich wieder zu Hause, bei meinem kleinen Schatz. Den ganzen Tag einkaufen, ohne sein gejammer zu hören ist auch schon fast langweilig, aber das liegt sicher nur daran, dass ich es gewohnt bin ihn immer bei mir zu haben.

Hinter mir höre ich jemanden meinen Namen rufen. Lieber drehe ich mich nicht um, da ich mir fast sicher bin, dass es die Tochter meiner Nachbarin ist. Ich frage mich wie diese Person nur einen Mann abkriegen konnte, die nervt doch nur.

Ich werde von hinten angetippt, jetzt muss ich mich fast umdrehen. „Hallo“, meint sie, „meine Mutter hätte gerne, dass Sie zu uns auf ein Glas Wein komme.“ Niemals freiwillig. „Gerne, aber ein anderes mal.“ Ich bin ja sowas von höflich. „Aber wir haben ihn schon geöffnet als wie Sie nach Hause kommen sahen.“ Die Welt stürzt über mir zusammen. Wenn sich jetzt ein Loch auftäte, würde ich sofort hineinspringen, nur um nicht zu dieser nervenden Person gehen zu müssen. Ihre Tochter nervt aber genauso, muss wohl in der Familie liegen.

„Aber nur kurz, ich muss nämlich zu meinem Kleinen nach Hause.“ „Der wird doch wohl mal einen Tag ohne Sie auskommen.“ Die hat ja keine Ahnung wie es ist Kinder zu haben, die ist so alt wie ich und wohnt immer noch bei ihrer Mutter. Ich habe mit 12 von meinen Eltern getrennt, und die wohnt immer noch bei denen. Meine Mutter wollte mich ja auch gar nicht hier lassen, aber mein Vater hat sie für mich eingesetzt.

Mittlerweile sitze ich bei ihnen im Wohnzimmer, sage zu dem vielen geplapper schön ja und lächle brav. Als ich den letzen Schluck getrunken habe und gehen wollte, schenkte sie mir wieder ein. Hallo? Ich will gehen, falls du das noch nicht mitbekommen hast. Jetzt sollte ich das auch noch austrinken.

Dasselbe macht sie noch einige weiter male. Wenn die mich betrunken machen will, dann hat sie das definitiv geschafft. Wein vertrage ich nämlich überhaupt nicht.

Mit der Zeit bemerke ich dann dass die Alte gegangen ist, keine Ahnung wohin aber sie ist einfach weg. „Ich muss jetzt gehen,“ lalle ich und stehe auf. Kaum habe ich das gesagt steht sie ebenfalls auf und küsst mich. Verdammt was soll das?

Das ist dann auch der letze Aufschrei meines Gewissen gewesen. Ab jetzt weiß ich dann nur noch, dass ich am nächsten Morgen eng umschlungen mit ihr in ihrem Bett lag und durch mein Handy geweckt werde. Als ich deinen Namen auf dem Display lese, drücke ich dich sofort weg.

Ich habe diese Nacht wohl den größten Fehler meines Lebens gemacht. Schell suche ich meine Sachen zusammen, ziehe diese an und will verschwinden. „Warte“, ruft sie mir hinterher, „ wo willst du denn hin?“ „Nach Hause, zu meiner Familie.“ „Wir können doch zusammen irgendwohin gehen, wo uns keiner kennt und...“ Die hat sie doch nicht mehr alle. „Erstens habe ich keine Ahnung wieso ich diese Sache überhaupt gemacht habe. Zweitens würde ich niemals einfach so abhauen und meine Familie im Stick lassen, weil ich Lauri und Niko mehr als alles andere auf der Welt liebe.“ Jetzt kuckt sie erst einmal blöd aus der Wäsche. „Und das was diese Nacht war, war für mich nicht mehr als ein blöder Ausrutscher, der nie hätte passieren dürfen.“

Jetzt habe ich sie gekränkt, aber dafür kann ich jetzt in ruhe nach Hause gehen, wenn da nicht mein Gewissen wäre. Was wenn du mich, wegen dieser Sache verlässt? Soll ich dir überhaupt davon erzählen?

„Da bist du ja endlich, ich habe mir schon Sorgen um dich gemacht“, meint meine Großmutter, was man ihr sogar ansieht. Was soll ich ihr jetzt sagen? Nicht dass sie mir in Ohnmacht fällt. „Mama“, schreit Niko als er mich sieht, kommt zu mir und umarmt mich.

Was habe ich bloß getan, ich habe solche Angst, dass ich Niko und dich verlieren könnte. Wieso bin ich nur dorthin gegangen? „...Miia? Was ist los mit dir?“ Ich will es ihr nicht erzählen, aber vielleicht geht’s mir dann besser. „Gestern Abend..., als ich nach Hause kam, hat mich die Nachbarin auf „ein“ Glas Wein eingeladen. Sie hat mir immer wieder nachgeschenkt, bis ich betrunken war und dann...Ich habe solche Angst, es Lauri zu erzählen.“ Ich breche in Tränen aus, ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt, mehr als mein Leben. Ich weiß nicht was ich tun soll. Am Besten wäre es wenn ich es dir einfach nicht erzähle, aber ich kann nicht einfach so tun als ob nichts gewesen wäre, kann unser Leben nicht auf einer Lüge aufbauen. Diese ständige Angst, dass du etwas erfahren könntest, würde mir den Verstand rauben. Andererseits frage ich mich, was du sagen würdest.

Warum muss das ausgerechnet jetzt geschehen? Jetzt wo alles so perfekt schien.

Morgen...morgen wenn du zu Hause bist muss ich es dir erzählen, oder besser gesagt erklären. Gibt es überhaupt eine Erklärung dafür? Die gibt es eben nicht, und selbst wenn es eine gäbe, so wüsste ich diese nicht. Du der du mein ein und alles bist, immer schon warst, dich will und kann ich am allerwenigsten verletzen.

Ich nehme das Öffnen der Haustüre wahr. Wer kann das sein, meine Großmutter ist hier und sonst hat niemand einen Schlüssel für unser Haus, außer dir. In diesem Moment betrittst du den Raum, wobei mir das Herz beinahe stehen bleibt. „Hei“, meinst du nur grinsend, als wir dich alle anstarren. „Was machst du schon hier?“ fragt meine Oma. „Früheren Flug genommen, weil ich solche Sehnsucht hatte und ich unbedingt den Hund sehen muss.“ „Pimeys“, meint Niko, „nicht Hund.“ „Schöner Name für einen Golden Retriever, der Name passt besser zu einem Labrador, oder?“ „Hab ich Miia auch gesagt, aber...“

Du und meine Großmutter redet miteinander, ich stehe unbeteiligt neben euch, wobei mein Gewissen droht mich innerlich aufzufressen. So breche ich in Tränen aus und laufe ins Schlafzimmer, wo ich mich aufs Bett schmeiße. Dauert nicht lange, dann kommst auch du zu mir und fragst was los sei.

„Miia, es ist alles in Ordnung. Was ist denn so schlimm, dass du es mir nicht sagen kannst?“ bohrst du nach, als du keine Antwort bekommst. „Nichts ins in Ordnung, alles ist zum Kotzen, wenn ich dir alles erzähle, liebst du mich nicht mehr, und das will ich nicht, “ sage ich total aufgelöst. „Ich liebe dich schon solange ich denken kann, wieso sollte sich das von einer Minute auf die andere einfach ändern?“ „Weil ich dich mit der Nachbarin betrogen habe?“

Entsetzt schaust du mich an: „Sag das noch einmal.“ „Ich habe mit der Nachbarin geschlafen.“ Du Atmest tief ein und wieder aus, dann stehst du auf und entfernst dich einige Schritte von mir. „Lauri, es tut mir so leid“, heuchle ich. „Und? Was nützt mir das, “ du ballst deine Hände zu Fäusten, „Meinst du das ändert etwas an der Tatsache das du mit einer Frau im Bett warst? Verstehst du? Wenn des doch wenigstens irgend so ein Typ gewesen wäre, okay, aber eine.....und noch dazu die.“ Schnellen Schrittes verlässt du das Zimmer und in der Ferne höre ich die Haustür zuknallen.

Unaufhörlich bahnen sich Tränen ihren Weg über mein Gesicht. Vielleicht hätte ich warten sollen, aber wie lange?

„Du hast es ihm gesagt?“ „Nein, er ist einfach so rausgelaufen. Natürlich hab ich’s ihm gesagt.“ „Papa uns nimma liebhat?“ fragt Niko. „Natürlich hat er dich noch lieb. Alles wir wieder gut Kleiner.“ Beruhigend streiche ich ihm über den Kopf. Ich weiß, dass es schwer werden wird alles wieder in Ordnung zu bringen, aber das weiß mein kleiner Mann ja zum Glück nicht.

Als du gegen Abend immer noch nicht zu Hause bist, gehe ich zu unserer Bucht, um zu sehen ob du dort bist, da ich unbedingt mit dir sprechen muss. Und tatsächlich sitzt du im Sand, an einen Fels gelehnt, dein Gesicht tief in deine Hände vergraben. Ich höre dein leises Schluchzen, das mir durch Mark und Bein geht. Das alles wollte ich doch nicht.

„Lauri“, flüstere ich zaghaft. „Was willst du“, bringst du schluchzend hervor. „Mit dir reden.“ „Ich wüsste nicht was es im Moment zu reden gibt. Weißt du, ich habe mich die letzen Wochen ernsthaft gefragt, ob ich meine Eltern und meine Schwester zur Hochzeit einladen soll...und dann komme ich nach Hause und meine ganze Welt steht Kopf. Ich weiß doch nicht einmal, ob es überhaupt eine Hochzeit geben wird, oder nicht. Ob es nachdem was passiert ist überhaupt richtig ist noch zu Heiraten...“

Ich weiß, dass es lange dauern wird, bis du mir verzeihen wirst, wenn du mir verzeihst, somit weiß ich auch, dass es keine Hochzeit geben wird. „Ob es eine Hochzeit geben wird, oder nicht, liegt alleine bei dir.“ „Ja, immer liegt alles in meiner Hand, immer! Warum muss immer ich Entscheidungen treffen? Ich treffe garantiert die falsche. Wenn ich dich nicht heirate, werde ich es ewig bereuen und wenn doch...wer sagt mir das du nicht wieder zu ihr gehst?“ „Du darfst dich also durch die Weltgeschichte vögeln und wenn ich einmal...dann machst du mir vorwürfe, ausgerechnet du. Wer sagt mir eigentlich, dass du mich, in der Zeit wo du nicht zu Hause bist, nicht auch immer betrügst?“ „Prinzessin, das bringt doch alles nichts. Lass mich erst einmal in ruhe eine Entscheidung treffen. Wenn ich übermorgen nicht zur Hochzeit erscheine, weißt du es ja, “ du stehst auf, küsst mich auf die Stirn und gehst. „Lauri, verlass mich nicht, “ rufe ich dir flehend hinterher und breche anschließend in einem Tränenmeer aus. Ich weiß, dass du nicht da sein wirst, weil du es mir nie verzeihen wirst, weil ich damit dein Ego ziemlich verletzt habe. Wie würde ich mich fühlen wenn du mit einem Kerl ins Bett gehen würdest? Wahrscheinlich nicht viel anders als du.

Langsam gehe ich nach Hause, schließe fast lautlos die Türe hinter mir und gehe nach oben ins Schlafzimmer. Jeder einzelne meines Gedanken gilt dir, dem einen, der mir alles bedeutet.

Am Tag der Hochzeit kommt meine Großmutter, um mir beim Kleid zu helfen. Ich mag weiß irgendwie nicht, weiß macht mich noch dicker als ich schon bin. Dennoch wäre eine Hochzeit in einer anderen Farbe nicht dasselbe, vorausgesetzt es gibt eine, was ich persönlich nicht glaube. Wieso solltest du mir innerhalb von zwei Tagen verzeihen, wo ich doch auch Monate brauchte.

„Mach dir keine Sorgen Liebling, er wird da sein, da bin ich mir ganz sicher.“ Schön wenn wenigstens eine so optimistisch denkt wie meine Oma, ich denke da doch ganz anders.

Ob mein Vater auch hier ist? Hoffentlich nicht, er braucht nicht zu sehen wie du mir mein Herz in tausend Stücke brichst, wenn du nicht dort stehst. Dann würde er wahrscheinlich fragen stellen, Fragen, die ich nicht beantworten kann und will.

Bald sind wir in der Kirche, ich bin so aufgeregt und total ängstlich. Mein ganzer Körper bebt, vor Angst, dass du nicht da sein könntest. Gleich werde ich wissen, ob du da stehst oder nicht.

Ich betrete die Kirche, setze immer schön einen Schritt nach dem anderen, und sehe dabei zu Boden. Ehrlich gesagt, will ich gar nicht sehen ob du nun da bist oder nicht. Trotzdem macht mich die Unwissenheit fertig, so sehe ich kurz auf und sehe wenige Schritte vor mir einen grinsenden Aki und neben ihm dich, mit Niko auf dem Arm, ebenfalls breit grinsend. Meine Gefühle überschlagen sich fast vor Freude.

Als ich endlich neben dir stehe, stellst du Niko, neben dich auf den Boden und lächelst mich, mit deinem wohl verführerischsten Lächeln, an. Deine Hand greift nah meiner und drückt sie fest. Nie hätte ich gedacht dass du wirklich kommen würdest, aber da bist du und hältst mit mir Händchen, während der Pfarrer spricht. Niko steht ganz brav neben dir, und umklammert dein Bein.

Du gibst mir einen kick in die Seite, worauf ich dich etwas verwirrt anstarre. „Ich glaube er will dir damit sagen, dass du ja sagen sollst“, sagt Aki leise zu mir. Jetzt schon? War ich so in Gedanken? Auch egal, wenn ich nicht bald etwas sage, drehst du durch, also sag ich deutlich ja. Man sieht förmlich wie dir ein Stein vom Herzen fällt.

Jetzt glaub sicher jeder, ich hätte erst darüber Nachdenken müssen, ob ich dich noch einmal will oder nicht, doch nur ich allein weiß, das ich nur dich und sonst keine will. Dann küsst du mich und wir verlassen die Kirche und steigen mit Niko in einen davorstehenden Wagen.

„Und, bist du glücklich?“ fragst du mich, worauf ich nur nicke. Du weißt wie glücklich ich bin, da bedarf es nicht vieler Worte um dies auszudrücken.

Du schaust zu Niko, der zwischen uns sitzt und gespannt auf die vorbeiziehenden Häuser schaut, und streichst ihm durchs Haar, worauf er dich anschaut und du ihm ein Lächeln schenkst, das er erwidert.

„Jetzt müssen wir nur noch zu diesem Essen, und dann fliegen wir weg.“ „Wohin?“ „Pikkuhiiri, das siehst du wenn wir da sind.“ „Und Niko?“ „Mach dir um den keine Sorgen, die 4 Tage bei deiner Großmutter hält der schon aus.“ Der Kleine schaut dich etwas komisch an, so als ob er flehen würde, ihn mitzunehmen. „Niko, Pimeys ist doch ebenfalls bei dir und Oma und wir rufen auch ganz sicher...oft an, “ sagst du zu ihm. Oft? Normalerweise heißt das, jeden Tag, oder? „Musst Niko gaaanz viel mitbringen, “ meint der Kleine mit großen Augen. „Bis jetzt habe ich dir doch immer etwas mitgebracht.“

Das Essen ist etwas entspannter, als bei unserer letzen Hochzeit, sicher liegt das auch daran, dass ich diesmal kein Kind erwarte. Nach einer Weile, meinst du, dass wir jetzt gehen müssen, weil ich meine Sachen noch packen muss. Wenn ich nur wüsste wohin wir fliegen, wäre ich doch nur nicht so neugierig. Immer muss ich alles kontrollieren, alles wissen. So gesehen bin ich ein richtiger Kontrollfreak, wenn ich mal nicht die Fäden in der Hand habe könnte ich durchdrehen.

„Miia, mach schneller, wir haben nicht ewig Zeit.“ Mir kommt es vor als ob die Zeit mit dir ewig dauern. Aber was ist schon Ewigkeit? Nichts dauert ewig, alles ist vergänglich, bestes Beispiel, die Yucca-Palme, die du mir vor Jahren gekauft hast, und die zwei Wochen später verdurstet ist. Habe ich dir damals doch gesagt, dass die gleich nach dem Kauf draufgehen wird, du hast mir ja nicht geglaubt, doch ich hatte recht.

Als ich dann endlich mit packen fertig bin, nimmst du meine Sachen und bringst sie ins Taxi. Ich verabschiede mich vom Hund, mache einen letzen Kontrollgang durchs Haus und verlasse es anschließend. Haus ist eigentlich untertrieben, wenn ich mich nicht schon so halbwegs zurechtfinden würde, würde ich mich fast in meinem eigenen zu Hause verlaufen. Habe ja schon lange genug gebraucht bis ich endlich den Fitnessraum im Keller gefunden habe.

„Und wo fliegen wie jetzt hin?“ Du zuckst nur mit den Schultern und grinst höhnisch. Ich will das jetzt aber unbedingt wissen. Doch du hüllst dich wie immer in schweigen, also muss ich doch warten bis wir da sind.

Was wenn ich da gar nicht hin will? „Lintu? Gefällt es mir da überhaupt?“ frage ich vorsichtig. „Denke schon.“ Mickrige Antwort, mickriger geht’s wohl kaum. Ich gebe auf, vielleicht erfahre ich ja am Flughafen, wo’s hingehen soll.

Dennoch bringt es mich fast um den Verstand nicht zu wissen, wo du mich hinbringst.

Am Flughafen angekommen checkst du ein und gehst dann mit mir shoppen. Du kaufst mir viele unsinnige Sachen, die ich eigentlich gar nicht brauche. Eigentlich könntest du ja hier etwas für Niko suchen, und wenn wir wieder nach Hause kommen, kaufst du es, dann bräuchten wir nicht da wo wir auch immer hinfliegen schauen was wir ihm mitbringen. Wäre an und für sich eine Tolle Idee, würdest du nicht unbedingt darauf bestehen ihm von dort etwas mitzubringen.

Da fällt mir gerade auf, dass du mit seit dem Hochzeitskuss keinen mehr gegeben hast. Was wenn du das heute nur aus Verantwortungsbewußtsein wegen Niko gemacht hast und nicht weil du mir verziehen hast.

„...stehen.“ „Was?“ drehe ich mich abrupt zu dir um. „Ich hab gerade zu dir gesagt, dass du stehen bleiben sollst. Anscheinend machst du die wieder zu viele Gedanken über irgendwelche unwichtigen Dinge.“ Unwichtig? Wenn du wüsstest wie „unwichtig“ ich dich und unser gemeinsames Leben finde. „Prinzessin, du sollst stehen bleiben, hab ich gesagt.“ „Wieso willst du andauernd, dass ich stehen bleibe.“ „Hier, genau an dieser Stelle, vor genau 3 Jahren, ist genau das passiert...“ Du schlingst deine Arme um meinen Hals und ziehst mich zu dir. Deine Lippen treffen die meinen. Ein angenehmes kribbelt gleitet meinen Rücken hinunter. Meine Hände finden ihren Weg in deine schwarze Haarpracht.

Du hast Recht, hier war es, dieser atemberaubende „erste“ Kuss mit dir, den Eero unterbrach. Aber dieser hier ist trotzdem mit Abstand, einer der besten seit langem.

Langsam löst du dich wieder von mir, schaust mir in die Augen und atmest aus. „Wir müssen jetzt, unser Flug wurde bereits aufgerufen. Aber frag nicht wieder wo es hingeht, denn von mir wirst du das sowieso nicht erfahren.“ Du weißt genau, dass mich diese Unwissenheit am Rande des Wahnsinns treibt, und sagst es mir dennoch nicht. „Du machst mich fertig, weißt du das?“ „Genau das will ich ja damit bezwecken“, du grinst bis über beide Ohren.

Wir steigen in das Flugzeug und setzen und auf unsere Plätze. Ich schaue zum Fenster hinaus, eigentlich will ich gar nicht verreisen, obwohl ich dann dich für ein paar Tage für mich alleine hätte und dich nicht mit Tausenden anderen teilen muss. Zwar teile ich eigentlich gerne, aber dich würde ich mit niemandem teilen. Du sollst einzig und allein mein sein.

Langsam werden meine Augen schwerer und ich schlafe ein. In Flugzeugen schlafe ich sowieso immer, da ich beim Schlafen nicht an meine Flugangst denken brauche. Jedenfalls träume ich irrsinnige Sachen, die mit der Realität wirklich nichts mehr zu tun haben.

Als ich wieder meine Augen aufmache, gibst du mir einen Kuss und lächelst wieder. Kannst du eigentlich etwas anderes als Lächeln auch noch? „Und? Gut geschlafen, “ fragst du. „Halbwegs, müde bin ich dennoch noch immer.“ „Jetzt brauchst du aber nicht mehr schlafen, wir sind nämlich bald da.“ „Wo ist da?“ „Miia, das siehst du wenn wir da sind und das sag ich jetzt zum allerletzten mal.“ Könnte es sein das ich dich langsam aber sicher nerve? Definitiv!

Ich mache es mir gemütlich und schlafe wieder ein. Die Müdigkeit, die mich schon seit zwei Tagen quält lässt den Schlaf jetzt endlich zu. Es ist furchtbar, wenn man todmüde ist und man aber nicht schlafen kann. Einfach keine Ruhe findet, immer ruhelos umherirrt.

„Komm, wach auf, wir müssen aussteigen, “ rüttelst du mich unsanft wach. „...Ich will nicht, lass mich noch etwas schlafen.“ „Nein du kommst jetzt mit.“ Du nimmst meine Hand, ziehst mich hoch und reißt mich mit dir. „Du tust mir weh, musst du so grob sein?“ „Teilweise merkt man bei dir einfach, dass du als Kind immer mit Samthandschuhen angefasst wurdest, da du einfach so eine verwöhnte Göre bist, und das mit 27.“ Du bist doch nur neidisch weil du kein solches Leben hattest, aber ich sag nichts. „Hoffen wir, dass Niko nicht einmal so wird wie du.“ Dann hast du ihn aber so gemacht, denn ich bringe ihm nicht immer von überall etwas mit. „Lauri, wenn du jetzt plötzlich böse auf mich bist, dann will ich nicht das du in aller Öffentlichkeit mit mir streitest. Also können wir bitte im Hotel weiter machen...“ Moment mal...Hawaii. „Lintu – Hawaii...wir sind auf Hawaii.“ Du lässt mich los und beginnst zu klatschen. „Dachte schon du kommst nie drauf“, sagst du und küsst mich. Versteh einer deine Stimmungsschwankungen. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen dass du schwanger bist. Wenn das gehen würde, könntest du dir deinen großen Familienwusch selbst erfüllen. Obwohl das Gefühl, das man hat, wenn man zum ersten Mal spürt, dass da neues Leben in einem heranwächst, einfach unbeschreiblich ist. Ein kleiner Mensch, der nur durch die Liebe zweier Menschen zueinander entstanden ist.

Eigentlich kaum zu Glauben, das wir beide, nach allem was geschehen ist dazu in der Lage sind solche Gefühle füreinander zu hegen und alles dafür tun, dass dieses Feuer zwischen uns nie erlischt.

„Wir sind schon da?“ frage ich ungläubig als wir in unserem Zimmer stehen. „Soll das jetzt heißen, dass ich die ganze Zeit Selbstgespräche geführt habe, weil du mir sowieso nicht zugehört hast?“ „Mag sein.“

„Mit dir Reden ist sinnlos, du bist immer mit den Gedanken wo anders, als bei mir.“ Ich werfe meine Tasche auf den Boden. „Dann hören wir auf mit reden und machen etwas anderes.“ Du lässt ebenfalls alles fallen, nimmst mich in die Arme und küsst mich. Deine Hand gleitet immer tiefer meinen Rücken entlang, fährt mir unter mein T-Shirt, entlang der Wirbelsäule, wieder rauf bis zum Verschluss meines BH’s, denn du mit links öffnest. Wenn ich jetzt ein Mann wäre, würde es definitiv eng in meiner Hose werden.

Kurz löst du dich von mir um mir das störende Textil vom Oberkörper zu streifen. Dann nimmst du meinen Kopf zwischen deine Hände und küsst mich sanft und gleichzeitig ungestüm. Ich vergrabe meine Hände in dein Oberteil und gehe rückwärts zum Bett, wo du mich dann hineinschubbst. Du küsst meinen Hals, lässt keinen Millimeter davon unberührt. Ich recke dir meinen Körper entgegen und biete dir meinen Hals dar und schmiege mein Becken an deines. Danach streife ich dir dein Shirt vom Oberkörper und gleite mit meinen Fingern deine Brust entlang. Du legst deinen Kopf in den Nacken und genießt sichtlich meine sanften Berührungen auf deinem Brustkorb.

Ich öffne deine Hose und streife die dir samt Shorts von den Hüften und lasse danach meine Bekleidung folgen. Du ziehst kleine Kreise auf meiner Brust, küsst sie und beißt anschließend in das weiche Fleisch meiner Brust. Dann drückst du mir die Beine auseinander und dringst in mich ein.

Nach dem wir gekommen sind rollst du dich auf deine Seite und ziehst mich zu dir. Jetzt bin ich noch müder als vorher, um nicht zu sangen vollkommen kaputt, aber in deinen Armen einzuschlafen ist das aller schönste das ich mir nur vorstellen kann.

Am nächsten Morgen werde ich von dir mit einem Kuss geweckt und sehe, dass du ein Tablett mit Frühstück in der Hand hast. „Für mich?“ frage ich dich. „Hmmm...sieht mein Prinzesschen hier noch jemand anderen als uns beide?“ Du stellst das Tablett aufs Bett und legst dich neben mich. Ich frage mich nur, woher oder wie du das mit dem Frühstück bloß gemacht hast. Ich frage mich auch ob du so wie du bist in Shorts raus gegangen bist.

„Wie ich dich kenne, und das darf ich behaupten, kenne ich dich sehr gut, zu gut, fragst du dich jetzt sicher wie ich dazu gekommen bin, denn normalerweise werden keine Extrawünsche erfüllt. Das heißt wenn man nicht Lauri Ylönen heißt, “ du musterst meinen Gesichtsausdruck, „Nein Miia, ich habe ich nicht durchs Hotelpersonal geschlafen.“ Wow, du kennst mich wirklich gut, du kennst meine Gedanken in dem du mir nur ins Gesicht schaust. Trotzdem ist es nicht sonderlich schwer meine Gedankengänge zu verfolgen wenn man selbst meist da selbe denkt wie ich. Nicht umsonst sind wir zusammen aufgewachsen.

Dann beugst du dich zu mir und küsst mich mit voller Leidenschaft, einer Leidenschaft die Feuer entfachen könnte. Gerade jetzt in mitten dieses innigen, vollkommenen Moments klingelt dein Handy. Kurz schielst du hinüber zum Nachttisch, wer es ist und ob es wichtig sein könnte. Obwohl ich der Meinung bin das die Wichtigkeit des Anrufes, die Wichtigkeit unserer Hochzeitsreise, bei weitem nicht erreicht.

Als du dein Handy dann auch noch in die Hand nimmst um abzuheben, sehe ich dich vorwurfsvoll an. „Was? Der Anruf ist von zu Hause. Was wenn etwas passiert ist. Oder Niko einfach lange gequengelt hat, bis sie ihm die Nummer gewählt hat.“ „Red nicht lange herum, heb ab.“ Eher stimmt das mit quengeln, denn Niko weis genau wie er alle um den Finger wickeln kann.

Während du telefonierst nehme ich eine Erdbeere, tauche sie in Schokosauce und esse sie genüsslich neben dir, worauf du ganz mitleidig schaust. „Du auch?“ frage ich, worauf du heftig nickst. Ich wiederhole den Vorgang von vorhin und stecke sie dir in den Mund, doch leider bekleckere ich dich mit Schoko. Leicht verziehst du dein Gesicht, ich weiß ja dass du Schokolade nicht sehr gerne magst schon gar nicht auf deinem Body. Also schlecke ich in dir weg. Ich sehe dir an dass du dir ein Stöhnen verkneifen musst, was mich auf eine Idee bringt. Kurzer Hand nehme ich die gesamte Sauce und verteile sie auf deine Oberkörper und mache dasselbe wie zuvor auch, nur dass du diesmal dein Seufzen nicht unter Kontrolle zu haben scheinst und während dem sprechen andauernd Stockst. Ja, das macht die ständige Geilheit, wegen der dir nun Abhilfe geschaffen wird. „Lauri, was macht meine kleine versaute Enkelin mit dir?“ höre ich meine Oma fragen. Ja was wird sie wohl machen?

Moment mal, hat sie mich gerade als versaut bezeichnet? Der einzige der von uns beiden versaut ist bist ja wohl eindeutig du, obwohl...langsam aber sicher werde ich genau so Notgeil wie du. Besonders wenn du in meiner nähe bist. Vielleicht gehört das einfach dazu, außerdem kann ich mir das alles mit eine anderen Mann gar nicht mehr vorstellen. Da gibt es doch so einen Spruch: Wenn man mit jemandem schläft, schläft man auch gleichzeitig mit denen mit denen der andere auch geschlafen hat, oder so ähnlich. Jedenfalls bekomme ich bei diesem Gedanken eine Gänsehaut, ich kann mir gar nicht vorstellen, oder ich will mir gar nicht vorstellen mit wie vielen verschiedenen anderen Frauen ich dann schon geschlafen hätte. Wirklich kein sehr appetitlicher Gedanke.

Aber egal, solange ich dich liebe, so begehre wie ich es im Moment mache, ist mir fast alles egal. Denn nur dich kann ich so lieben wie du bist und nur bei mir kannst du duselbst sein, denn bei mir musst du dich nicht verstellen. Dafür kenne ich dich schon lange genug u zu wissen wie du wirklich tickst, wie es wirklich in Lauri Ylönen aussieht. Dennoch hätte ich mir vor nicht allzu langer Zeit nicht einmal träumen lassen, dass du der Mensch zum heiraten und Kinder kriegen bist. Ich habe wirklich immer gedacht, dass du nie sesshaft werden würdest und von Kindern und Verantwortung gar nichts wissen willst. Darum hatte ich auch solche Angst dir von Niko zu erzählen. Da schläft man „einmal“ ganz unerwartet mit einem Star und dann wird man ihn nicht mehr los. Aber irgendwie war schon klar, dass Niko kommen musste, denn bei soviel liebe die wir in dieser Zeit hatten, wäre das ein Wunder ihn nicht zu haben.

Jedenfalls ist es so wie es im Moment ist genau so wie es sein sollte, wie ich es mir immer gewünscht habe, so und nicht anders. Wahrscheinlich weil es für mich keinen besseren gibt als dich, finde ich halt. Und das finde ich sicher auch nur, weil ich seit meinem 12. Lebensjahr nur dich wirklich liebe. Da ich alle anderen mit dir verglichen habe, war es ja nur eine frage der Zeit, bis ich sie wieder in den Wind geschossen habe, weil du für mich einfach vollkommen bist.

„Warum hast du aufgehört“, fragst du etwas enttäuscht und legst dein Handy beiseite. „Mhm...weiß nicht, vielleicht weil ich mit meinen Gedanken wo anders war.“ „Und wo? Oder solle ich besser fragen bei wem?“ „Tja das weiß nur ich“, sage ich und grinse höhnisch. „Du kleines Biest...“ meinst du, drückst mich aufs Bett und küsst mich. „Schatz, lass das, “ sage ich du dir als du meinen Arm fest ins Kissen drückst. „Nicht bevor du mir sagst dass du mich liebst, “ strahlen deine Augen mich an. Du willst jetzt wirklich von mir hören, dass ich dich liebe? Sag ich dir das nicht oft genug, oder wie? Oder brauchst du einfach nur Bestätigung? „Ja Lintu ich liebe dich.“ „Etwas überzeugender“, meinst du und ziehst eine Schnute. „Lauri, du weißt doch, dass ich mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen kann, und dass seit...naja eigentlich immer schon.“ Du setzt dich auf meinen Oberschenkel und grinst von einem Ohr zu anderen und spielst mit einen Haaren. „Ja, in diesem Licht habe ich das noch gar nicht betrachtet, dass du mich sooo abgöttisch liebst. Mich schon fast begehrst, wie keinen anderen, das liegt an einer unglaublichen Schönheit nicht wahr?“ Eingebildet bist du nicht, überhaupt kein bisschen. Ich schau dich nur perplex an. „Ich habe schon schöner als dich gesehen“, meine ich dann nur um dich zu ärgern. „Mag schon sein, aber die sind doch alle unerreichbar für dich...oder nicht du hast einen reichen Vater.“ „Jetzt weiß ich auch warum du von all deine Verehrerinnen ausgerechnet mich genommen hast.“ „Nein dich habe ich nur genommen, weil du hübsch, liebenswürdig und zuvorkommend bist und ich durch dich die netteste Schwiegermutter der Welt bekommen habe...aber das wusste ich ja vorher schon. Außerdem musste ich dich nehmen.“ Sag mal wie redest du von der Frau meines Vaters, besser bekannt als meine Mutter, aber du hast ja recht. „Wieso, wegen Nik?“ „Nein weil ich sonst mein Leben lang unglücklich gewesen wäre, hätte ich diese Chance nicht genutzt, dich zu heiraten.“ Wow, du kannst auch nette Sachen sagen und nicht nur gemein sein. „Schönes Gefühl geliebt zu werden“, meinst du nach einiger Zeit und rollst dich von mir runter. Ich glaub du hast sie nicht mehr alle, du wirst doch von jedem Geliebt, du bist doch everybodys Darling, aber ich sag nichts, halte lieber die Klappe.

Ich stehe auf und gehe duschen. „Hey, du kannst mich doch nicht einfach alleine in diesem großen Bett lassen“, rufst du mir hinterher. „Dann komm halt mit.“ „Nein...nein, wenn dann musst du zu mir kommen.“ „Ich komm aber nicht zu dir. Ich will nur noch duschen und dann geh ich an den Strand.“ „Prinzesschen, dann brauchst du auch nicht duschen gehen. Aber zum Strand nimmst du mich schon mit, oder?“ Du schaust mich mit Hundeaugen an. „Ja ich nehm dich mit, glaubst du ich gehe ohne dich da runter, ich weiß doch noch was das letze mal passiert ist.“

Nachdem ich duschen war, zieh ich mir meinen Bikini an. Du bist schon fix und fertig, Kunststück wenn ich noch duschen war und du nicht.

Ich gehe bei dir vorbei und nenne dich Schweinchen, worauf du mir die Zunge rausstreckst. „Während du noch friedlich geschlafen hast, war ich schon duschen.“ „Lintu das war bevor ich dir die Schokosauce rübergekippt habe.“ „Wäre doch glatte Wasserverschwendung, wenn wir doch sowieso gleich an den Strand gehen. Und jetzt komm.“ Du nimmst meine Hand und wir verlassen das Zimmer.

Am Strand ist viel los, sodass wir beinahe keinen Platz mehr bekommen. Weil du wie immer deinen Willen durchsetzen musstest und ganz weit vorne beim Wasser liegen willst. Im Endeffekt hast du dann endlich einen freien Platz gefunden, der dir auch gefällt. Ich glaub ich habe verdrängt wie wählerisch du eigentlich bist. Egal Macken hat doch jeder, du hast halt einige viele.

„Eigentlich hätten wir Niko auch mitnehmen können, nur weiß ich nicht was wir mit ihm in der Nacht gemacht hätten, “ meinst du und küsst mich. „Dafür hätten wir Oma mitnehmen können oder ein Au-Pair Mädchen einstellen können, Geld hast du ja genug.“ „Ja genau, und wenn wir wieder zu Hause sind schicken wir sie wieder dahin wo sie hergekommen ist, weil wir sie dann nicht mehr brauchen.“ „Stimmt auch wieder. Außerdem haben wir das Meer vor der Haustür, du brauchst dich nur einmal dazu bequemen und mit ihm runter zu gehen.“ „Du weißt dass ich lieber am Pool bleibe oder im Hallenbad bei uns im Keller...aber ich gehe nicht zu Hause an den Strand.“ Jetzt beginnst du dann zu Nerven, aber wirklich. Der Strand in Helsinki ist auch nicht viel anders als der hier auf Hawaii.

Die restlichen Tage verlaufen dann nicht recht viel anders als dieser, du meckerst bei allem was dir nicht passt, bist total zickig, sag mal bist du schwanger? Und so war ich dann auch froh, als die vier Tage um waren und wir wieder nach Hause fliegen.

Wieder zu Hause in Helsinki, war es total warm um nicht zu sagen heiß, eigentlich total ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Aber war ja nur ein Vorteil, dass es so schön Wetter ist. Vielleicht schaffe ich es ja noch dich irgendwie dazu zu überreden, mit Niko und mir an den Strand zu gehen. Denn ich will unbedingt mit meiner Familie wenigstens einen Tag am Meer verbringen, bevor du wieder auf Tour oder ins Studio musst. Weil du mir sowieso fast jeden Wunsch erfüllst wirst du mir wohl diesen kaum abschlagen, oder vielleicht doch, wenn du wieder einen an der Waffel hast, wie so oft in letzer Zeit.

Als wir bei unserem Haus ankommen ist es bereits ein Uhr früh. Klar dass um diese Zeit alle schlafen...oder besser gesagt für mich ist es klar, denn du wolltest ja klingeln. Ich glaub meine Großmutter würde aus der Haut fahren, wenn du das wirklich gemacht hättest und Niko würde mit großer Wahrscheinlichkeit auch wach werden, und dann andauernd jammern, dass er Hunger hat. Der hat immer Hunger, auch dann noch wenn er vom Essen aufsteht und eigentlich satt sein sollte.

Im Haus werfe ich meine Sachen einfach in eine Ecke, und gehe ins Bett, aber nicht ohne vorher noch zu Niko ins Zimmer zu sehen, der natürlich wie ein Baby schläft, naja ist er auch noch fast. Zumindest in deinen Augen. Für dich wäre es am Idealsten wenn Kinder nie erwachsen werden würden, da du kleine Kinder liebst. Für Niko würdest du alles tun nur damit er glücklich ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich dies nicht auch tun würde, aber so verwöhnen wie du es tust will ich ihn gar nicht, es finden ja jetzt schon viele Leute, dass er ein verwöhnter Fratz ist. Was mir jedoch überhaupt nicht so vorkommt. Dennoch könnte ich nicht gerade das Gegenteil davon behaupten. Aber darüber denke ich morgen weiter, wenn ich nicht vergesse, denn jetzt will ich einfach nur noch schlafen.

Morgens mache ich mir als erstes Kaffee, war klar, dass ich die erste bin die aufwacht, und nicht mehr schlafen kann. Das alles um 6:30 Uhr. Eigentlich sollte ich ja hundemüde sein, nach dem Flug und den fünf Stunden schlaf die ich hatte, aber das genaue Gegenteil war der Fall, ich bin einfach nur total froh wieder hier zu sein.

„Miia“, ruft meine Oma, stürmt auf mich zu und umarmt mich. Sie tut gerade so als ob wir mindestens einen Monat weg gewesen wären, dabei waren es doch nur vier Tag, in denen ich Niko total vermisst habe. „Und wie war’s?“ will sie wissen. „Wie soll’s schon gewesen sein? Wie immer mit Lauri...“ Dann hören wir beide ein Rumpeln und gleich darauf Nikos schreie. Meine Oma rennt sofort zu ihm. Ich hab ihm schon so oft gesagt, dass er nicht immer von der Treppe springen soll, weil er sich mit Sicherheit irgendwann verletzt. Aber mir glaub ja keiner und jetzt brüllt er.

Als meine Großmutter mit meine schreienden Kind rein kommt versucht sie ihn zu beruhigen, aber Niko hat seinen eigenen Kopf und weil es ihm gefällt Aufmerksamkeit zu bekommen, lässt er sein Gesicht an ihrer Schulter vergraben und heult weiter. „Niko, schau halt mal wer da ist“, meint sie zu ihm, doch der hört gar nicht hin. Dann gibt sie ihn mir, worauf er noch mehr brüllt.

„Schau mal, was ich auf der Treppe gefunden habe“, kommst du in die Küche und hältst Nikos’ Teddy im Arm. Als Niko deine Stimme hört schaut er auf und mir direkt ins Gesicht. „Mami“, meint er und lächelt übers ganze Gesicht und greift dann nach seinem Teddy, den du ihm aber nicht gibst. „Will Bruno“, jammert Niko. „Nur wenn du mir einen Kuss gibst.“ Ich lasse den Kleinen runter und er tappst zu dir. Du packst ihn und hebst ihn hoch. Er gibt dir einen leichten Kuss auf die Wange und greift dann wieder nach Bruno. „Nein Niko, ich habe einen richtige Kuss gemeint und nicht nur so einen halbherzigen unbedeutenden.“ Du übertreibst mal wieder maßlos, ist doch ganz klar dass er dir nur einen mickrigen Kuss gibt, damit er Bruno so schnell wie möglich wieder bekommt. „Lintu du kannst ihn doch zu nichts zwingen, das nennt man Erpressung auch wenn er noch ein kleines Kind ist.“ „Findest du dass ich ihn erpresse? Tu ich doch gar nicht, ich will doch nur einen Kuss von meine Kind. Und dies ist halt der einfachste Weg, “ meinst du und drückst dem Kind den Teddy in die Hand, worauf er gleich ins Wohnzimmer rennt um mit dem Hund zu spielen. Etwas enttäuscht schaust du ihm nach. So wie es aussieht hast du dir von dem kleinen Wirklich mehr erwartet als nur diesen einen flüchtigen Kuss. „Komm schon Lauri, so schlimm wie du tust ist es nun auch wieder nicht, “ versuche ich dich aufzuheitern. „Er liebt mich nicht“, sagst du und schaust mir in die Augen.

Ich umarme dich und versuche dich etwas zu beruhigen, was sich bei dir als äußerst schwierig erweist, da du bei allem was ich sage andauernd dagegen sprichst und dich selber fertig machst. Darin bist du wirklich meister und im sich-Sorgen-machen bist du auch nicht schlecht. Bei diesen Sachen kommst du vom hundertsten ins tausendste und dann muss immer ich dich wieder aufbauen. Dazu habe ich im Moment keine Lust. In letzer Zeit fühle ich mich sowieso lustlos, nichts interessiert mich, gar nichts nicht einmal deine Probleme, die ich dir sonst immer zum bewältigen helfe. Eigentlich will ich nur dass du dich mehr mit Niko beschäftigst.

„Miia, glaubst du dass er mich vermisst wenn ich nicht hier bin?“ „Schatz, das glaub ich nicht, dass weiß ich. Wenn du nicht da bist, jammert er die ganze Zeit und...“ Weiter als bis zu und komme ich nicht, da du beginnst mich zu küssen. Es ist ein langer Sinnlicher Kuss.

„So ihr beiden Turteltäubchen, ich geh dann jetzt mal nach Hause, “ meint eine Großmutter, „Ach ja, Frühstück steht auf dem Tisch.“

Ich höre ihr gar nicht wirklich zu, verstehe eigentlich nur Frühstück und Tisch, weil ich totalen kohldampf habe.

„Paaaaapaaaaaa“, brüllt Nik plötzlich hinter dir. „Was ist kleiner Mann“, will ich von ihm wissen, worauf er auf den gedeckten Frühstückstisch zeigt. War ja sowas von klar, denn meine beiden Männer haben immer Hunger. Du nimmst ihn hoch und setzt ihn in seinen Stuhl.

Sie hat uns wirklich Pfannkuchen gemacht, zum Frühstück. Das würde es bei mir höchstens mal zu Mittag geben, weil es mir für Morgens viel zu viel Arbeit ist, die sowieso nicht gewürdigt würde, denke ich jedenfalls, wissen kann man es auch nicht.

Ich frage Niko, was er auf seinen Pfannkuchen haben will, worauf er sofort nichts meint und du ihm sogleich einen auf den Teller wirfst, im wahrsten sinne des Wortes. Dafür erntest du einen fragenden Blick von mir. „Pikkuhiiri, ich hab gar nichts gemacht, also wieso siehst du mich so an?“ „Lass uns heute an den Strand gehen...“ „Jetzt lass mich mal in Ruhe mit deinem blöden Strand. Ich hab dir schon erklärt dass ich da nicht hin will. Außerdem ist es dort viel zu kalt und dann wird Niko krank. Ich mach dir einen Vorschlag, wir gehen in den Keller schwimmen, OK?“ Jetzt kann ich nicht einmal dagegen reden, weil du Recht hast. Es ist wirklich nicht gerade warm heute. Gestern war es so schön warm und heute, wo ich mal wieder einen versuch gestartet hätte dich zu überreden, ist es wieder kalt. Aber ich finde deine Idee mit dem Hallenbad gar nicht so schlecht. „OK gut, gehen wir in den Keller.“

Ich wasche dann das Geschirr ab, während du mit Niko draußen bist. Der Hund wuselt die ganze Zeit zwischen meinen Beinen herum, was total nervig ist. Pi ist doch sonst nicht so...halt, ich hab auf ihr Futter vergessen. Ich werde halt auch schon alt, in letzer Zeit vergesse ich auch extrem viel.

Ich gehe zu dir und zu Niko raus, wo Niko gerade versucht dir einzureden dass du ihm die Flaschen ins Haus tragen sollst. Du versuchst krampfhaft standhaft zu bleiben, wird dir aber sicher nicht mehr lange gelingen. „Lauri vergiss es, du kannst dich nicht lange dagegen wehren. Du weißt so gut wie ich, dass du es ihm früher oder später ins Haus bringen wirst,“ sage ich zu dir, worauf Niko gleich zu mir gelaufen kommt und will dass ich mich zu ich runterbeuge, was ich natürlich mache. Zuerst gibt er mir einen Kuss und dann drückt er mir seine Flasche in die Hand. Du stehst vor mir und kriegst dich fast nicht mehr ein vor lachen. „Wer von uns beiden wird sie jetzt ins Haus bringen?“ „Wir beide weil es nämlich gleich zu regnen anfängt.“ Kaum hatte ich dies gesagt, beginnt es in strömen zu regnen, worauf du Niko nimmst und wir ins Haus laufen.

„Gehen wia jetzt plantschn“, fragt Nik dich dann und schaut dich erwartungsvoll an, worauf du nickst und die Badesachen holen gehst. Du drückst mir meinen Bikini und Nikos Badehose in die Hand und meinst ich soll ihn und mich umziehen gehen. Nein, was soll ich sonst damit machen?

Ich wusste gar nicht wie warm es dort beim Schwimmbad ist, war ja auch noch nie hier, aber wer braucht schon einen Swimmingpool, Hallenbad, Sauna und einen Strand? Wer das Haus gebaut hat, muss auch ein wenig insane gewesen sein, aber egal, irgendwie doch total geil, dieser Luxus.

Ich lege mich auf einen Liegestuhl und sehe dir und Niko beim planschen zu. Niko macht es sichtlich Spaß mit dir im Wasser und du machst auch einen recht zufriedenen Eindruck. Jetzt endlich habe ich was ich wollte, du gibst dich mit dem Kleinen ab.

„Prinzessin? Willst du nicht auch reinkommen?“ fragst du. „Nein, ich fühl mich nicht so gut.“ Ich fühle mich wirklich nicht gerade gut, mir gehen zu viele Gedanken im Kopf herum, weil etwas was vor einer Woche hätte kommen sollen immer noch nicht da ist. Und ich im Moment damit nicht gerade glücklich wäre. Vielleicht ist eis auch einfach nur der Stress, der jetzt nachlässt.

„Was ist los?“ stehst du plötzlich vor mir. „Nichts, was soll schon los sein?“ „Dich bedrückt etwas, also erzähl schon, Prinzessin.“ „Lauri, ich will dich nicht verrückt machen, wenn dann doch nichts ist.“ „Nein...heißt das du bist...ähm...schwanger?“ Hey der Typ ist gar nicht so blöd wie er aussieht. „Ich weiß es nicht“, antworte ich wahrheitsgemäß. „Du freust dich aber nicht wirklich.“ „Nein, Lauri, das heißt ich weiß es nicht, immerhin ist es oder wäre es unser Baby...wenn ich überhaupt schwanger bin. Weil ich im Moment nicht in der Lage wäre mich alleine um zwei Kinder zu kümmern, weil du ja nie wirklich hier bist ....und weil ich nicht wieder von dir wie ein Stein behandelt werden will, sondern von dir geliebt werden, so wie jetzt.“ Ich gehe aus dem Badeareal ins Schlafzimmer und ziehe mich an. Dann mache ich mich auf den Weg in eine Apotheke um mir einen Schwangerschaftstest zu kaufen. Hoffentlich kennt mich dort keiner, denn ich habe keine Lust mich von der Presse durch den Dreck ziehen zu lassen. Wie meine Schwester, und das nur weil sie ein Baby hat und selber nicht weiß wer der Vater davon ist. Ich hingegen weiß wer der Vater meines Babys ist. Nein ich bekomme kein Baby, ich will nicht, ich habe Angst, dass Niko dadurch vernachlässigt wird. Und das will ich auf keinen Fall, er soll nur glücklich sein und du sollst mehr Zeit mit ihm verbringen, mehr will ich gar nicht.

Als ich den Test endlich habe, gehe ich auf schnellstem Weg nach Hause, schließe mich ins Bad ein und mache ihn. Eigentlich hätte ich gar nicht abschließen brauchen, ist ja sowieso niemand da, wahrscheinlich bist du mit dem Kleinen immer noch unten baden. Komisch Badewasser mag er nicht, aber aus dem Swimmingpool bekommt man ihn ja gar nicht mehr raus.

Die fünf Minuten dauern elendslange, ich will endlich wissen ob ich es jetzt bin oder nicht. Ich weiß schon nicht mehr was ich tun soll, ich renne das Bad auf und ab, setze mich auf den Toilettendeckel, stehe wieder auf und renne wieder auf und ab. Nach fünf Minuten nehme ich ihn, atme einmal tief durch und sehe drauf.

Positiv

Verdammt, und ich dachte ich hab die Pille immer heimlich genommen. Betonung liegt auf heimlich, denn wenn du das wüsstest würde mit großer Sicherheit der Haussegen schief hängen. Aber jetzt kann das ja nicht mehr passieren.

Ich gehe zu dir runter, setze mich wieder auf den Stuhl und schaue dir und Nik wieder zu. Ich habe Nikos Augen schon lange nicht mehr so strahlen sehen, er sieht so glücklich aus nur weil du mit ihm spielst. Verdammt ich drehe gleich durch.

„Prinzessin, es tut mir leid. Und du hast Recht, solange wir nicht wissen ob es wirklich wahr ist, sollte ich mich nicht so sehr freuen. Sag mal hast du geheult?“ „Lauri, ich weiß es.“ „Wie...woher...seit wann?“ Kannst du vielleicht mit den blöden Fragen aufhören. „Ich war in der Apotheke hab einen Test geholt und seit ein paar Minuten weiß ich dass du ein Kind bekommst....ähm nein ich bekomme ein Kind nicht du. Du machst mich total bedeppert.“ „Ich werde Vater...ich werde Vater, “ rufst du laut. Na toll jetzt freust du dich wie ein kleines Kind zu Weihnachten, wenn es den Baum sieht und die Geschenke. „Aber...du willst es doch nicht, oder? Sag nicht dass du es nicht willst.“ „Nein Lauri, du weißt das ich das nicht kann. Lassen wir es so wie es jetzt ist.“ Du beginnst wieder mal übers ganze Gesicht zu grinsen. Und wieder einmal kann ich nicht glauben, dass du ausgerechnet mich liebst. „Papa, komm wieda planschen.“ Dann drehe ich mich um und bemerke dass du Nik allein im Wasser gelassen hast. „Hast du nicht was im Wasser vergessen, Schatz?“ Du gibst mir einen Kuss und holst dann den Kleinen aus dem Wasser, damit wir nach oben ins Haus gehen können.

Dann ziehst du Niko um, der gleich wieder jammert dass er raus spielen gehen will, aber nur mit dir. Zu deinem Glück regnet es immer noch, denn du gehst absolut nicht gern vor die Tür. Was ich in deinem persönlichen Fall sogar verstehe, gut verstehe, ich würde auch nicht unbedingt raus gehen wollen.

Am nächsten Tag begebe ich mich zum Arzt wegen der Untersuchung. Ich bin nicht gerade Fan von Ultraschalluntersuchungen.

Wow ich bin schon im 4. Monat, und hab es gar nicht gemerkt, stimmt nicht ganz, gemerkt hab ich es schon, nur wollte ich es nicht wahr haben, also hab ich es verdrängt.

Wieder erklärt mir der Arzt wo der Kopf meines Kindes ist, ich erkenne es sowieso nicht, also warum zeigt er mir das immer. Außerdem fühle ich mich fehl am Platz, weil eigentlich sollte ich mich doch freuen, und das tue ich nicht. Hoffentlich kommt das noch irgendwann, am besten wäre es noch bevor das Kind kommt, denn wie soll ich dem Kind eine gute Mutter sein, wenn ich es doch gar nicht will?

Vielleicht sind auch nur die Stimmungsschwankungen daran schuld, hoffe ich halt.

Später will ich noch auf einen Kaffee gehen, aber ist Kaffee so gut für mein Baby? Na egal, ich trinke einfach eine Tasse. Während ich da so sitze und meinen Kaffee trinke, starre ich immer auf das Ultraschallbild meines Babys.

Ich trinke aus und gehe dann nach Hause, wo ich schon sehnsüchtigst von dir erwartet werde. Das erste was du machst ist mich zu küssen. „Komm setz dich zu mir auf die Couch, “ grinst du mich an. „Ich hab da was für dich, “ sag ich und halte dir das Bild unseres Babys hin. „Mein...mein Baby." „Hey Mister, UNSER Baby.“ „Ja, aber ich hab wohl den Hauptteil dazu beigetragen.“ „Und ich muss es 9 Monate herumschleppen, jetzt sind es nur noch 5 Monate. Irgendwie freue ich mich jetzt drauf.“ „Nur mehr 5? Du bist schon im 4.? Dann war das ja die letzten vier Tage auch schon da drin.“ Neeiin, ich hab es die letzen 4 Monate in einem Glas gehabt. Sicher war’s da auch schon drin, wo soll’s denn sonst gewesen sein. „Ich wollte doch nie dass das erste was es von mir sieht der Teil ist.“ Woah Lauri, deine Probleme möchte ich mal haben. Echt aber. „Lauri, machst du mir ein Eis, “ frag ich ganz süß. „Ja, welches?“ „Eines mit gaaaanz viel Schlagsahne, welcher Geschmack ist mit egal, “ du stehst auf und gehst in die Küche, „ Lauri, Lauri, haben wir Rollmops?“ „Würg...ich glaub schon, aber ob das zu Eis passt? Willst du nicht lieber Gurken?“ „Nein, Rollmops.“

Jetzt hab ich die Phase überwunden in der ich es Leugne dass ich Schwanger bin, jetzt kann ich essen. Und dir kann ich jetzt wieder auf die nerven gehen, ohne dass du mir böse sein kannst. Ein gutes Gefühl.

Zwei Monat später muss ich wieder zum Arzt. Diesmal muss ich dich mitnehmen, weil du so lange gequengelt hast bis es mir gereicht hat.

Mittlerweile merkt man dass ich im 6. Monat bin, wo man bis zum 4. nichts gesehen hat, merkt man es jetzt zu viel. Und du kannst nicht zu viel von meinem Bauch bekommen.

Und wieder liege ich auf der Untersuchungscouch, oder Sessel, keine Ahnung wie man das nennt, und wieder eine Ultraschalluntersuchung. Das kann doch gar nicht gesund sein so viele Ultraschallwellen, oder? Na egal, Hauptsache mit dem Baby ist alles in Ordnung. „Ja Herr Ylönen Sie haben ganze Arbeit geleistet“, meint der Arzt dann zu dir. Wir sehen uns beide gegenseitig ganz schön belämmert an. Was meint der nur damit? „Wie bitte?“ sagst du dann zu ihm. „Es werden Zwillinge.“ Wah ist der Typ versaut, schlimmer noch als du. Als er das sagt läufst du auf der Stelle knallrot an, wie eine Tomate, das find ich ja soooo Süß.

Macht dass das Kind, die Kinder, da bald raus kommen, ich bin mir selber viel zu anstrengend. Alles und jeder ist in letzter Zeit total süß und ich bin dezent dauergeil auf dich. Schon wieder mal, war ich das nicht bei Niko auch schon? Weiß ich nicht mehr, ist schon zu lange her. Aber wenn dann liegt das nur an dir, weil du in den neuen Monaten immer extrem geil aussehen musst.

„Toll, wir bekommen 2 Kinder“, freust du dich, als wir die Praxis verlassen. „Ja toll, zweimal so viel Arbeit....Man sind wir blöd, wir hätten fragen können was es wird.“ „Sie werden...Mädchen.“ „Das hast du bei Niko auch gesagt, und Niko ist definitiv nicht weiblich. Außerdem woher willst du das so genau wissen, Mister.“ „Männliche Intuition.“ Gibt’s sowas? Ich dachte es gibt nur weibliche Intuition, und meine sagt mir dass die beiden ein Junge und ein Mädchen werden. „Prinzessin was würdest du von eine größeren Haus halten?“ „Nichts.“ „Nichts? Was heißt nichts?“ „Lauri nichts heißt nichts. Ich will kein größeres Haus, lass uns einfach das Gästezimmer umbauen.“ „Gut ich will auch nicht umziehen.“ Warum fragst du dann, Depp.

Jeden Tag quält Niko mich mit derselben frage, wann endlich seine Geschwister da sind und jeden Tag bekommt er dieselbe Antwort, die ihn mittlerweile nicht mehr zufriedenstellt. Außerdem hab ich verdammte Rückenschmerzen und Sehnsucht nach dir. Du bist in letzter Zeit sowieso fast nur mehr im Studio, weil du meine Probleme nicht mehr ertragen kannst und mir auch nicht beim bewältigen hilfst. Aber bei einem Problem würdest du mir sicher gerne helfen, immer und überall und zu jeder Zeit, nur nicht während einer Schwangerschaft. Weiß nicht hättest du das früher getan, bevor du so...häuslich geworden bist.

Na jetzt dauerts dann auch nicht mehr lange, einen Monat hab ich noch, nicht mal mehr ganz und das schlimmste von alle dem ist, dass ich glaube ich Krank werde. Ich fühle mich Hundeelend, kann mich aber nicht einmal ins Bett legen, weil es erstens gerade mal Nachtmittags ist und zweitens Niko gerade erst von seine Mittagsschlaf aufgestanden ist und der jetzt überhaupt nicht müde ist. Wird aber nicht mehr lange dauern, dann kommst du nach Hause und ich kann ins Bett gehen.

Kaum hab ich den Gedanken fertig gedacht, kommst du auch schon. „Lauri, endlich“, begrüße ich dich und gebe dir einen Kuss auf die Wange. „Nein Miia, ich werde nicht mit dir schlafen.“ „Nein ich geh auch ohne dich ins Bett, ich fühl mich einfach nicht gut...Grippe und so. Du musst auf Niko acht geben.“ Was denkt der Typ eigentlich von mir? Jetzt wo ich mal nicht alles dafür geben würde ihn ins Bett zu zerren, denkt er ich will schon wieder.

Egal wenigstens kann ich ins Bett, wo ich auch sofort einschlafe.

Wach werde ich irgendwann mitten in der Nacht, weil du nicht neben mir liegst und als ich aufstehen wollte um zu sehen wo du bist, setzen die Wehen ein. Na toll, jetzt wo ich es am wenigsten gebrauchen könnte.

Ich handle mich runter ins Wohnzimmer, wo du auf der Couch eingepennt bist. „Lauri, komm wach auf“, sage ich am Türrahmen gelehnt zu dir, natürlich hörst du mich nicht. „Lauri, wach endlich auf“, sag ich dann etwas lauter. „Lass mich schlafen, wir haben genug zeit um später darüber zu reden und jetzt geh wieder ins Bett, Pikku...“ „Alter du sollst nicht im schlaf mit mir reden sondern endlich deine verdammten Augen aufwachen.“ Genervt drehst du das Licht auf: „Ok jetzt bin ich wach, wehe es ist nicht wichtig.“ Kaum hast du das gesagt, platzt die Fruchtblase. „Und? Wichtig genug?“ „Ähhh...ja. Ich ruf schnell einen Krankenwagen.“ „Ja dann mach schnell sonst ist es zu spät.“ Zuerst nimmst du meine Hand und bringst mich zum Sofa, wo ich mich hinlege.

Es dauert wirklich nicht lange, bis der Krankenwagen hier ist und ich hatte schon solche Angst, dass ich die Kinder zu Hause zur Welt bringen muss.

Im Krankenhaus geht dann alles relativ schnell und da ich ein zu schmales Becken habe, müssen die Zwei per Kaiserschnitt das Licht der Welt erblicken. Weswegen ich sogar sehr froh bin, weil ich dann keine Schmerzen verspüre.

Von der Narkose wieder aufgewacht, sehe ich als erstes dich, mit einem kleinen Bündel im Arm stehen. „Lauri“, flüstere ich. „Hey Süsse, “ meinst du nur und gibst mir einen Kuss auf die Stirn. Irgendetwas in deiner Stimme sagt mir dass etwas nicht in Ordnung ist. „Lintu, was...ist los“, will ich wissen. „Liebling....“ Liebling? Du hast deinen Wortschatz erweitert. „Warum hast du nur ein Kind auf dem Arm, ich dachte es wären zwei?“ Ok, da stimmt was nicht, nach deiner Reaktion gerade eben, muss genau da der Hund begraben sein. „Miia...sie war zu schwach“, nur mühsam kannst du deine Tränen unterdrücken und die Worte fallen dir sichtlich schwer. Es waren nur vier Worte. Vier kleine Worte die einem so unendlich wehtun können. In mir kommt ein Gefühl auf als ob ich auf der ganzen Linie versagt hätte, ich hab meine Tochter getötet. „Prinzessin, er hier bräuchte einen Namen, willst du ihn mal halten?“ Er. Ein Junge. Ich wollte dir doch so gern deinen Wunsch erfüllen und dir eine Tochter schenken und dann.... „Lauri, ich bin eine schlechte Mutter.“ Du schüttelst den Kopf: „Nein bist du nicht, das darfst du nicht sagen. Du bist die beste die ich mir für meine Kinder vorstellen könnte.“ „Achso? Und warum habe ich dann unsere Tochter auf dem Gewissen?“ „Miia, Pikkuhiiri, da kann keiner etwas dafür, am wenigsten du.“ Du versuchst mit allen Mitteln mich davon zu überzeugen, dass ich nicht schuld daran bin, aber es gelingt dir nur mäßig. Ich bin Schuld, und darum will ich auch den Jungen nicht halten, denn ich könnte ihm ja wehtun. „Nennen wir ihn Lare“, schlage ich vor. „Nur Lare? Keinen zweit Namen wie Niko?“ „Such dir einen aus“, gebe ich desinteressiert zur Antwort. „Lare Markus Paavo.“ Ok drei Namen, nicht schlecht. Früher war’s doch so, je mehr Vornamen man hatte umso reicher war man.

Die Wochen nach der Geburt von Lare waren sehr schleppend. Ich hab das Kind noch nicht einmal auf dem Arm gehabt, weil ich solche Angst davor habe ihm weh zu tun, darum bist auch du immer zu Hause um mir das abzunehmen. Du und ich, wir leben seit dem einfach nur noch nebeneinander her. Wenn du versuchst mit mir zu sprechen blocke ich ab, ich glaube nicht, dass ich das jemals verkraften werde. Du wirst mit der Situation viel schneller fertig als ich, zumindest äußerlich, innerlich sehe ich wie es dich genauso schmerzt wie mich.

„Miia, bitte...lass nicht zu, dass unsere Beziehung daran kaputt geht, ich will dich nicht verlieren, “ sagst du eines Nachts im Bett zu mir. „Das allerschlimmste was mir in diesem Leben noch passieren könnte, wäre dich auch noch zu verlieren, “ beginne ich zu heulen, worauf du mich zärtlich in die Arme nimmst. „Du wirst mich nicht verlieren, ich bleib bei dir.“ „Lauri, glaubst du dass sie hübsch geworden wäre?“ „Wenn sie nur etwas von ihrer Mutter hatte, dann bin ich mir ganz sicher.“ Dann kuschel ich mich an dich und schlafe ein.

Ich war so deprimiert in letzer Zeit, dass ich Weihnachten total verschlafen habe, oder nicht wahrgenommen habe. Jetzt gibt es Niko schon 3 Jahre, und mir kommt es vor als ob es gestern gewesen wäre, dass du zu mir ins Krankenhaus kamst und vor mir gewusst hast dass ich schwanger bin.

Und soweit ich mich erinnern kann hast du Niko in den Kindergarten geschickt...jetzt weiß ich auch warum er vormittags nie da ist. Wow brauch ich lange.

Am nächsten Tag, stehe ich auf und mache Frühstück. Anschließend wecke ich Niko und dich, denn der Kleine wollte, dass wir beide ihn heute zum Kindergarten bringen. Als dann Lare schreit und du aufstehen wolltest, sage ich zu dir, dass du sitzen bleiben sollst, da ich gehe. Endlich habe ich diese Angst überwunden, ich habe mich jetzt fast 3 Monate nicht um ihn gekümmert, geschweige denn einmal angesehen. Und er sieht aus wie du, auf einen der seltenen Babyfotos von dir.

„Und war das jetzt so schlimm?“ fragst du mich, als ich mit Lare in die Küche komme. „Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, fühlt sich gut an.“

Kurz vor acht bringen wir dann Niko in den Kindergarten, der nur um 3 Straßen weiter ist. Er gibt uns beiden einen dicken Kuss und läuft dann zu seinen Freunden. Ich hab gar nicht mehr gewusst wie schön es ist Kinderlachen zu hören.

Danach gehen wir noch einkaufen und weil ich kein Geld mehr hatte, gingen wir in die Bank, du hast zwar gedrängelt dass ich zu Bankomat gehen soll, doch mir war zu kalt. Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl, als ob gleich irgendetwas passieren wird, etwas das mein ganzes Leben verändern wird. Etwas womit keiner gerechnet hat. Sicher nur Einbildung, was sollte schon in einer Bank passieren.

Kurz nachdem wir die Bank betreten haben, stürmt ein Bankräuber die Tür herein, packt den der unmittelbar in seiner nähe steht und hält ihm eine Pistole an die Schläfe. Dann sieht er in unsere Richtung, kommt mit seiner Geisel auf uns zu, lässt ihn los und nimmt dich. „Eine Berühmtheit als Geisel zu nehmen ist doch viel aufsehenerregender als ein ganz normales Fußvolk findest du nicht“, sagt er dann zu dir.

Es dauert nicht lange, da kommt auch schon die Polizei, worauf der Bankräuber mit dir vor die Tür geht und ein Fluchtauto fordert, oder dir sonst Kugel durch den Kopf jagt und geht dann wieder in die Bank zurück.

Nach einiger Zeit betritt dann Helena die Bank, wobei sich der Einbrecher ruckartig zu ihr umdreht. „Leg deine Knarre weg, Kleine“, sagt er zu ihr Worauf sie, sie neben dem Eingang hinschmeißt und sich weiter ihm nähere. „Das Auto ist soeben vorgefahren“, meint sie zu ihm, mit relativ fester Stimme. Er befiehlt ihr sich neben Lauri zu stellen. „Und keiner von euch rührt sich oder macht nur einen laut“, sind seine Worte, bevor er sich umdrehen und gehen will. In jenem Moment jedoch klingelt dein Handy, wobei der Räuber aufschreckt und auf dich schießt. Geistesgegenwärtig schmeiße ich mich vor meinen dich. Ein Messerscharfer Schmerz durchfährt meinen Körper und ich spüre wie ich auf den harten Mamorboden aufpralle. Irgendwo weit neben mir schreit jemand laut meinen Namen, ich glaube es ist Lauri, wobei ich mir aber nicht sicher bin. Alles ist so verschleiert, dann verliere ich das Bewusstsein.

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Lauri sitzt neben Miia am Krankenbett. Miia ist ohne Bewusstsein, an ihr wurde gerade eine schwere Herz-OP durchgeführt, da bei durch die Kugel die Arterie, die das Herz mit Blut versorgt verletzt wurde.

„Prinzessin du darfst mich nicht verlassen, nicht so, denn ich bin einfach nicht bereit meinen Engel herzugeben.“ sagt Lauri leise, mit Tränen in den Augen und drückt fest Miias Hand. Auf seinen Kleidern klebt immer noch ihr Blut, er war, seit dem er heute Morgen Niko in die Vorschule brachte, nicht mehr zu Hause gewesen.

Nach einiger Zeit steht er auf, gibt Miia einen Kuss auf die Stirn und geht nach Hause um sich umzuziehen und Miia ein paar Sachen zu bringen. Kaum schließt er die Wohnungstür hinter sicht, springt ihm auch schon Niko entgegen. „Papa, hat sich Mami sehr weh getan?“ fragt der Kleine Lauri. „Ja, aber sie schläft im Moment ganz tief und fest, darum spürt sie auch nichts.“ „Und wann darf sie wieder heim?“ „Wenn sie wieder gesund ist.“ Lauri hofft inständig dass sie bald wieder gesund wird und nach Hause kommen kann, andererseits hat er aber auch Angst dass sie nie wieder Heim kommen wird.

Als er sich dann umgezogen, die Sachen für Miia zusammengesucht hat und gerade gehen will kommt Niko. „Gibst du den Mami, von mir?“ fragt er und reicht Lauri seinen Teddy, den Niko nie aus der Hand geben würde und den er überall mit hinnimmt. „Den brauchst du doch selber Schatz. Stell dir vor mitten in der Nacht kommt ein Gewitter und Bruno ist nicht bei dir. Und glaub mir ich weiß wie sehr du dich bei Gewittern fürchtest.“ „Mami braucht ihn aber mehr als ich, damit sie ganz bald wieder gesund ist. Außerdem hat Mami gesagt, dass ich bei Gewittern keine Angst haben muss, weil da nur Engel sind die Bowling spielen. Und Oma, Lare und Pimeys sind ja auch noch da.“ Lauri nimmt den Teddy und umarmt Niko ganz fest. Zum Glück versteht der Kleine mit seinen drei Jahren noch nicht wie ernst seine Mutter verletzt ist.

Im Krankenhaus gibt Lauri Miia Nikos Teddy in die Hand. „Den hat Niko mir selbst mitgegeben. Er hofft dass du damit schneller gesund wirst und wieder nach Hause kommst. Er vermisst dich genauso sehr wie ich. Und Lare vermisst dich auch glaub ich,“ meint Lauri und beginnt zu heulen. Endlich kann er seinen Gefühlen freien lauf lassen, endlich lässt er seine Tränen zu.

Plötzlich spürt er Miias Hand auf der seinen. Lauri sieht zu Miia hoch. „Lauri“, sagt diese schwach, jedoch mit einem Lächeln. „Ich hatte solche Angst um dich, Prinzessin. Sag mal wie fühlst du dich eigentlich?“ „Müde, aber solange du hier bist geht’s mir gut. Und noch besser würde es mir gehen wenn du mir morgen Niko und Lare mitbringst.“ „Sicher bringe ich dir die zwei Helden mit, ich hab Nik sowieso versprochen, das ich ihn mitnehme sobald du aufgewacht bist.“

Abends geht Lauri dann nach Hause, bevor er aber Miia’s Zimmer verlässt flüstert er ihr noch etwas zu. „Ich liebe dich und will dich nie verlieren.“ Daheim legt er sich gleich in sein Bett, wo Niko auch schon liegt. Das macht er immer, wenn er nicht alleine sein will. Lauri nimmt ihn ganz fest in den Arm und drückt Niko ganz fest an sich.

Am Morgen wird Lauri von Niko mit einem Kuss geweckt. „Gehen wir jetzt zu Mami?“ fragt Niko, der auf Lauri sitzt. Lauri öffnet notgedrungen ein Auge und wirft einen Blick auf die Uhr. „Weißt du, es würde leichter gehen, wenn du Zwerg von mir runtergehen würdest.“

Dann steht Lauri auf und macht Niko eine heiße Schokolade und Lare seine Flasche.

Währenddessen hat Miia Besuch von ihrer Schwester. Ihr Gespräch verlief eigentlich eher ruhig, was für die beiden eher ungewöhnlich war, da sich die beiden nicht sonderlich gut verstanden. Der Grund dafür, so glaubt Miia, ist Lauri. Er war nämlich Kira’s erster Freund gewesen. Wenn man das überhaupt Freund nennen kann, denn Kira war zu dem Zeitpunkt gerade mal zwölf gewesen und Lauri vierzehn, also mehr als Händchen halten war zu der Zeit sowieso nicht drinnen. Trotz dass die beiden zusammen waren hat Lauri immer noch mehr Zeit mit Miia verbracht als mit ihr und irgendwann hat er dann einen Schlußstrich gezogen. Und jetzt glaubt Kira dass Miia schuld daran ist. Aus welchem Grund Lauri nun wirklich mit ihr schlussgemacht hat weiß Miia dann nicht. Ist ihr auch egal. Kira war ihr immer schon egal, denn seit dem sie auf der Welt war, war Miia für ihre Mutter nur noch 2. Wahl. Sie war ihr nur gut genug um ihr ihre Muttersprache beizubringen, und die hätte sie ihr am liebsten eingetreten.

„Weißt du, wenn du stirbst, hol ich mir deine Familie, “ sagt Kira zu ihrer großen Schwester, „denn Lauri hast du mir sowieso weggenommen. Jetzt kann ich ihn dir wegnehmen.“ Kira will gehen, als Miia ihre Hand festhält. „Lass deine dreckigen Hände von meiner Familie, hörst du. Ich werde alles tun damit du Niko und Lauri nicht bekommst. Ich werde verhindern dass du Niko erziehst, ich will gar nicht wissen was dann aus ihm wird.“ „Wie willst du das machen, hä? Wenn du erst einmal das Zeitliche gesegnet hast, kannst du sowieso nichts dagegen machen, und bis dahin kann ich warten.“ sagt Kira und befreit sich von Miias Griff.

Miia spürt selber, dass sie wahrscheinlich nicht mehr sehr lange Zeit hat und wie sollte sie verhindern, dass sich ihre Schwester Lauri angelt?

Plötzlich öffnet sich die Tür und Niko kommt hereingeplatzt. Miia freut sich so ihren kleinen Schatz zu sehen, vielleicht sogar ein letztes Mal und bittet Lauri, der Lare auf dem Arm hält, ihn zu ihr aufs Bett zu setzten, damit Niko ihr näher ist. „Niko versprich mir, dass du immer das machst was Papa dir sagt.“ „Brauch ich nicht versprechen, tu ich sowieso...meistens.“ Lauri beginnt zu lachen. Niko hörte zwar wirklich oft auf seinen Vater, trotzdem tat er auch oft was er wollte. Er stellt Miia lauter fragen, wofür die Schläuche sind an denen sie hängt und redet andauernd.

„Niko, ich glaub wir lassen die Mama jetzt schlafen.“ meint Lauri nach ungefähr einer halben Stunde. „Ich will aber bei Mami bleiben.“ „Komm schon Zwerg, wenn wir ihr jetzt viel ruhe lassen können wir vielleicht morgen länger bleiben.“ „Will trotzdem da bleiben“, protestiert Niko und beginnt zu weinen. Miia tröstet den Kleinen und lässt sich einen Kuss von ihm geben, bevor Lauri mit ihm und seine kleinen Bruder raus geht.

Ein paar Minuten später kommt Miias Großmutter zu ihr ins Zimmer. Sie wechseln ein paar Worte miteinander, als Miia plötzlich starke Schmerzen im Brustbereich verspürt. „Soll ich einen Arzt hohlen?“ fragt ihre Großmutter panisch. „Nein, geht gleich wieder. Mein Herz schlägt nicht regelmäßig, darum hab ich das öfters. Aber du könntest mir einen Gefallen tun. Pass bitte auf Lauri und Niko auf und natürlich auch auf Lare.“ „Aber das kannst du doch auch selber machen, sobald du hier wieder raus kannst.“ „Ich weiß nicht ob ich jemals wieder nach Hause kann“, antwortet Miia mit tränen in den Augen. „Kind, so etwas darfst du nicht sagen, geschweige denn denken.“ „Oma ich spüre es doch, wie es zu Ende geht.“ Miias Großmutter kullern Tränen über die Wange worauf Miia auch zu weinen beginnt. „Ich habe keine Angst, wenn es das Schicksal so will kann ich nichts dagegen machen. Gegen das Schicksal kann man nun einmal nicht ankämpfen. Außerdem hatte ich so viele schöne Stunden in meinem Leben, besonders die letzen 3 Jahre waren für mich die Erfüllung.“ „Mami, warum weint ihr?“ kommt es von der Tür. „Schatz, was machst du denn noch hier?“ will Miia wissen. „Papa redet mit Tante. Und das war mir zu langweilig jetzt bin ich zu dir gegangen.“ Niko springt zu Miia aufs Bett, legt sich neben sie und nimmt Bruno in die Hände. Worauf er eine Weile später eingeschlafen ist und Miia ihm durch seine dunkelblonden Haare streicht. So blond war sie auch einmal gewesen, bevor sie angefangen hat das Haare färben für sich zu entdecken.

„Jetzt dachte ich schon, dass ich unser Kind verloren hätte“, sagt Lauri als er zur Tür rein kommt und Niko bei Miia im Bett schlafend liegen sieht. „Ja, weil du dich immer leicht ablenken lässt, besonders von meiner aufgespritzten Schwester.“ Als Lare dann zu weinen beginnt, geht Miias Großmutter mit den beiden Kleinen nach Hause.

„Wenn du hier raus kommst, machen wir einen langen Urlaub, irgendwo wo’s warm ist und Niko im Sand spielen kann und...“ „Lauri, ich glaube nicht dass ich jemals wieder hier weg komme“, unterbricht Miia ihn, worauf er ganz betroffen schaut. „Aber...du kannst mich...uns nicht alleine lassen. Niko braucht dich doch und...ich brauch dich auch. Miia du wirst, nein du darfst einfach nicht Sterben.“ „Ich brauche euch doch auch. Lauri. Du bist der einzige der meine Augen zum Strahlen bringt, du hast aus mir ein glückliches Mädchen gemacht. Deine Zärtlichkeit hat in mir Feuer entfacht, starke Gefühle erweckt und das für immer... halt mich bitte, “ fleht Miia, als sie erneut einen Schmerz verspürt, diesmal aber stärker.

Miia atmet nicht mehr. Lauri hält Miia fest in seinen Armen, weint bitterlich und fleht: „Bitte verlass mich nicht.“ Lauri nimmt ihre Hand. Miia reagiert auf seine Worte und drückt kurz seine Hand und streichelt über sein Gesicht. Lauri weint, streicht mit seinem Finger über Miias Wange und küsst sie ganz vorsichtig. Worauf Miia flüstert: „ Lauri, lass mich bitte gehen. Minä rakastan sinua.“ Lauri blickt in ihre tränen erfüllten Augen und sagt: „Minä rakastan sinua myös.“ Ein letztes Mal küsst Miia Lauri und beginnt dann zu zittern. Lauri hält sie immer noch in seinen Armen, bis Miia schließlich zu Atmen aufhört und Lauri endgültig in Tränen ausbricht. Er will sie nicht loslassen und streicht ihr übers Gesicht. Als dann Ärzte das Zimmer betreten legt Lauri Miias leblosen Körper aufs Bett. Lauri hat Tränen in den Augen und schaut, mit Bruno in den Armen, zu wie die Ärzte um Miias Leben kämpfen. Einer der Ärzte schüttelt nach einer Weile den Kopf, worauf sich eine Träne von Lauris Augen löst. Nachdem die Ärzte gegangen waren, setzt Lauri sich wieder neben Miia und hält einfach nur ihre Hand und betrachtet ihr friedliches, entspanntes Gesicht. Er kann sich einfach nicht überwinden einfach aufzustehen und nach Hause zu gehen.

„Lauri“, hört er Eero hinter sich sagen, „komm mit uns nach Hause.“ „Ich kann nicht Eero, ich weiß nicht wie ich es ihm erklären soll,“ die letzten Worte flüstert er. „Wisst ihr ich warte immer noch darauf, dass sie die Augen wieder aufmacht, und sagt dass sie mich nur erschrecken wollte,“ sagt Lauri mit tränerstickter Stimme. „Du brauchst keine Angst um sie zu haben, dort wo sie jetzt ist geht es ihr bestimmt viel besser, “ sagt Eero. Lauri nickt und atmet einmal tief ein. „Sie ist erlöst und für mich beginnt jetzt die Hölle“, flüstert er, steht auf und wischt sich eine immer noch laufende Träne aus seinem Gesicht und geht mit Eero nach Hause.

Zu Hause sieht Miias Großmutter sofort an Lauris verheulten Augen was geschehen war. Als Niko ihn dann ansieht, fragt dieser ihn sofort warum er so traurig ist. Lauri kniet sich vor ihn und nimmt ihn in seine Arme. „Weil die Engel Mama in den Himmel mitgenommen haben“, sagt Lauri einfach, da er keine Ahnung hat was er in solchen Momenten sagen soll. Er sieht Miias Großmutter an, die ihm zunickt. Also war es richtig wie er es ihm beigebracht hat. „Kommt sie wieder?“ „Nein, Niko, aber da oben tut ihr gar nichts mehr weh und ganz sicher gefällt es ihr dort.“ „Bestimmt nicht, ganz sicher ist sie da ganz unglücklich weil du nicht bei ihr bist“, ruft Niko und läuft in sein Zimmer. Lauri folgt ihm. „Niko ganz sicher ist sie nicht traurig, weil sie ja auf uns aufpasst, schaut, dass uns nichts passiert.“ „Spielt sie, dann auch mit den Engeln Bowling?“ „Ganz sicher, nachdem es ihr beigebracht wurde“, lacht Lauri.

Früh am morgen steht Lauri auf. Er steht am Fenster und hält den Vorhang zur Seite. Es ist ein regnerischer Tag. Vorgestern hat er den Menschen verloren den er am meisten geliebt hat. Er vermisst sie so sehr. Eine Träne läuft seine Wange hinab. Die beiden hatten eine so schöne Zeit, wenn er nicht gerade Termine wahrnehmen musste. Bei dem Gedanken daran huscht ein lächeln über sein Gesicht, dass aber sofort wieder durch seine Traurigkeit erlischt.

In einer Stunde findet die Beerdigung statt. Er beginnt sich langsam anzuziehen, weckt dann Niko und bringt Lare zu einer Nachbarin, da er ihn nicht unbedingt auf eine Beerdigung mitnehmen möchte.

Eine halbe Stunde später kommt Aki die beiden abholen.

Sie steigen aus dem Wagen und laufen auf den Friedhof. Lauri hält Nikos Hand, er war der einzige den er jetzt am aller liebsten in seiner nähe hat. Sie gehen in die Halle, wo in mitten Miias schneeweißer Sarg steht, worauf eine einzige schwarze Rose liegt.

Während der Zeremonie drückt Niko ganz fest Lauris Hand. Die ganze Atmosphäre bringt Lauri beinahe um. Als die Predigt vorbei ist, wird der Sarg nach draußen gefahren. An der Grabstätte angekommen wird der Sarg auf Seile gestellt und langsam hinabgelassen. Lauri nimmt Niko auf den Arm und die beiden sahen zu wie Miia der Erde übergeben wird. Lauri wirft einen Strauß weißer Rosen hinein, dann tritt er zur Seite damit andere auch von ihr Abschied nehmen konnten. Lauri steht da wie gelähmt und blickt nur in das Loch, indem der Sarg verschwunden war. Neben ihm stehen die Trauergäste und mustern ihn eingehend, doch es ist ihm egal dass sie ihn heulen sehen. Dort unten im Grab liegt seine große Liebe, er liebte Miia wie keine andere. Doch jetzt ist sie tot, einfach von ihm gegangen und er war auch noch Schuld daran. Er konnte ihr nicht helfen.

Er drängelt sich an den Trauernden vorbei auf den Weg des Friedhofes. Heiße Tränen bahnen sich einen Weg über seine Wangen. Er rennt so schnell er kann aus dem Friedhof, weg von diesem furchtbaren Ort. Mittlerweile strahlt die Sonne am strahlend blauen Himmel. Das Leben ging weiter auch ohne Miia. Vor den großen schweren Friedhofstoren wartet er dann auf Aki, der mit einem total aufgelösten Niko zu ihm stößt. Dann verlässt er mit Niko und Aki diesen Ort. Im Auto spricht keiner ein Wort. Im Radio läuft Sail away. „Früher war es für mich komisch uns im Radio zu hören, aber jetzt ist es reine Routine“, versucht Aki mit Lauri ein Gespräch zu beginnen, doch dieser schaut nur traurig zum Fenster hinaus.

Zu Hause sieht sich Lauri still in der Wohnung um. Alles war still, und immer noch war alles an der Stelle, wo Miia es an dem Tag, der alles verändert hat,  liegenlassen hatte. Er war ein Gefangener seiner eigenen Gefühle, die ihn Nacht für Nacht wachhielten. Dann bringt er Lare ins Bett und setzt sich aufs Sofa, wo sich Niko gleich neben ihn setzt, er lehnt sich an Lauri und schläft auch sofort ein. Als Lauri es schließlich merkt, nimmt er ihn vorsichtig in seine Arme und bringt ihn ins Bett wo er ihn zudeckt. Danach geht er zurück ins Wohnzimmer, schaltet den Fernseher auf und legt den Hochzeitsvideo ein. An jenem Tag war er so glücklich gewesen.

Erst jetzt wird ihm so richtig bewusst, dass Miia nie wieder nach Hause kommen wird, und nie wieder mit ihm reden wird. Außerdem wird ihm auch noch klar, dass er Niko eigentlich gar nicht wirklich kennt. Er kennt ihn eigentlich nur als Baby, denn nachdem er ein Jahr alt war, war er ständig unterwegs, und dann kam die gewisse Sache, über die er gar nicht nachdenken will, da er gar nicht daran denken will wie sehr dies Miia verletzt haben mochte. Und als dann alles wieder in Ordnung war, war er wieder ständig auf Achse.

Er hat ja nicht einmal eine Ahnung, was Niko gerne isst. Außerdem hat er nicht einmal eine Beziehung zu ihm. Lauri hat auch keine Ahnung was er mit ihm machen soll, zu seinem Glück kann sich der Zwerg stundenlang Selbstbeschäftigen.

Da es schon spät ist rappelt er sich auf und schleppt sich ins Schlafzimmer wo er einfach aus seinen Klamotten hüpft und sich ins Bett fallen lässt. Miia’s Seite ist schon so lange leer und unberührt.

Unruhig wälzt er sich von einer Seite zur anderen. Wieder findet er keine Ruhe vor seinen Gedanken, keinen Schlaf. Und selbst wenn er kurz einschläft wird er gleich darauf wieder schreiend wach.

Sonnenstrahlen wecken ihn. Für Lauri ist es nur wieder ein lebloser Tag, ohne jegliche Freude.

Sein Handy klingelt, es ist Aki. „Hei, hast du schon gepackt?“ fragt dieser. „Was gepackt?“ „Sag bloß du hast vergessen, dass heute der Tourstart ist.“ „Können wir die nicht verschieben?“ „Wir hätten’s versucht, aber…du weißt ja wie das ist.“ Toll und was sollte er jetzt mit Niko und Lare machen? Zu Miias Großmutter wollte er die beiden nicht schon wieder bringen, die hat selber genug Probleme damit Miias Tod zu verkraften und sie deshalb zu ihrem Sohn nach Norwegen gefahren ist. Er geht in sein Schlafzimmer und wirft seine Kleidung unachtsam in seine Tasche, dann nimmt er diese und geht zu Niko, dessen Kleidung er ebenfalls „einpackt“. „Was machst du?“ fragt der Kleine. „Papa muss ein bisschen arbeiten und du kommst mit.“ Niko steht daraufhin auf und holt seinen kleinen Rucksack, in den er dann versucht seinen Teddy hineinzustopfen. „Bruno wird da nicht hineinpassen, dafür ist er zu fett.“ sagt Lauri zu ihm. „Nein Bruno ist nicht fett“, erwidert Niko. „Warte ich helfe dir.“ Als dann endlich der blöde Bär eingepackt ist, klingelt es an die Tür. „Und fertig?“ fragt Aki. „Jep, sind wir.“ „Wir? Nimmst du den Balg etwa mit und was hast du mit Lare gemacht? Komm schon, das kannst du uns, oder besser gesagt dir nicht antun. Du kannst doch dann in keine Bar.“ „Das weiß ich auch, aber ich kann ihn nicht alleine lassen. Die Nachbarin hat sich so lieb erklärt ihn zu nehmen. Also lass uns jetzt gehen. Niko komm wir gehen.“ Lauri hängt ihm noch seinen Rucksack um, nimmt dann seine Tasche und sie verlassen das Haus. Lauri sieht es Aki wirklich an, dass dieser nicht sehr erfreut ist, dass Niko mitkommt, aber was hätte er anders tun sollen, alleine lassen kann er ihn ja auch schlecht.

Vor der Tür parkt der Bus. Jedes Mal wenn ihnen einer von der Crew begegnet, muss Lauri von neuem erklären warum er den Kleinen mit hat.

Gerade als Lauri einsteigen will, zieht Niko an seiner Hose. „Du, hab Hunger“, sagt er. Erst jetzt fällt Lauri ein, dass er für ihn gar nichts zu essen mitgenommen hat.

Zuerst trägt er die Sachen rein und will Niko, den Rucksack vom Rücken nehmen, doch dieser will ihn lieber mitnehmen, dann geht er notgedrungen mit ihm in den Supermarkt um die Ecke. Als sie den Supermarkt betreten, drehen sich die Leute um und tuscheln. Jeder wusste was ihnen widerfahren ist, darum wollte Lauri auch nicht mehr aus der Wohnung. Die mitleidigen Blicke, die ihn treffen, hasst er. Wahrscheinlich reden sie auch darüber, was für ein schlechter Vater er doch ist. Er weiß ja selber das er nicht der beste war oder bzw. ist, aber er versucht sich wenigstens zu bessern.

Lauri nimmt das was Niko ihm zeigt. Schnell bezahlt er und verschwindet so schnell es geht aus dem Laden. Als sie dann aus dem Markt kommen, grinst dieser zufrieden.

Im Bus nimmt Niko dann die Schokoladenkekse und nervt Lauri solange bis er sie ihm öffnet. Dann sucht Lauri ihm eine Tasse für Milch und stellt sie vor ihm auf den Tisch. „Ich komm gleich wieder, muss nur schnell was erledigen“, sagt er zu Niko und geht zu den anderen in den hinteren Teil des Busses. „Solltest du nicht bei dem Kleinen sein?“ fragt Aki etwas spöttisch. „Er ist kein Baby mehr…“ „…und dennoch braucht er dich, “ unterbricht ihn Eero. „Ja, aber ich weiß nicht was ich mit ihm machen soll. Wisst ihr, als Miia mir erzählte dass sie ein Baby bekommt, war ich noch nie so glücklich wie in diesem Moment. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich ihn jetzt nicht mehr will. Ich meine ich kenn ihn ja kaum. Außerdem bin ich mir nicht einmal im Klaren welche Gefühle ich für ihn habe.“ „Du schaffst das schon“, schlägt Pauli ihm aufmunternd auf die Schulter, worauf Lauri einfach nickt und wieder zu Niko geht. „Fertig“, grinst dieser Lauri ins Gesicht. „Hmm, aber du hast ganz schön gekrümelt, Krümelmonster.“ Lauri räumt den Tisch ab, nimmt Niko an die Hand und geht mit ihm zu den anderen. Wo er Niko auf die Couch setzt und sich daneben.

Während der ganzen Zeit hat Niko noch nicht einmal seinen Rucksack losgelassen. „Sag mal, was ist eigentlich da drinnen“, fragt Aki und zeigt auf Nikos Rucksack. „Wirst du schon sehen, wenn’s so weit ist“, antwortet Lauri.

Ganz interessiert schaut Niko den 4ren beim Playstation zocken zu, bis er anfängt an Lauris Hemd zu zupfen. „Was?“ fragt dieser etwas genervt. „Muss mal, gaaaanz dringend.“ „Dann komm mit.“ So inspiziert der Kleine mit Lauris Hilfe das WC.

„Kommt das nur mir so vor oder ist er etwas gereizt?“ fragt Pauli, Eero und Aki. „Etwas ist untertrieben. Wenn du mich fragst liegt das nur daran dass er den Balg mit hat, “ sagt Aki. „Nein, an Niko liegt das sicher nicht, zu dem ist er ja auch nicht viel freundlicher. Er braucht Abwechslung.“

Als Lauri wieder den Raum betritt, verstummt sofort ihr Gespräch. Er sieht die Jungs fragend an. „Fangen die jetzt auch schon gleich an wie die Leute auf der Straße?“ fragt er sich. Niko steht vor ihm und als der Bus eine Vollbremsung hinlegt fällt er rückwärts auf Lauri, der ihn auffängt. „Aufpassen,“ sagt er etwas mürrisch, worauf Niko ihn einfach anlächelt. „Jungs wir sind da, in einer Stunde habt ihr Soundcheck“, ruft ihr Manager ihnen zu. „Toll gehen wir was essen, ich verhungere“, schlägt Aki vor, wo Pauli und Eero sofort einwilligen. „Und du kommst auch mit“, meine Eero zu Lauri und zieht ihn aus dem Bus. Widerwillig begleitet er ihn. Pauli zieht Niko währenddessen eine Jacke an und hängt ihm seinen Rucksack um.

Niko läuft neben Lauri her und gibt ihm plötzlich die Hand und drückt ganz fest zu. Er beobachtet zufrieden die Leute die ihm entgegen kommen. Lauri schaut zu Niko hinab, der ihn mit seinen großen Meergrünen Augen förmlich anhimmelt, das macht er schon den ganzen Tag, wobei sich Lauri immer fragt was denn so toll an ihm sei.

Als sie bei einer Pizzaria angekommen sind, setzen sie sich dort auf einen großen Tisch. Eine Kellnerin bringt die Speisekarte, doch eigentlich wissen alle genau was sie wollen. „Niko, was willst du?“ fragt Lauri knapp. „Pizza.“ „Dann isst du bei mir mit.“ Jeder bestellt sich eine Pizza.

Als die Pizza kommt schneidet Lauri sie auf, damit es Niko beim Essen leichter hat. Dann schaut er neben sich und ihm fällt auf das Niko nicht einmal richtig auf den Tisch schauen kann und nimmt ihn auf den Schoß und gibt ihm ein Stück Pizza. Genüsslich kaut der Kleine auf seiner Pizza herum. Niko hält Lauri dann sein Stück hin und sagt dass er mit ihm teilt und gibt sich erst zufrieden als er abbeißt. „Und ich hab mich gefreut dass das endlich mal ein kleines Kind ist das nicht quengelt, “ murmelt Aki. „Also, ich find’s süß wie er sich um Lauri sorgt“, meint Eero. „Hört auf von mir zu reden, wenn ich neben euch sitze“, sagt Lauri während er kaut.

Nach dem essen steht Lauri auf und geht vor die Tür, wo er sich eine Kippe anmacht. Da er nicht neben Niko rauchen will. Langsam wird ihm alles zu viel. Er will sein Leben wieder haben. Immer wieder denkt er an die Zeit vor einem Monat, wo er noch glücklich war. Er will nicht andauernd auf die Straße gehen und Angst haben, dass er gut gelaunte Menschen trifft, die ihn mitleidig anstarren. Außerdem will er wieder andere Gefühle als nur Kummer und Trauer fühlen.

Als er wieder auf seinen Platz sitzt, kuschelt sich Niko an ihn, doch Lauri scheint das völlig kalt zu lassen. Nachdem sie bezahlt haben gehen sie zurück und machen ihren Soundcheck. Danach setzen die Jungs sich in den Backsage Bereich. „Ich will Shot nicht singen,“ sagt Lauri plötzlich. „Warum?“ will Aki wissen. „Weil ich KEINE LUST HABE, Verdammt!“, wird er wütend und immer lauter. Und tritt wütend gegen den Tisch, der daraufhin zusammenbricht. Lauri läuft aus dem Raum, worauf Niko ihm zitternd nachschaut. Im Bus rutscht Lauri eine Wand hinunter und stützt seinen Kopf auf die Hände. Wenn er das Lied singen würde, müsste er schwäche zeigen und das wollte er nicht, nicht vor so vielen Leuten. Plötzlich spürt er eine Hand über seine Haare gleiten. Er sieht hoch und sieht dass es Niko ist. Zum ersten Mal strahlen seine Augen nicht die gewohnte wärme aus, sondern füllen sich mit Tränen. „Komm her“, sagt Lauri. Worauf er ihn in den Arm nimmt und seinen Kopf an seine Schulter drückt. Beide beginnen zu heulen. Als sie sich wieder einigermaßen beruhigt haben nimmt Niko seinen Finger in den Mund und hält sich mit der anderen an Lauris Shirt fest, worauf Lauri ihm sanft über den Kopf streicht. „Seht es hat doch Gefühle“, sagt Aki als er die beiden so am Boden sitzen sieht. „Lasst mich doch in ruhe, “ erwidert Lauri und steht mit Niko im Arm auf. „Und du ziehst dir jetzt deinen Schlafanzug an und gehst ins Bett, “ sagt er gereizt zu Niko. „Aber ich kann das nicht alleine, “ flüstert dieser. „Hab ich vergessen, tut mir leid, “ sagt Lauri und hilft dem Kleinen sich umzuziehen. Er bringt ihn in ein Bett in der nähe von seinem und schlägt die Decke über ihn, worauf Niko sich wieder ausdeckt und aus de Bett springt. „Ich hab gesagt, du sollst ins Bett gehen“, ruft Lauri und geht ihm nach. „Sag mal Kleiner, was machst du da“, fragt er Niko als dieser an seinem Rucksack herum nestelt. „Bruno, geht nicht raus.“ „Ich hab dir doch gesagt, dass er zu fett ist“, meint Lauri und hilft ihm. Als er den Teddy dann endlich draußen hat, bringt er Niko wieder ins Bett.

„Liest du mir was vor?“ fragt Niko zaghaft. „Du hast Angst vor mir, oder“, will Lauri wissen, als Antwort bekommt er ein nicken. „Welche Geschichte willst du denn vorgelesen haben?“ „Hänsel und Gretel.“ Lauri kommt sich irgendwie blöd vor, dich Niko scheint es zu gefallen. Immer wieder fallen ihm die Augen zu, aber Lauri spricht einfach weiter, in der Hoffnung dass er bald einschläft. Niko kuschelt sich an Lauri und schläft dann ein. Vorsichtig legt er den Zwerg hin, bleibt aber, bis der Manager ihn auf die Bühne schickt, bei ihm sitzen, damit er nicht alleine ist.

Als sie nach der Zugabe von der Bühne gehen, geht Lauri auf schnellstem weg zurück in den Bus, wo auf der Treppe Niko sitzt. „Solltest du nicht im Bett sein? Und wo ist Mikko, der sollte doch auf dich aufpassen?“ „Mikko schläft.“ „Komm jetzt, ab ins Bett mit dir.“ Und wieder einmal legt er ihn ins Bett. „Geschichte“, sagt Niko. „Hm...,morgen?“ „Jetzt.“ „OK, dann nehmen wir jetzt, 3 kleine Schweinchen?“ Niko nickt zufrieden. Mit einem lächeln im Gesicht schläft er dann wirklich ein. Lauri traut sich nicht aufzustehen, da er das Gefühl hat, dass wenn er aufsteht Niko aus dem Bett fällt.

Zum ersten Mal seit langem schläft er wieder richtig. Trotzdem wird er mitten in der Nacht wach und spürt eine kleine Hand in seiner. Niko hat anfangs unruhig geschlafen, hat andauernd Mami geschrien, und erst als Lauri ihm seine Hand gab hat er aufgehört.

„Miia“, seufzt Lauri leise, dreht sich zu Niko und drückt ihn ganz fest an sich. Ob er jemals wieder Glücklich wird? Jeder in seinem Umkreis rät ihm immer wieder Miia zu vergessen und neu anzufangen, aber das kann er nicht so einfach, er will sich an die Zeit erinnern als es ihr noch gut ging, sie beide noch glücklich waren.

„Morgen“, sagt Lauri etwas verschlafen zu den andren in die Küche. „Morgen! Wir haben schon gedacht, wir hätten dich vergessen, weil du nicht in deinem Bett warst, “ sagt Aki. „Ja ja, und das soll ich euch glauben, aber ehrlich gesagt will ich’s gar nicht wissen.“ „Toll es ist gerade mal halb 9 Uhr und du bist schon wieder gereizt. Geh ins Bett, wenn dir was nicht passt. Und sag uns endlich was du hast.“ „Ha, würde ich ja machen, aber dann muss ich mir wieder Sachen anhören, von wegen ich würde mich nicht um Niko kümmern. Ihr wollt wirklich wissen was ich habe? Das kann ich euch sagen. Ein Scheiß-Leben. Ich will nicht mehr jeden Morgen aufstehen, mit einem Gefühl voller Leere, eine Leere die keiner zu Füllen vermag. Ich hatte ein Leben, ein schönes Leben, in das ich aber nicht mehr zurück kann. Mein einziger Ausweg wäre einfach alles hinter mir zu lassen und zu gehen, aber das kann ich nicht, weil ich den Balg hab.“ „Du kannst doch nicht einfach dein Kind als Balg bezeichnen“, sagt Pauli. „Wieso, du hast doch gerade gesagt mein Kind und zu meinem Kind kann ich sagen was ich will.“ „Anscheinend liegt dir wirklich nicht viel an dem Kleinen und trotzdem hast du ihn mit. Warum hast du ihn nicht gleich in ein Heim gegeben?“ „Muss ich mich immer von euch bevormunden lassen? Ich muss mir von euch nicht immer sagen lassen, was ich zu tun habe und was nicht, “ schreit Lauri und läuft an Niko, der hinter ihm steht, vorbei in den hinteren Teil. „Warum ist er imma so böse?“ will Niko wissen. „Keine Ahnung was der hat, aber er beruhigt sich sicher wieder.“ tröstet ihn Eero. „Das andauernde Schweigen von Lauri bricht Niko fast das Herz, und immer wieder frage ich mich was er wohl getan hat, dass Niko das verdient hat. Mir kommt es so vor als hätte Lauri auf der Flucht vor seinen Gefühlen nur eine leere Hülle zurück gelassen und seine Seele irgendwo versteckt hat, damit ihn niemand mehr Salz in seine Wunden, die Miia hinterlassen hat, streuen kann,“ sagt Aki zu Eero und Pauli. „ Aber irgendwann wird er wieder sich wieder herauswagen, wenn sein Schmerz abgeklungen ist“, meint Pauli. „Ich hoffe nur, dass er dann noch weiß wie er das verschlossene Tor hinter dem er sich vor der Realität versteckt, öffnen kann“, erklärt Eero.

Die Jungs versorgen Niko erste einmal mit Frühstück und dann geht Aki mit ihm ins Bad und wäscht ihn. Zähneputzen kann er schon ganz gut alleine, nur mit der Zahnpaste kann er nicht, die ist im ganzen Zimmer verteilt. Anschließend rasiert sich Aki. „Ich will auch“, meint Niko. „Ein paar Jahr noch, dann kannst du auch. Jetzt ist da noch nichts was weggehört.“ „Kommt sicha bald.“ grinst Niko. Aki nimmt ihn vom Waschbecken und geht zu den anderen beiden. „Wenn er nicht dasselbe grinsen hätte, dann könnte man fast meinen er gehört nicht ihm. Außerdem hat er nicht so viel Temperament wie Lauri.“ „Ich finde der sieht ihm schon verdammt ähnlich“, sagt Pauli. „Quatsch der ist ganz Miia“, mischt sich Eero ein. So geht das dann eine ganze weile so bist Niko schreit dass sie aufhören sollen. Und alle 3 ihn anstarren. „Wie war das mit dem Temperament?“ „Ich nehm’s zurück.“

„Könnt ihr nicht einfach eure Klappe halten“, steht Lauri plötzlich vor ihnen. „Wie kann man nur andauernd schlecht gelaunt sein?“ will Pauli wissen. „Ich bin nicht schlecht gelaunt nur gewaltig genervt“, verteidigt Lauri sich und verschwindet wieder.

Die nächsten Wochen bekommen die Jungs Lauri eigentlich nur mehr auf der Bühne zu Gesicht, ansonsten verkriecht er sich den ganzen Tag. Niko teilen sie sich auf. Eero liest ihm Geschichten vor, bei Aki schläft er und Pauli macht den Rest, weil er einfach die meiste Geduld aufbringt.

Als die Jungs abends etwas essen gehen wollen, schläft Niko. Aufwecken wollten sie ihn jetzt auch nicht, darum kamen sie zu dem Entschluss ihn einfach bei Lauri zu lassen, der sowieso da ist.

Währenddessen liegt Lauri in seinem Bett und starrt zum Fenster, in den sternklaren Himmel Mailands, wobei seine Gedanken wegdrifften.

Ein leises Schluchzen holt ihn wieder in die Gegenwart zurück und lässt ihn nachsehen gehen. „Niko?“ fragt er leise, als er vor seinem Bett steht. Dieser springt vom Bett auf und drückt sich ganz fest an Lauri. „Hast du Hunger?“ Niko nickt. „Dann lauf in die Küche und schau was wir da haben.“ „Spaghetti.“ „Da musst du aber warten bis sie fertig sind. Hältst du es so lange aus?“ „Ja.“ Niko setzt sich neben Lauri und schaut ihm beim Kochen zu.

„Willst du probieren?“ fragt Lauri als er fast fertig ist. Wieder nickt Niko. „Und?“ „Schmeckt gut“, sagt Niko und grinst ihn an.

Dann nimmt Lauri einen Teller und schüttet die Nudeln darauf und schneidet sie ihm klein. „Hau rein“, sagt er dann zu Niko, als er ihm den Teller vor die Nase stellt. „Du nicht?“ „Ich mag nichts.“ „Aber du musst was essen, du isst fast nie was.“ „Glaub mir was ich esse reicht vollkommen aus.“ Lauri lächelt kaum merklich.

„Papa, ich mag nimma“, sagt Niko nach einer Weile. „Sag’s gleich wenn ich dich füttern muss.“ „Füttern.“ „Dann mach den Mund auf“, sagt Lauri und nimmt den Löffel.

Als schließlich die anderen drei kommen, räumt Lauri den Tisch ab und verschwindet wieder in sein Bett. „Ich glaub fast er hat was gegen uns“, meint Pauli. „Darüber zerbrechen wir uns den Kopf wenn wir den Knirps ins Bett gebracht haben.“ „Ich will nicht ins Bett, ich will Papa singen hören.“ „Hast du doch heute schon beim Soundcheck, außerdem würde ich an deiner Stelle lieber ins Bett gehen, sonst ist er wieder böse mit dir“, meint Aki während er Niko umzieht. Bevor Niko aber dann ins Bett hüpft, läuft er noch zu Lauri und lässt sich einmal fest drücken.

„Und jetzt gehen wir noch einen draufmachen.“ sagt Pauli, nach dem Konzert zu den anderen. Lauri schüttelt nur den Kopf. Er ist total erschöpft. Langsam merkt er selbst, dass Bier und Kippen nicht recht helfen.

Als die Jungs den Bus verlassen, geht Lauri zum Kühlschrank und holt sich was zu futtern, danach geht er ins Bett.

Plötzlich spürt er zwei kleine Hände auf seinem Rücken. „Niko was machst du da?“ fragt Lauri. „Schlafen.“ „Wenn dann schläfst du aber da, “ meint er, packt den Kleinen und legt ihn zur Wand. Der Zwerg drückt sich ganz fest an Lauri, der sich etwas unwohl fühlt. Nach einer Weile beginnt Niko sich herumzuwälzen und steigt über Lauri drüber, wobei er ihm sein Knie in den Magen rammt. „Ich dachte du schläfst schon“, sagt Lauri zu ihm. „Hab was vergessen“, meint Niko und kommt gleich darauf mit Bruno wieder. „Nein, der fette, schmuddelige, stinkende Bär kommt mir nicht ist Bett.“ Niko sieht Lauri mit großen traurigen Augen an. „Bruno ist nicht fett“, sagt er dann leise. „Nicht? Zumindest ist er so fett, dass er nicht richtig in deinen Rucksack passt.“ „Dürfen wir trotzdem wieder zu dia?“ „Nur wenn du mir versprichst dass der mich nicht tritt.“ „Ganz sicher nicht, Bruno ist lieb.“ Und wieder rammt er sein Knie in Lauris Magen und quetscht sich fest an ihn.

Wieder kann Lauri nicht schlafen, schaut andauernd zum Fenster raus uns streicht Niko übers Haar. Irgendwann schläft er dann doch ein. „Papa“, sagt Niko leise und rüttelt Lauri wach. „Hm?“ „Warum hat sie uns alleine gelassen?“ „Sie wollte uns doch nicht alleine lassen, sie hat ja gekämpft…“ „Papa, glaubst du dass sie wirklich im Himmel ist?“ „Wenn es wirklich einen gibt, ist sie sicher dort. Wenn nicht sie, wer dann?“ „Papa, kommst du auch in den Himmel?“ „Wenn Mama ein gutes Wort für mich einlegt.“ „Wieso?“ „Weil ich nicht immer so war wie jetzt. Ich hab viel Scheiß gebaut, aber das erklär ich dir wenn du älter bist.“ Niko beginnt zu schluchzen. „Ich vermiss sie so viel“, sagt er leise, worauf Lauri ihn fester an sich drückt. Als Niko dann wieder eingeschlafen ist, steht Lauri auf und macht sie Kaffee, setzt sich an den Tisch und nippt an seiner Tasse.

Danach schaltet er den Fernseher ein und glotzt einfach hinein, ohne irgendetwas wahrzunehmen. In letzter Zeit macht er dass öfter, einfach seine Umwelt nicht mehr wahrnehmen, und sich in seine eigene Traumwelt zurückzieht. In der alles in Ordnung ist, Niko sich nicht allein fühlen muss und vor allem Miia noch am Leben ist. Und jedes Mal, wenn er aus seinen Gedanken gerissen wird, bricht für ihn fast die Welt zusammen. Er ist dann nur mehr ein Schatten seiner selbst.

Alles wäre anders, wenn er sein verdammtes Handy ausgemacht hätte. Er ist schuld daran. Er ist eigentlich immer an allem schuld. Miia war seine große Liebe, die einzige die er jemals richtig Lieben wird und jemals geliebt hat. Immer noch macht er sich vorwürfe, dass er sich nach einem Streit in die Arme einer anderen geflüchtet hat. Wenn er doch alles ungeschehen machen könnte, er würde es tun.

Wieder macht er sich Kaffee und setzt sich an den Tisch. Mittlerweile ist es halb 9. Er hört die Jungs kommen, die auch kaum zu überhören sind. „Hey, auch mal wieder hier?“ fragt Aki. „Siehst du doch. Und jetzt halt die Klappe, Niko schläft noch.“ „Hat er bei dir...?“ will Pauli wissen. „Ja hat er und darum hab ich auch jetzt überall blaue Flecken, aber ist halb so wild, “ sagt Lauri mit einem Lächeln. Zwar lächelt sein Mund, doch seine Augen sagen etwas anderes.

Die vier unterhalten sich, wie früher. Der einzige Unterscheid ist nur, dass Lauri manchmal nicht ganz bei der Sache ist, aber so wirklich stört das niemanden.

Lauri schaut über den Tisch und sieht aus dem Augenwinkel einen blonden Schopf vorbeihuschen. „Wo willst du hin?“ fragt er plötzlich, ohne den Satz den er gerade sagt, zu ende zu sprechen. Worauf ihn die anderen anstarren. „Muss mal.“ „Das Klo ist aber hinten und nicht vorne bei der Türe. Komm ich geh mit dir.“ Er steht auf und nimmt Niko an die Hand. Als sie bei seinem Bett vorbeikommen, sieht Lauri, dass Niko seinen Teddy zugedeckt hat. „Sag mal, ist der immer so faul?“ „Nur wenn er in deinem Bett schlafen darf, das riecht nämlich so gut.“ „Aso, nach was riecht es denn?“ „Nach Papa.“ Etwas verwirrt sieht er den Kleinen an und beginnt dann zu lachen.

„Eero hat extra für dich Pfannkuchen gemacht“, meint er als er mit Niko zu den anderen zurückgeht. Wobei Nikos Augen zu leuchten beginnen. Lauri setzt sich auf die Bank und Niko auf seinen Schoß. „Essen“, schreit Niko, worauf Eero ihm einen Teller vor die Nase stellt und Niko sofort anfängt. Danach geht Lauri mit dem Kleinen duschen, dem es sichtlich gefällt, wenn Lauri ihm die Haare wäscht und danach trocken rubbelt.

Am Abend, nachdem Souncheck, gehen alle zusammen essen, wobei Niko Lauri seinen gesamte Portion Nudeln übers Shirt kippt. Er schaut Lauri mit großen traurigen Augen an, weil er Angst hat, dass Lauri schimpft. „Waren die jetzt wirklich so grausig. dass du sie mir über die Kleider kippen musst?“ lächelt Lauri, „Willst du neue?“ Niko nickt. Dann steht Lauri auf und geht mit Niko ins Bad, wo er zuerst Niko wieder sauber macht und anschließend sich selbst. Anschließend gehen sie wieder zurück, wo auch schon Nikos neuer Teller auf dem Tisch steht. Sofort nimmt Niko das Besteck und beginnt zu essen.

Abends ist Lauri schwer mit seinem Styling beschäftigt und Niko wuselt andauernd zwischen seinen Beinen herum.

Als Lauri dann endlich fertig ist, will er Niko ins Bett schicken, doch dieser hat anderes vor und will unbedingt mit ihnen in den Aufenthaltsraum. Er bettelt so lange bist Lauri es ihm erlaubt.

Drüben setzt er ihm aufs Sofa  und geht kurz mit Pauli raus eine rauchen.

„Lauri ist Niko bei dir?“ kommen plötzlich Aki und Eero „Nein, warum?“ „Scheiße, dann haben wir ihn verloren.“ „Verdammt, wenn dem Kleinen etwas passiert.“ „Tut uns Leid, wir haben nur kurz miteinander geredet und weg war er.“ „Davon kann ich mir jetzt was kaufen. Das aller schlimmste was mir in diesem scheiß Leben noch passieren kann, wäre Niko zu verlieren.“ Lauri wirft die Kippe weg und läuft zurück ins Haus und ruft nach ihm. „Lauri sag den anderen, dass ihr noch 5 Minuten habt.“ „Scheiße! Sag‘s ihnen doch selbst, ich habe keine Zeit dazu. Mein Zwerg ist verschwunden. Sind nicht mal fähig auf ein kleines Kind aufzupassen.“ Als er ihn nach 4 Minuten immer noch nicht gefunden hat, muss er wohl oder übel auf die Bühne gehen.

Dort steht Niko und schaut ganz konzentriert ins Publikum. Ohne dass der Kleine es bemerkt stellt sich Lauri grinsend hinter ihn. „Sag mal Zwerg, was machst du da eigentlich?“ fragt Lauri ihn. Niko schaut nach oben und sieht ihn hinter ihm stehen. „Papa, “ sagt Niko überglücklich, „Hab auf dich wartet, wie die da unten“, meint er und zeigt auf die Leute. Lauri nimmt ihn in den Arm und drückt ihn ganz fest an sich. „Lauf nie wieder weg. Ich wäre fast gestoben vor lauter Angst um dich. Wenn dir etwas passiert wäre hätte ich mir das nie verzeihen können, da ich dich so lieb habe.“ „Ich hab dich auch lieb. Papa darf ich da was rein sagen?“ Darauf nimmt Lauri das Mikrophon vom Ständer und drückt es ihm in die Hände. „Hikkori tikkori toikki, hiiri kelloon loikki kello meni poikki ja hiiri pois loikki hikkori tikkori toikki.“ Lauri steht nur da, hält Niko im Arm und wundert sich warum er plötzlich den Kinderreim drauf hat. Als Miia ihn ihm beibringen wollte, hatte er ihn sich einfach nicht gemerkt und plötzlich kann er ihn.

Die meisten Leute schauen danach etwas erstaunt, genau wie die drei hinter ihnen. Es dauert aber nicht lange, dann beginnt die Menge zu toben. Danach bringt Lauri ihn zu Mikko, der ihn ins Bett bringen soll.

Zwei Tage später sind sie im Bus in Richtung Heimat. Lauri sitzt am Fenster und grinst vor sich hin. „Was grinst denn so blöd?“ will Pauli wissen. „Ich hab gerade daran gedacht, als Miia und ich eine Yacht klauten und Matti mich dann wieder einmal vom Polizeirevier „freikaufen“ musste. Boah war der wütend, so in rage habe ich ihn noch nie gesehen und trotzdem hat er mich nie geschlagen. Dafür hat er mich rausgeworfen. Aber ich hab dann die 3 Tage bei Miia übernachtet. Aber am Besten war, dass Miias Mutter zu Besuch war und als sie uns beide in Miias Bett liegen sah, hat die so gekreischt, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Ich hab nur mehr blöd gekuckt und Miia hat sich fast Totgelacht. Das waren noch Zeiten.“

Während die Jungs über früher reden schläft Niko ruhig und seelig neben ihnen.

Als sie in Helsinki beim Friedhof vorbei fahren ruft Lauri, dass der Fahrer anhalten soll, was dieser auch tat.

Es ist Frühling, der Wind rauscht durch die Bäume und vereinzelt fallen Blütenblätter zu Boden. Eine einzige Blüte segelt gemächlich von seinem Ast hinunter auf Miias Grab. Lauri lächelt leicht. Sie hat den Frühling geliebt. Er hätte stundenlang einfach so dasitzen können und seine Gedanken mit Miia verbracht. „Lauri, kommst du?“ ruft Pauli. „Jaja“, antwortet Lauri leise und erhebt sich aus seiner Hocke. „Bis bald Prinzessin“, murmelt er.

Als sie zu Hause sind, wollen alle sich noch von Niko, der gerade erst aufgewacht ist verabschieden, reden mit ihm und reichen ihn herum. Lauri steht einfach nur daneben und wartet bis der Kleine wieder bei ihm landet. „So jetzt gehen wir erst einmal nach Hause, in unser Bett.“ „Dann darf ich nicht mehr bei dir schlafen“, sagt Niko traurig. „Heute nicht., aber morgen wieder. Weil heute will ich mich einmal richtig ausstrecken.“

Es ist schon fast Abend, zeit etwas zu essen. Während Lauri kocht rennt Niko aufgeregt durchs Haus und betrachtet alles, als ob er noch nie hier gewesen wäre. „Duu? Wann holen wir Lare?“ „Morgen, heute ist es schon zu spät, vielleicht schläft er ja schon und aufwecken will ich ihn nicht.“

Als es Dunkel ist bringt Lauri ihn ins Bett und erzählt ihm eine Geschichte. Inzwischen ist er schon in Übung darin. Als Lauri mit erzählen fertig ist, legt Niko seine kleine Hand auf seine. „Hast du mich wirklich lieb?“ will er wissen. „Mehr als alles andere auf der Welt.“ Niko strahlt Lauri an und fällt ihm um den Hals. Nur mit mühe kann Lauri seine Tränen verbergen, was würde Niko denken, wenn er plötzlich zu heulen beginnt? „Und jetzt sollst du schlafen.“ „OK.“ Niko lässt sich lachend zurückfallen, rutscht unter die Decke und nimmt dann seinen Teddy in den Arm. Lauri deckt ihn noch zu. streich ihm dann über den Kopf und gibt ihm einen Kuss. Dann geht er auf die Terrasse um zu rauchen. Es ist nicht gerade warm draußen und dennoch bleibt er einfach so stehen und sieht in den Himmel. „Papa...da ist ein Monster unter meinem Bett, “ hört er ein leises Schluchzen hinter sich und dreht sich lachend, mit einer Kippe im Mundwinkel um. „Zwerg, es gibt keine Monster. Und das werde ich dir auch beweisen. Komm.“ Er nimmt Niko an die Hand und zerrt ihn mit sich. Er zeigt ihm jedes Eck, den Schrank, einfach alles wo sich ein Monster verstecken könnte, doch nirgends ist eines. „Siehst du in deinem Zimmer gibt es keine Monster.“ „Trotzdem bei dir schlafen?“ fragt Niko vorsichtig. „Von mir aus“, seufzt Lauri, legt ihn in sein Bett und lässt die Tür einen Spalt offen. Danach geht er wieder auf die Terrasse. Leise schreie lassen ihn zurück ins Schlafzimmer, zu Niko hechten. Niko schlägt um sich, weint und schluchzt im Schlaf und ruft immer wieder nach Lauri. „Niko, wach auf, ich bin ja da“, rüttelt er in sanft wach. Niko öffnet die Augen und fällt Lauri mit einem verzweifelnden Schluchzen um den Hals. „Papa, gaanz viele Monster... und... und...du hast mich allein gelassen...und.“ „Schsch, ich bin ja da, ich lass dich nicht alleine“, hilflos streicht Lauri Niko durch sein zerzaustes Haar, und lässt ihn einfach in seinen Armen weinen. „Keiner tut dir was“, sanft wiegt er ihn in seinen Armen hin und her, und allmählich klingt das heftige Schluchzen ab.

Lauri will ihn zudecken und wieder gehen, aber Niko krallt sich verzweifelt an seinem Ärmel fest. „Bleib bei mir, lass mich nicht allein“ schluchzt er. Daraufhin zieht Lauri sich sein Shirt und seine Hose aus und legt sich zu ihm ins Bett. Als Lauri sich bequem ins Kissen kuscheln will, rutscht Niko immer näher an ihn heran und schläft auch sofort ein.

Da Lauri nicht einschlafen kann, löst er sich von Niko und geht wieder nach draußen auf die Terrasse und macht sich eine Kippe an.

„Du...du hast mich alleine gelassen“, Nikos Stimme ist tränenerstickt. „Wein doch nicht, Schatz“, flüstert Lauri und streckt seine Arme nach ihm und hebt ihn hoch. „Ich...ich hab angst allein im Finstern.“ „Schsch, ist ja gut, beruhig dich“, vorsichtig wiegt er Niko in seinen Armen hin und her. „Papa, schau eine Sternschnuppe.“ Niko deutet mit dem Finger nach oben. „Dann wünsch dir was, Zwerg.“ „Ich wünsch mir...dass du mir einen Kuss gibst.“ Lauri muss lächeln und erfüllt ihm seinen Wunsch. Niko vergräbt seinen Kopf in Lauris Hals und atmet ruhig. Irgendwann wird sein Körper immer schwerer und Lauri bemerkt dass er eingeschlafen ist.

Mit langsamen Schritt geht er, den schlafenden Niko fest an sich gedrückt, zurück ins Haus, wo er ihn in sein Bett legt und ihn zudeckt. Seine kleine Nase kräuselt sich im Schlaf, dann tastet er nach Lauri, der sich daraufhin neben ihn legt und ihm sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht streicht und seine Wange streichelt bis er selbst einschläft.

Am nächsten Tag geht Lauri mit Niko und klein Lare spazieren, wobei sie zufällig Aki treffen und mit ihm auf einen Kaffee gehen.

Nach einer Weile fragt Lauri ob Aki kurz auf Niko und Lare aufpassen kann, da er noch etwas zu erledigen hat. schnell geht er zum Blumenladen und kauft Rosen.

Wieder einmal steht er mit Tränen getränkten Augen an Miias Grab. „Ich hab dir Rosen mitgebracht...ich weiß wie sehr du Rosen liebst.“ Langsam beugt er sich zum Grab und legt die Blumen neben den Stein ihres Grabes. „Weißt du alles sind der Meinung ich soll nicht so oft an dich denken, aber jedesmal wenn ich die Kinder ansehe, dann...dann muss ich ganz von alleine an dich denken. An die Zeit die wir miteinander hatten. Du warst das wundervollste das mit je passiert ist.“ Hastig wischt er sich die Tränen aus dem Gesicht. „Anfangs konnte ich schlecht damit umgehen, dass du nicht mehr da bist, nie mehr da sein wirst. Ich habe mich gehasst, dass ich das Geschirr, das du benutzt hast, in die Spüle gestellt habe. War wütend auf Niko, obwohl ich nicht einmal einen Grund dazu hatte. Ich wollte alle Erinnerungen an dich wahren. Miia...Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich vermisse dich so. Sag mir was ich tun soll?“ Langsam kehrt in sein Leben wieder Alltag. Auch wenn der für ihn wichtigste Teil in seinem Leben fehlt – Miia. Sie war immer da wenn er etwas brauchte. Lauri erinnert sich an jede Berührung und selbst wenn er nur daran denkt kann er sie fühlen.

Lauri spürt eine Hand auf seinem Rücken und dreht sich um. Hinter ihm steht Niko, ebenfalls weinend. „Papa, ich vermiss sie so sehr“, flüstert er. „Ich vermiss sie doch auch, aber irgendwie schaffen wir zwei das.“ tröstet Lauri Niko und umarmt ihn.

END

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