Titel: Cancer
Fsk: 12/14
Warning: depri, sad, death?

Cancer

Wenn ich jetzt die Augen öffnen würde, weiß ich genau, dass er mich mit traurigem Blick ansieht. Ich kann sie fühlen, seine Blicke die auf mir Ruhen.
Er soll einfach gehen, mich alleine lassen. Seine bloße Anwesenheit schmerzt mich. Es tut mir weh ihn so leiden zu sehen und das meinetwegen.
Wegen mir sollte niemand leiden, schon gar nicht er.
Ich merke wie er zögerlich nach meiner Hand greift, sie fest in seine nimmt und mir damit sagen will, dass er mich nicht gehen lassen wird, niemals.
„Schatz, ich weiß doch, dass du nicht schläfst und dass du mich nicht ansehen willst,“ meint er nach einer kurzen Weile.
Er kennt mich einfach zu gut, viel zu gut. Seit 5 Jahren kennen wir uns nun schon. Waren immer wieder getrennt und dann wieder zusammen, hatten aber zwischendurch immer Kontakt zueinander.
Und seit dem wir beide wissen, wie es um mein Leben bestellt ist, kann ihn sowieso nichts von meiner Seite bringen. Er geht nicht mehr mit seinen Freunden aus, lässt sich die Einkäufe von seiner großen Schwester bringen und jetzt da ich hier im Krankenhaus liege hat er keine Minute geschlafen, ja sogar nicht einmal die Zeit eine zu rauchen hat er sich genommen.
Langsam öffne ich meine Augen und sehe in seine, er hat wieder geweint. Wegen mir! Meiner Krankheit!

„Ich bin die verdammte Chemo leid, sie schlägt sowieso nicht an, die wird mir auch nicht mehr helfen können. Mir geht es mit jedem Tag schlechter, jeden Tag werden die Schmerzen schlimmer und jeden noch so verdammten Tag kommt ein Arzt zu mir um mir eine stärkere Dosis Morphium zu verabreichen; Irgendwann bin ich mir dem Zeug so vollgedröhnt, dass ich nichts mehr mitbekomme. Und jeder den ich kenne sagt mir immer ich soll die Hoffnung nicht aufgeben, aber seien wir mal ehrlich, bei den schlechten  Aussichten auf eine Genesung, soll man die Hoffnung nicht aufgeben?“

Er sieht mich erschüttert an. „Schatz, ich weiß, dass es schwer für dich ist…aber.“
„Du weißt gar nichts. Du weißt nicht, dass ich mich schon vor langer Zeit damit abgefunden habe nie zu heiraten und nie Mutter zu werden. Außerdem zähle ich schon die Tage bis zum Ende.“
Seine Augen weiten sich, einzelne Tränen bahnen sich ihren weg über sein makelloses Gesicht und finden ihr Ende auf meinem Kissen, so wie meine,
„Du kannst nicht aufgeben, Liebling“, schluchzt er. „Das habe ich doch schon…seit wir hier drinnen sind.“
Hier in den weißen sterilen Krankenzimmern kann man nur aufgeben. Außerdem würde eine weitere Chemo alles nur hinauszögern. Das wäre doch nur ein feiges davonlaufen.
Wohin sollte ich denn rennen, wenn es nicht einmal einen Ort gibt an dem ich mich verstecken könnte? Also habe ich mich für den einfachsten, schwersten und vor allem feigsten entschieden – Aufgeben.
Immer und immer wieder kullern dicke Tränen seine Wangen hinab und andauernd sagt er, dass er mich nicht gehen lassen wird um mich kämpfen wird. Aber wie soll er gegen meinen Willen um mein Leben kämpfen?
„Versprich mir, dass du mich so in Erinnerung behältst wie ich war und nicht so schrecklich wie ich jetzt aussehe. Weil alle Haare meinen Körper verlassen haben.  Und sorge bitte dafür, dass mich meine Eltern in meinen Lieblingsfarben begraben lassen und meine Geschwister dabei sind, wenn ich der Erde übergeben werde. Denn dies hier ist kein Leben.“
Ich streiche mit meinem Handrücken über seine rechte Wange.
Ein leichtes Nicken kommt von seinerseits.
Er will mir noch einen Letzen Kuss geben, doch ich drehe meinen Kopf zu Seite.

Es ist nämlich so schon schwer genug ihn seinen Weg, auf dieser finsteren, traurigen Welt, alleine bestreiten zu lassen.

Ende

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